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Allium vineale L.
  synonym: Getuonis vinealis (L.) Raf.
                 Porrum vineale (L.) Schur
Weinberg-Lauch, Alliaceae - Lauchgewächse
                auch: Amaryllidaceae - Amaryllisgewächse
Sommerblüher, VI–VIII, 30–70 cm hoch, vorsommergrün, mehrjährig

Der Weinberg-Lauch tritt in Mitteleuropa verbreitet bis zerstreut auf und wird im Bergland und den Hochebenen seltener. Er besiedelt offene, ruderale Standorte an Wegrändern, Weinberge, Kalkaufschlüsse und die Küstendünen, gerne auf kalk- oder basenhaltigen Böden. Es sind vorsommergrüne Pflanzen, die zur Blüte- und Fruchtzeit im Sommer oft nicht mehr beblättert sind. Die Stängel sind rund und hart. Die Blätter sind besonders in den oberen Bereichen röhrig, oberseits rinnig und haben an der den Stängel umfassenden Scheide ein Blatthäutchen. Der Blütenstand ist eine Scheindolde, die anfangs von einer 1-blättrigen Scheindoldenhülle umschlossen ist. Die Scheindoldenhülle ist lang zugespitzt. Die Scheindolden sind mit vielen, violett-farbenen Brutzwiebeln (Bulbillen) besetzt. Dazwischen erscheinen einzelne, öfters auch gar keine, hell purpurfarbene, grüne oder weiße Blüten.


Abb. 1 Stängelbasis beim Allium vineale, thermophiler Saum im Vogelsang-Bachtal, Heiligenhaus, 06.07.2016, 135 m, 51° 20' 21 N, 06° 57' 32 O Abb. 2 Typischer Standort des Allium vineale in einem Halbtrockenrasen im Vogelsang-Bachtal, Heiligenhaus, 06.07.2016, 135 m, 51° 20' 21 N, 06° 57' 32 O

Abb. 3 An der Blattscheide findet sich beim Allium vineale ein Blatthäutchen, Trockensaum im Vogelsang-Bachtal, Heiligenhaus, 06.07.2016, 137 m, 51° 20' 22 N, 06° 57' 32 O Abb. 4 Gar nicht so selten finden sich an den Scheindolden des Allium vineale ausschießlich Brutzwiebeln, Wegrand am Igeler-Hof im Strunde-Tal, Herrenhausen, Bergisches Land, 16.06.2018, 190 m, 50° 00' 07 N, 07° 10' 00 O

Abb. 5 Unreifes Scheindoldenköpfchen des Allium vineale mit der 1-blättrigen Scheindoldenhülle und dem langen Zipfel, Trockensaum im Vogelsang-Bachtal, Heiligenhaus, 06.07.2016, 137 m, 51° 20' 22 N, 06° 57' 32 O Abb. 6 Scheindoldenköpfchen des Allium vineale mit Blüten und Brutzwiebeln, Böschung in den Weinfeldern bei Achkarren, Kaiserstuhl, 29.05.2018, 300 m, 48° 04' 26 N, 07° 37' 42 O

Abb. 7 Individuenreicher Bestand des Allium vineale in der vegetativen im Frühling. Frisch aufgeschütteter, halbschattiger Saum an einem Entwässerungsgraben an der Akademie Mont Cenis in Herne-Sodingen, 22.04.2018, 72 m, 51° 32' 33 N, 07° 15' 07 O


Der Gattungsname Allium L. leitet sich ab von lat. "allium" (= Knoblauch) und verweist auf die Ähnlichkeit von Geruch und Geschmack mit jenem. Das Art-Epitheton vineale stammt von lat. "vinea" (= Weinberg), nach dem Fundort der Pflanzen.

Allium vineale wird nur gelegentlich als Gartenpflanze angebaut. Dabei wäre es eine gute Ergänzung nicht nur für den naturnahen Garten, sondern auch in der Exotenpflanzung. Denn zweifellos sind es in der Blüte- und Fruchtzeit dekorative Pflanzen. Empfehlenswert ist ein Platz im Steingarten oder Alpinum, unbeschattet, am besten basen- oder kalkreich und nicht allzu trocken.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2019: Allium vineale. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/allium-vineale.html am Tg.Mo.Jahr.

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