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Oenanthe pimpinelloides L.
Südliche Erdkastanie, Apiaceae - Doldenblütler
Sommerblüher, V-VI, 30-60 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Südliche Erdkastanie stammt aus West- und Südeuropa bis in den Kaukausus, wo die Pflanzen extensive Weiden, Halbtrockenrasen und Küstenwiesen und salzbeeinflusste Wiesen auf 0-1.000 m über Meereshöhe. In Mitteleuropa ist die Art selten eingebürgert und tritt Gärten und an Ruderalstandorten entlang von Wegen auf.

Die Pflanzen bilden eiförmige bis kugelige, Haselnuss große Wurzelknollen, die entfernt vom Stängel sind. Die Stängel sind aufsteigend bis aufrecht, markig, kahl und oben geflügelt. Die Laubblätter sind vielgestaltig, ähnlich der Kleinen Bibernelle, Pimipinella saxifraga L.; obere Stängelblätter sind 1-2-fach gefiedert mit linealischen Abschnitten; untere sind 2-3-fach gefiedert mit Stachelspitzen; Grundblätter sind 1-fach gefiedert mit tief fiederteiligen Abschnitten.

Die Dolden sind endständig, 6–15-strahlig, haben 3–12 pfriemliche Hüllblätter (Hüllblätter sind bei Doldenblütlern die Hochblätter direkt unterhalb des Blütenstandes, Hüllchenblätter jene unterhalb der Teildolden = Döldchen) mit häutigem Rand. Hüllchenblätter unterhalb der Döldchen gibt es 3–12. Später bilden sich längliche, 2,5–3,5 mm lange Früchte mit Kelchkrönchen; die Griffel sind mehr als 2/3 so lang wie die Früchte.


Abb. 1 Oberes Stängelblatt der Oenanthe pimpinelloides mit linealischen Abschnitten im Botanischen Garten Mainz, 17.06.2026
Abb. 2 Unteres Stängelblatt von Oenanthe pimpinelloides im Botanischen Garten Mainz, 17.06.2026
Abb. 3 Pfriemliche Hüllblätter von Oenanthe pimpinelloides im Botanischen Garten Mainz, 17.06.2026
Abb. 4 Gesamtblütenstand der Oenanthe pimpinelloides im Botanischen Garten Mainz, 17.06.2026
Abb. 5 Wurzelknollen der Oenanthe pimpinelloides im Botanischen Garten Mainz, 17.06.2026
Abb. 6 Bestand von Oenanthe pimpinelloides an einem Wegesrand im Botanischen Garten Mainz, 17.06.2026


Der Gattungsname Oenanthe L. stammt von gr. "oinos" (= Wein) und gr. "anthe" (= Blüte), wahrscheinlich nach dem Geruch der Pflanzen, der dem des Weines ähnelt? Das Epitheton pimpinelloides stammt von Pimipinella saxifraga und gr. "-oeides" (= -ähnlich), nach der Ähnlichkeit mit der Kleinen Bibernelle.

Oenanthe pimpinelloides wird nur selten als Zierpflanze in Gärten angebaut. Es sind attraktive Pflanzen, die durchaus eine Berechtigung im naturnahen Garten haben und an gestörten, gerne auch etwas trockeneren Stellen gedeihen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.


Zitiervorschlag: Lorek, M. 2026: Oenanthe pimpinelloides. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/oenanthe-pimpinelloides.html am Tg.Mo.Jahr.