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Agave utahensis Wooton & Standl.
synonym:
  Agave eborispina Hester
  Agave haynaldii var. utahensis (Engelm.) Terracciano
  Agave kaibabensis McKelvey
  Agave nevadensis (Engelm. ex Greenm. & Roush) Hester
  Agave newberryi Engelm.
  Agave scaphoidea Greenm. & RoushA
  Agave utahensis var. kaibabensis (McKelvey) Breitung
Utah-Agave, Agavaceae - Agavengewächse
  auch: Asparagaceae - Spargelgewächse
Vollfrühlinglüher, V–VI, 25–40 cm im Durchmesser, immergrün, mehrjährig

Die Utah-Agave stammt aus den USA (Arizona, Kaliforniene, Nevada, Utah) und möglicherweise auch Mexiko (Coahuila?), wo die Pflanzen in Felshabitaten, der Prärie, lichten Wäldern und Strauch-Wüsten auf 1.000–1.700 m über Meereshöhe wachsen. Die var. kaibabensis umfasst den am nördlichsten vorkommenden Standort der Gattung.

Es sind bewehrte Agaven ohne oder mit geringer Stammbildung, die kleine, kompakte Horste aus mehreren Rosetten bildet. Die Rosetten sind 18–30 cm hoch und 25–40 cn im Durchmesser. Die 70–80 Laubblätter sind gerade oder sichelförmig, linealisch bis lanzettlich, spitz zulaufend mit grauem bis braunem, 2–4 cm langem, etwas herab laufendem Enddorn, unterseits abgerundet, oberseits konkav, 15–30 cm lang, 1,5–3 cm breit, gelbgrün bis blaugrün; mit zahlreichen randständigen, 1–2,5 cm voneinander entfernten, grauen, an der Basis ringförmig braunen, 2–4 mm langen Zähnen. Der Blütenstand ist aufrecht, oft leicht bogig, 2–4 m hoch, rispenförmig und besteht aus zahlreichen Teilblütenständen in der oberen Hälfte des Blütenstandes, die jeweils 2-8 büschelige Einzelblüten ohne Bulbillen tragen. Die Einzelblüten sind sitzend, 25–31 mm lang, krugförmig, mit gelben Perigonblättern, die zu einer 2,5–4 mm langen Röhre verwachsen und weisen 9–12 mm lange, gleiche Lappen auf. Später bilden sich gestielte, längliche, eiförmige, 1–2,5 cm lange Kapselfrüchte mit 2–4 mm langen, schwarzen Samen. Siehe auch Gattung Agave L.

Mehrere Autoren akzeptieren die var. kaibabensis als einziges gültiges infraspezifisches Taxon. Es zeichnet sich aus durch kurze Stammbildung, einen mit 40–60 cm größeren Durchmesser der meist solitären Rosetten, 30–50 cm lange und 3–5 cm breite Laubblätten und 3,5–5 m hohe Blütenstände.


Abb. 1 Exemplar einer Agave utahensis in einem Privatgarten in Wuppertal, Sommer 2002
Abb. 2 Exemplar einer Agave utahensis in einem Privatgarten in Hüffelsheim, Rheinland-Pfalz, 05.08.2023
Abb. 3 Agave utahensis am südlichen Rand des Grand Canyon, Arizona, USA, 07.02.2008
Abb. 4 Exemplar einer Agave utahensis in einem Canyon bei Sedona, Arizona, USA, 06.02.2008
Abb. 5 Exemplar einer Agave utahensis in einem Canyon bei Sedona, Arizona, USA, 06.02.2008
Abb. 6 Topfpflanze einer var. eborispina in einem Privatgarten, 17.02.2002
Abb. 7 Exemplar einer Agave utahensis in einem Privatgarten, 17.02.2002


Der Gattungsname Agave L. leitet sich ab von gr. "agauos" (= edel, prachtvoll) und beschreibt den Habitus der Pflanzen, besonders wegen der zu Linnés Zeit häufig in Europa kultivierten A. americana L., die ja zu den größeren der Gattung gehört. Das Epitheton utahensis bezieht sich auf den Naturstandort im Bundesstaat Utah.

Agave utahensis ist eine attraktive, kleiner bleibende Agave mit ungewöhnlich langen Enddornen. Die Frosttoleranz ist sehr gut, jedoch reagiert sie empfindlich auf winterliche Feuchtigkeit. Im mitteleuropäischen Freiland sollte auf jeden Fall ein gut drainierter Standort, geschützt vor Niederschlägen und mit hoher Jahreswärmesumme ausgewählt werden. Alternativ ist es eine sehr dekorative Kübelpflanze, die problemlos im kalten Gewächshaus überwintert werden kann.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Thiede, J. 2001: Agavaceae. In: Eggli., U: Illustrated Handbook of Succulent Plants: Monocotyledons. – Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, New York, 5–101.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2024: Agave utahensis. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/agave-utahensis.html am Tg.Mo.Jahr.