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Quercus libani Olivier
Libanon Eiche, Fagaceae - Buchengewächse
Frühlingblüher, IV–V, bis 5–8(–10) m hoch, sommer-, halbimmergrün, mehrjährig

Die Libanon Eiche stammt aus dem östlichen Mittelmeerraum, Kleinasien bis Mittlerer Osten, wo die Pflanzen in lichten Eichenwäldern, Trockenwäldern und steinigen Berghängen auf 700–2.000 m über Meeresspiegel vorkommen.

Die Libanon Eiche ist ein Strauch oder kleiner Baum bis 8 m Höhe, selten mehr, mit rundlicher oder breit ovaler Krone. Die Borke ist grau, weich oder längsrissig Borke. Junge Triebe sind rot-braun, flaumig behaart, später glatt. Die Laubblätter sind länglich-oval bis länglich-lanzettlich, 5–15 cm lang, 1–6 cm breit, mehr oder weniger tief 3–5-fach gelappt mit 8–14 Paaren 3-eckiger Zähnen mit gelegentlich grannenartiger Spitze, glänzend grün oberseits und unterseits behaart, später verkahlend; die Blattstiele sind 0,8–2 cm lang.

Die Eicheln reifen im ersten bis zweiten Jahr, sind länglich-zylindrisch bis elliptisch, 2–3,5 cm lang, mit halbkugeligem bis glockenförmigem Fruchtbecher (Cupula), der die Eichel zu 1/2 bis 2/3 umschließt.

Quercus libani tritt öfter mit anderem Eichen wie Q. brantii Lindl., Q. infectoria Olivier, Q. cerris L. und Q. trojana Webb auf. In solchen Mischbeständen sind regelmäßig Hybriden zu beobachten.


Abb. 1 Quercus libani mit typischem, unregelmäßig gesägtem Blatt, Privatgarten, 04.10.2014
Abb. 2 Sprossachsen einer Quercus libani mit typischen Blättern mit Grannenspitze auf den Zähnen, Privatgarten in Neuss, 27.09.2026
Abb. 3 Quercus libani mit untypischem, tief gebuchtetem Blatt, wahrscheinlich eine Hybride vom selben Sammelort bei Karaman wie bei Abb. 1 und 2, Privatgarten, 04.10.2014
Abb. 4 Laubblätter einer Quercus libani, möglicherweise einer Hybride mit Q. cerris, Privatgarten in Neuss, 27.09.2026
Abb. 5 Zweijährige Jungpflanze 20–30 cm im 1L-Topf von Quercus libani mit tief gebuchtetem Blatt, 04.10.2014

Der Gattungsname Quercus L. wurde schon im Altertum genutzt, lat. "quercus" bezeichnete Q. robur L., die Stiel-Eiche. Die etymologische Wurzel des Wortes bleibt unklar. Das Epitheton libani stammt von gr. "Libanos" (= der Libanon), ist Gen. lat. und bezieht sich auf den Naturstandort im heutigen Libanon. Siehe auch Quercus.

Quercus libani wird in Mitteleuropa nur selten kultiviert, obwohl sie ausreichend hart ist. Selten findet man sie in älteren Parks, Botanischen Gärten oder auf der Scholle von Liebhabern exotischer Pflanzen. Es sind anspruchslose Eichen, die unterschiedliche Bodenverhältnisse gut vertragen und auf sauren wie kalkhaltigen Böden gedeihen. Zudem ist Q. libani sehr gut schnittverträglich und daher auch für etwas kleinere Gärten geeignet. Die Herkünfte aus Kleinasien zeichnen sich durch ein dekoratives, teilweise tief eingeschnittenes, teilweise leicht gezähntes Blatt aus und haben einen kleineren, bizarren Wuchs.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.


Zitiervorschlag: Lorek, M. 2026: Quercus libani. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/quercus-libani.html am Tg.Mo.Jahr.