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Rosmarinus officinalis L.
Rosmarin, Lamiaceae (= Labiatae) - Lippenblütler
Ganzjahresblüher am Naturstandort, I–XII, 50–200 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Der Rosmarin stammt aus dem Mittelmeerraum bis zum Schwarzen Meer auf der Krim und den Kanaren. Bevorzugt siedeln die Pflanzen in der Garrique, Macchie und Kalkfelsfluren auf 0–1.000 m über Meershöhe vorkommen. Die Art ist seit etwa dem 9. Jahrhundert in Mitteleuropa in Kultur, überwiegend als Kübelpflanze, seltener im Freiland.S chon in der Antike wurde der Rosmarin vielerorts als Aromastrauch im Mittelmeergebiet kultiviert. Auch heute noch gibt es große Anbaugebiete.

Es sind immergrüne, aromatische Sträucher, die basal verholzen und braune Äste haben. Die Laubblätter sind sitzend, schmal lineal, 1,5–4 cm lang, mit eingerolltem Rand, oberseits grün und unterseits weiß filzig.

Die Blüten sind gestielt, meist hellblau, gelegentlich rosafarben, weiß oder dunkelblau, bis 12 mm lang und weisen 2 weit heraus ragende Staubblätter auf.


Abb. 1 Blüten von Rosmarinus officinalis an einem Wegesrand am Monte Nai, Costa Rei, Sardinien, 17.10.2016, 95 m, 39° 15' 45 N, 09° 34' 02 O
Abb. 2 Blüten von Rosmarinus officinalis an einem Wegesrand am Monte Nai, Costa Rei, Sardinien, 17.10.2016, 95 m, 39° 15' 45 N, 09° 34' 02 O
Abb. 3 Angebauter Strauch des Rosmarinus officinalis am Kurt-Rieger-Weg auf Norderney, 04.03.2026, 6 m, 53° 42' 39 N, 07° 10' 11 O
Abb. 4 Fast weiße Blüten von Rosmarinus officinalis in einem Privatgarten auf Norderney, 04.03.2026
Abb. 5 Blühender Strauch des Rosmarinus officinalis in der Macchie am Monte Ruju bei Golfo Aranci, Sardinien, 06.04.2018, 177 m, 40° 59' 50 N, 09° 38' 14 O
Abb. 6 Blühender Rosmarinus officinalis in der Macchie am Monte Ruju bei Golfo Aranci, Sardinien, 06.04.2018, 177 m, 40° 59' 50 N, 09° 38' 14 O
Abb. 7 Hellblau blühender Strauch von Rosmarinus officinalis am Straßenrand nahe Argèles sur Mer, Südfrankreich, 11.10.2005
Abb. 8 Strauch des Rosmarinus officinalis in der Macchie oberhalb von La Vall, Pyrenäen, Südfrankreich, 06.10.2005, 629 m, 42° 30' 14 N, 03° 01' 27 O


Der Gattungsname Rosmarinus L. stammt von lat. "ros marinus", auch "marinus ros", einer antiken Bezeichnung für den Rosmarinstrauch, ohne dass ein eindeutiges Benennungsmotiv darlegbar wäre. Das Epitheton officinalis kommt von lat. "officina" (= Werkstatt), im Sinne von Apotheke, beziehungsweise Offizin, und ergibt sich aus der arzneilichen, beziehungsweise aromatherapeutischen Nutzung der Pflanzen.

Rosmarinus officinalis ist bis Z 8 winterhart, sofern ein geschützter Standort gewählt wird, die Pflanzen sonnig und trocken stehen und der Boden abgemagert. Hilfreich ist zudem ein kalkhaltiger Boden. Wenn Pflanzen nach durchschnittlichen Wintern absterben, sind die Kulturbedingungen meist nicht ideal. Etablierte Pflanzen sollten weder genossen noch gedüngt werden. Leichter Schnitt während der Saison hält den Rosmarin kompakt und dicht. In den Gartenmärkten werden zahlreiche Sorten angeboten, die sich hinsichtlich Habitus, Kronfarbe und Robustheit unterscheiden. Einen "superharten" Rosmarin gibt es bisher darunter nicht und es ist immer mal wieder mit Ausfällen zu rechnen, zumal die Lebensdauer der Sträucher auch am Naturstandort oft nicht sehr lange ist. Die Blütezeit im Mitteleuropa ist von Mai bis Juli.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Jäger, E. J., Ebel, F., Hanelt, P. & Müller, G. K. 2007: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Nutz- und Zierpflanzen. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 874 S.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. 2002: Kosmos Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. – Kosmos-Verlag, Stuttgart, 303 S.


Zitiervorschlag: Lorek, M. 2026: Rosmarinus officinalis. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/rosmarinus-officinalis.html am Tg.Mo.Jahr.