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Agave potatorum Zucc.
  synonym: Agave saundersii Hook. f.
                 Agave scolymus Karw. ex Salm-Dyck
                 Agave verschaffeltii Lem.
Mezcal-Agave, Agavaceae - Agavengewächse
             auch: Asparagaceae - Spargelgewächse
Herbstblüher, IX–XII, 30–40 cm im Durchmesser, immergrün, mehrjährig

Die Mezcal-Agave stammt aus Mexiko (Oaxaca, Puebla), wo die Pflanzen in Eichen-Kiefern-Wäldern in Höhen von 1.240–2.300 m über Meereshöhe wachsen. Sie bildet kompakte oder lockere, eher kleinere, symmetrische Rosetten mit 50–80 Laubblättern, selten mehr. Gelegentlich ist Ausläuferbildung über das Rhizom zu beobachten. Die Laubblätter sind eiförmig bis lanzettlich, 25–40 cm lang, 9–18 cm breit, grau-blau bis grün, flach oder kahnförmig, mit gewellten oder tief ausgezackten Rändern mit warzenartigen Erhebungen. Die randständigen Zähne stehen 1–3 cm voneinander entfernt auf schlanken, gebogenen Höckern, sind 5–10 mm lang und kastanien-braun bis grau-braun. Der terminale Dorn ist 3–4,5 cm lang, ebenfalls kastanien-braun bis grau-braun, spitz stechend und abgeflacht bis breit gefurcht. Der Blütenstand ist 3–6 m hoch und rispenförmig mit 15–30, schmal kompakten Teilblütenständen im oberen 1/4–1/2 und rötlichen bis purpurfarbenen Hochblättern. Die Blüten sind schlank, 5,5–8 cm lang, mit hell grünen bis gelblichen, röhrenförmigen bis zylindrischen Perigonblättern, die ungleich gelappt sind. Später bilden sich 4–5,5 cm lange, 3-kammerige Kapselfrüchte, die 6–7 mm lange, kahle, schwarze Samen enthalten. Siehe auch Gattung Agave L.

Die Mezcal-Agave ist ausgeprochen vielgestaltig und es wurde eine Plethora an infraspezifischen Taxa beschrieben. Sie wird wegen der auffälligen Architektur häufig in warmen Regionen angebaut, aber auch in winterkalten Klimagebieten öfters als Topfpflanze kultiviert, weil sie nur moderate Größen erreicht.


Abb. 1 Agave potatorum mit breiten, eiförmigen Laubblättern in einem Privatgarten in Eppan, Südtirol, 29.10.2019 Abb. 2 Exemplar der Agave potatorum in einem Privatgarten in Eppan, Südtirol, 29.10.2019

Abb. 3 Pflanze der Agave potatorum mit eher breit lanzettlichen Laubblättern in einem Privatgarten in Eppan, Südtirol, 29.10.2019


Der Gattungsname Agave L. leitet sich ab von gr. "agauos" (= edel, prachtvoll) und beschreibt den Habitus der Pflanzen, besonders wegen der zu Linnés Zeit häufig in Europa kultivierten A. americana, die zu den größeren der Gattung gehört. Das Epitheton potatorum stammt von lat. "potara" (= trinken, saufen), zu "potator" (= Trinker), da aus dem zuckerhaltigen Saft der Art der Mezcal-Schnaps hergestellt wird.

Folgt man Berichten aus Nordamerika ist die Mezcal-Agaveoll nur wenig frostresistent und sollte wohl als Topfpflanze gehalten werden. Es ist empfehlenswert, die Pflanzen absolut trocken im kühlen Wintergarten oder Kaltgewächshaus frostfrei zu überwintern.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Irish, G. & Irish, M. 2000: Agaves, Yuccas, an Related Plants. A Gardener's Guide. – Timber Press, Portland, Oregon,  312 S.
Thiede, J. 2001: Agavaceae. In: Eggli., U: Illustrated Handbook of Succulent Plants: Monocotyledons. – Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, New York, 5–101.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2020: Agave potatorum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/agave-potatorum.html am Tg.Mo.Jahr.

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