Calicotome villosa (Poir.) Link
synonym: Calicotome spinosa ssp. villosa (Poir.) Rouy
Spartium villosum Poir.
Behaarter Dornginster, Behaarter Geißklee, Fabaceae - Hülsenfruchtgewächse
Erstfrühlingblüher, I–V, 50–300 m hoch, (halb-)immergrün, mehrjährig
Calicotome villosa stammt aus dem Mittelmeergebiet. Bevorzugt siedelt der Behaarte Dornginster in den Macchien und auf gestörten Flächen wie Lichtungen, nach Rodungen oder Bränden. Zumeist finden sich die Pflanzen auf sauren Böden. Es sind aufsteigende oder aufrechte, sparrig verzweigende, später oft überhängende Sträucher, die zumeist winter- bis vorsommergrün oder bei entsprechendem Wasserangebot auch immergrün sind. Beim Anbau in Mitteleuropa sind die Pflanzen sommergrün. Die Sprossachsen sind dornig, mit jungen, behaarten Zweigen, später kahl. Die Laubblätter sind trifoliat, gestielt, mit verkehrt eiförmigen Abschnitten und unterseits dicht silbrig behaart. Die Blüten sind goldgelb, 12–18 mm lang und stehen zu 2–15 in blattlosen Trauben. Wie allen Arten der Gattung Calicotome Link, reisst der Kelch in der Anthese auf und der obere Teil des Kelches bleibt eine zeitlang als "Hütchen" auf der Krone stecken. Die Kelche sind silbrig behaart. Später bilden sich dicht zottig und seidig behaarte, 2–4 cm lange Hülsenfrüchte mit verdickter Naht. Siehe auch Mediterrane Ginster.


Der Gattungsname Calicotome Link leitet sich ab von gr. "calyx" (= Kelch, Becher) und gr. "tome" (= Schnitt), nach den sich teilenden Kelchen während der Anthese = "Kelchzerteiler", bei denen der obere Teil des Kelches eine zeitlang als Hütchen auf der Krone sitzen bleibt; dem entscheidenden Merkmal der Gattung. Das Art-Epitheton villosa stammt von lat. "villosus" (= zottelig, rauh), nach den weich behaarten Zweigen.
Calicotome villosa wird nur wenig in Mitteleuropa angebaut. Die Winterhärte ist nicht eindeutig getestet, dürfte aber wohl für die wintermilden Regionen ausreichend sein. Ideal ist ein sonniger, warmer Platz, am besten auf abgemagertem, saurem Boden.
Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Polunin, O. & Smythies, B. E. 1997: Flowers of South-West Europe. – Oxford University Press, Oxford, New York, 480 S.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. 2002: Kosmos Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. – Kosmos-Verlag, Stuttgart, 303 S.
Zitiervorschlag: Lorek, M. 2019: Calicotome villosa. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/calicotome-villosa.html am Tg.Mo.Jahr.