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Arum pictum L. f.
   synonym: Arum balearicum Buc'hoz
                  Arum corsicum Loisel.
                  Arum orientale ssp. orientale M. Bieb.
                  Gymnomesium pictum (L. f.) Schott
Bunter Aronstab, Korsischer Aronstab, Araceae - Aronstabgewächse
Herbstblüher, IX–XI, 20–50 cm hoch, wintergrün, mehrjährig

Der Bunte Aronstab stammt von den westmediterranen Inseln Korsika, Mallorca, Menorca, Sardinien und der Westküste Italiens. Meist wachsen die Pflanzen küstennah in der Garrique, lichten Wäldern oder der Macchie. Durch Urbanisierung der Küsten sind die Bestände abnehmend. Auffällig beim Bunten Aronstab ist die Blattbildung im Herbst und Winter. Zum Sommer ziehen die Pflanzen ein, das heißt, beim Arum pictum liegt ein echte wintergrüne Pflanze vor. Die Blätter sind ungefleckt, mit schwacher Weißfärbung der Nervatur, pfeilförmig, bis 30 cm lang und 15 cm breit, grün, später gelblich grün, wenig gefleckt. Die Blütenscheide (= Spatha) ist segelförmig, bis 19 cm lang und 6,5 cm breit, außen grünlich und innen purpur-braun. Der Kolben (= Spadix) ist purpur-schwarz, bis 13 cm lang und zylindrisch. An der Basis des Kolbens finden sich 3 Gruppen von quirlständigen Blüten: oben die borstigen Staminoden (staubblattähnliches, steriles Organ), mittig die kleinen männlichen Blüten und zu unterst die größeren weiblichen Blüten. Zum Herbst erscheinen rundliche, leuchtend rote, 5–11 mm große Beeren, ähnlich des einheimischen Arum maculatum L. Botanisch gehört die Gattung Arum L. zu den einkeimblättrigen Pflanzen (Monokotyledone). Anatomie der Blüte und Frucht sind ähnlich des A. maculatum.


Abb. 1 Die pfeilförmigen, nur wenig gezeichneten Blätter des Arum pictum auf gestörter Fläche an der Kapelle San Pietro in Simbranos bei Bulzi, Sardinien, Italien, 24.10.2017, 116 m, 40° 50' 05 N, 08° 51' 05 O Abb. 2 Die Laubblätter von Arum pictum erscheinen im Herbst und überdauern den Winter. Privatgarten bei Putte, Belgien, 30.10.2016

Abb. 3 Fruchtende Pflanze des Arum pictum in einem Strauchsaum bei Golfo Aranci am Capo Figari, Sardinien, 03.04.2018, 4 m, 40° 59' 14 N, 09° 38' 51 O Abb. 4 Laubblätter von Arum pictum in einem Strauchsaum bei Golfo Aranci am Capo Figari, Sardinien, 03.04.2018, 4 m, 40° 59' 14 N, 09° 38' 51 O

Abb. 5 Fruchtstand des Arum pictum mit noch unreifen, grünen Früchten. Strauchsaum bei Golfo Aranci am Capo Figari, Sardinien, 03.04.2018, 4 m, 40° 59' 14 N, 09° 38' 51 O


Der Gattungsname Arum stammt vom gr. = "aron" ab und ist unklarer Herkunft, bezog sich nach mehreren griechischen Gelehrten auf eine Reihe von Gattungen wie Arum, Dracunculus Mill. oder Colocasia Schott. Erst später erfolgte der biblische Konnex auf den grünenden Stab Aarons (4. Moses 17, 23), dem auch das Benennungsmotiv des deutschen Namens zugrunde liegt. Das Epitheton pictum stammt von lat. "pictus" (= bunt, bemalt), nach der farbenfrohen Spatha.

Für den Garten ist Arum pictum eine dekorative Art mit buntem Hochblatt. Die im Winter erscheinenden Blätter kommen an halbschattigen, feucht humosen Stellen unter Sträuchern oder Bäumen am besten zur Geltung, vertragen aber auch sonnige und eher trockenere Stellen. Wie beim Italienischen Aronstab, Arum italicum Mill., dürften die Pflanzen in den wintermilden Regionen winterhart sein, während sie in kälteren Regionen von einer Mullauflage profitieren. Ist ein Ausbreiten der Pflanzen unerwünscht, sollten im Herbst die Fruchtstände abgeschnitten werden. Ableger können problemlos abgestochen werden. Als echte wintergrüne Pflanze bietet sich ein Standort im Garten an, der im Winter nur wenig Optisches zu bieten hat. Hilfreich dürfte ein basen- oder kalkreicher Boden sein.

Referenzen
Duddington, C. L. 1972: Baupläne der Plfanzen. – Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main, 323 S.
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Arum pictum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/arum-pictum.html am Tg.Mo.Jahr.

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