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Agave havardiana Trel.
Havards Agave, Agavaceae - Agavengewächse
                  auch: Asparagaceae - Spargelgewächse
Sommer-Herbstblüher, IV–VIII, 50–140 cm im Durchmesser, immergrün, mehrjährig

Havards Agave stammt aus Mexiko (Nord-Coahuila und Nord-Chihuahua) und Texas (Big Bend-Region), wo die Pflanzen in Felshabitaten, der Prärie, Strauch-Wüsten, Eichen- und Kiefernwäldern, häufig auf Kalkstein in Höhen von 1.200–2.000 m über NN wachsen. Es sind bewehrte Agaven ohne Stammbildung und zumeist mit einzelnen, offenen Blattrosetten, selten Ableger bildend. Die Rosetten sind bis 0,8 m hoch und 1,5 m im Durchmesser. Die Laubblätter sind steif, eiförmig-lanzettlich, spitz zulaufend, unterseits abgerundet, oberseits konkav, 30–60 cm lang, 15–20 cm breit, grau-grün bis hellgrün, selten gelblich, mit zahlreichen starren randständigen Zähnen, von denen die obersten gerade sind, die anderen zurück gebogen, bis 1 cm lang, im Abstand von 1,5–2 cm. Die Blattspitze ist steif, gerade oder etwas gebogen, dunkel braun bis gräulich, 3–5(–10) cm lang und setzt sich meist in den Blattrand als verhornte Randstreifen fort. Der Blütenstand ist aufsteigend bis aufrecht, 2–4 m hoch, rispenförmig und besteht aus 12–20 großen Teilblütenständen ohne Bulbillen. Die Einzelblüten sind 68–88 mm lang, mit gelben Perigonblättern, die zu einer 14–22 mm langen Röhre verwachsen sind und 18–24 mm lange, ungleiche Lappen aufweisen. Später bilden sich länglich ovale, bis 5,7 cm lange Kapselfrüchte. Siehe auch Gattung Agave L.

Agave havardiana neigt zur Hybridisierung, insbesondere mit der häufigen A. lecheguilla Torr., deren Hybriden als A. ×glomeruliflora (Engelm.) A. Berger oder A. lecheguilla fo. glomeruliflora (Engelm.) Trel. firmieren. Gelegentlich sind im Handel auch Hybriden mit A. salmiana Otto ex Salm-Dyck zu erwerben.


Abb. 1 Noch relativ junge Agave havardiana in einem Privatgarten nahe Faro, Algarve, Portugal, 27.10.2001 Abb. 2 Agave havardiana an einem vor Feuchtigkeit geschützten Standort in einem Privatgarten am Niederrhein, 03.11.1999

Abb. 3 Putative Hybride von Agave havardiana × salmiana mit Winterschäden, Privatgarten in Bad Deutsch Altenburg, Niederösterreich, 02.04.2017 Abb. 4 Kräftiges Exemplar der Agave havardiana im Verkehrskreisel des Exotenprojekts Leverkusen-.Rheindorf, 17.03.2012


Der Gattungsname Agave L. leitet sich ab von gr. "agauos" (= edel, prachtvoll) und beschreibt den Habitus der Pflanzen, besonders wegen der zu Linnés Zeit häufig in Europa kultivierten A. americana L., die ja zu den größeren der Gattung gehört. Das Epitheton havardiana wurde zu Ehren von Valery Havard (1846–1917) etabliert, einem amerikanischen Armeearzt, der bei mehreren Expeditionen im Zentrum und Südwesten der USA Pflanzen studierte.

Agave havardiana ist eine sehr attraktive, grau-grüne Agave, die in der Regel Einzelrosetten ohne Ableger formt. Die Frosttoleranz dürfte bis –18 °C reichen, jedoch reagiert sie empfindlich auf winterliche Feuchtigkeit und neigt dann zum Pilzbefall. Im mitteleuropäischen Freiland sollte auf jeden Fall ein gut drainierter Stand, geschützt vor Niederschlägen und mit hoher Jahreswärmesumme ausgewählt werden. Alternativ ist es eine sehr dekorative Kübelpflanze, die gut im kalten Gewächshaus überwintert werden kann.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Thiede, J. 2001: Agavaceae. In: Eggli., U: Illustrated Handbook of Succulent Plants: Monocotyledons. – Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, New York, 5–101.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Agave havardiana. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/agave-havardiana.html am Tg.Mo.Jahr.

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