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Ballota nigra L.
Schwarznessel, Stinkandorn, Schwarzer Gottvergess, Lamiaceae (= Labiatae) - Lippenblütler
Sommerblüher, VI–IX, 30–90 cm hoch, halbimmergrün, mehrjährig, kurzlebig

Die Schwarznessel tritt in Mitteleuropa selten bis gemein auf, mit Schwerpunkt im östlichen und zentralen Mitteleuropa, im Nordwesten ist sie selten oder fehlt ganz. Ursprünglich stammt die Art aus dem südeuropäisch-westasiatischen Raum und ist seit dem Altertum in Mitteleuropa eingebürgert (Archäophyt). In Nordamerika ist die Art ebenfalls eingebürgert. Bevorzugt siedeln die Pflanzen an Wegrändern, gestörten Flächen in Siedlungen und Ruderalstandorten.

Die Pflanzen riechen unangenehm und bilden ein Rhizom mit Erneuerungsknospen am Wurzelhals (Pleiokormstaude), aus dem 1 oder mehrere Stängel entspringen. Die Stängel sind aufsteigend bis aufrecht, ästig verzweigt, weichhaarig oder selten kahl, kantig und oft braunviolett unterlaufen. Die Laubblätter sind gegenständig, gestielt, eiförmig, unregelmäßig gekerbt, beidseits behaart, oberseits verkahlend, 3–7 cm lang und 1,5–3,5 cm breit. Die Blüten stehen zu 4–10 in Scheinquirlen, sind purpurfarben, selten weiß und 1–1,5 cm lang. Die Kelche sind zu einer 5–7 mm langen Röhre verwachsen und haben bis 6,5 mm lange Zähne.


Abb. 1 Eiförmiges, behaartes und gekerbtes Laubblatt der Ballota nigra in einem Privatgarten, 11.07.2021 Abb. 2 Die Blüten der Ballota nigra sind purpurfarben und stehen in 4–10-blütigen Scheinquirlen, Privatgarten, 11.07.2021

Abb. 3 Ballota nigra gegen Ende eines trockenen Sommers. Am Kiesufer des Rheins bei Düsseldorf-Hamm, 09.08.2009, 31 m, 51° 11' 23 N, 06° 43' 59 O Abb. 4 Die Blüten der Ballota nigra sind purpurfarben und haben lang gezähnte Kelche, Privatgarten, 11.07.2021

Abb. 5 Blühende Pflanzen der Ballota nigra in den wechselfeuchten Wiesen des Mönchbruch von Mörfelden und Rüsselsheim, Rüsselsheim am Rhein, 18.08.2021, 91 m, 49° 58' 42 N, 08° 30' 24 O Abb. 6 Obere Sprossachse der Ballota nigra mit langen Zähnen an den Kelchen, Privatgarten, 11.07.2021

Abb. 7 Behaarter, kantiger Stängel der Ballota nigra mit gegenständigen Laubblättern, Privatgarten, 11.07.2021


Die Etymologie des Gattungsnamens Ballota L. ist nicht gesichert, gr. "ballo" (= werfen, zurückweisen). Möglicherweise spielt der Geruch der Pflanze eine Rolle. Das Epitheton nigra leitet sich ab von lat. "niger" (= schwarz) und könnte auf die im trockenen Zustand schwarzen Blätter zurück zu führen sein.

Ballota nigra wird nur selten als Gartenpflanze angebaut, da ihr die Konnotation als Unkraut anhaftet. Dabei können blühende Bestände durchaus attraktiv sein oder eine Ergänzung im naturnahen Garten darstellen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S..
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2021: Ballota nigra. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/ballota-nigra.html am Tg.Mo.Jahr.

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