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Carlina vulgaris L.
Gewöhnliche Golddistel, Kleine Eberwurz, Asteraceae (= Compositae) - Korbblütler
Hochsommerblüher, VII–IX, 15–60 cm hoch, immergrün, zwei-, mehrjährig, kurzlebig

Die Gewöhnliche Golddistel tritt in Mitteleuropa überwiegend zerstreut auf, im nördlichen Flachland ist sie selten oder fehlt ganz. Das Verbreitungsgebiet reicht von Südeuropa bis nach Russland. Bevorzugt siedelt siedelt auf Trocken- und Halbtrockenrasen, sowie nährstoffarmen Wiesen der Mittelgebirge und Ruderalstandorte in Steinbrüchen oder Kiesgruben; gerne auf Kalk.Es sind immergrüne, mehrjährige, manchmal kurzlebige Pflanzen mit mehr oder weniger sparrig krausen, fiederlappigen bis fiederschnittigen Blättern. Die Stängelblätter werden nach oben hin kleiner und breiter, die oberen sind eiförmig bis länglich, mit derben, kurz zugespitzten Dornen. Die Gesamtblütenstände sind traubig bis rispig, bestehen aus einem oder vielen Blütenköpfen, die einen Durchmesser von 1,5–2,5 cm haben. Die zungenförmigen inneren Hüllblätter sind strohgelb und 1–2 cm lang. Bei feuchtem Wetter biegen sie sich nach innen, um den Blütenstand zu schützen, bei trocken-warmem Wetter und Sonnenschein biegen sie sich wieder nach außen. Die Röhrenblüten sind gelblich, an der Spitze purpurfarben.


Abb. 1 Noch geschlossener Blütenstand der Carlina vulgaris, Steinbruch Hahn in Aachen-Hahn, 01.08.2015, 265 m, 50° 42' 25 N, 06° 11' 26 O Abb. 2 Blühende Pflanze der Carlina vulgaris, Steinbruch Hahn in Aachen-Hahn, 01.08.2015, 264 m, 50° 42' 27 N, 06° 11' 32 O

Abb. 3 Carlina vulgaris-Pflanze in einer Felsflur am Schlangenberg bei Breinig, nahe Aachen, 01.08.2012, 264 m, 50° 44' 16 N, 06° 14' 36 O Abb. 4 Geöffnetes Blütenkörbchen der Carlina vulgaris, auf dem Finkenberg bei Lengerich, 31.08.2019, 154 m, 52° 11' 10 N, 07° 53' 26 O

Abb. 5 Die inneren Hüllblätter "öffnen" das Blütenköpfchen bei Wärme und Sonne. Carlina vulgaris, Steinbruch Hahn in Aachen-Hahn, 01.08.2015, 264 m, 50° 42' 27 N, 06° 11' 32 O Abb. 6 Pflanze der Carlina vulgaris in einer Kalkfelswand bei Urft-Steinfeld im Urft-Tal, Eifel, 03.08.2016, 440 m, 50° 30' 50 N, 06° 36' 36 O

Abb. 7 Blütenköpfchen von Carlina vulgaris in einer Kalkfelswand bei Urft-Steinfeld im Urft-Tal, Eifel, 10.08.2016, 440 m, 50° 30' 50 N, 06° 36' 36 O Abb. 8 Blütenkörbchen der Carlina vulgaris mit einzelnen an der Spitze purpurfarbenen Röhrenblüten. Finkenberg bei Lengerich, 31.08.2019, 154 m, 52° 11' 10 N, 07° 53' 26 O


Der Gattungsname Carlina L. wurde schon vorlinnäisch gebraucht, stammt von lat. "carduus" (= Distel) und wurde später aus einem oberitalienischen Dialekt abgeleitet, ital. "Carlina" (= Eberwurz); die Art wird heute noch "Carlina bianca" genannt. Auch in anderen Sprachen gibt es die selbe Wurzel, span. "carlina", frz. "carline". Das Epitheton vulgaris stammt von lat. "vulgaris" (= allgemein bekannt, gewöhnlich).

Carlina vulgaris sind dekorative, immergrüne einheimische Pflanzen für den Steingarten oder das sonnige Alpinum. Wichtig ist ein offener Standort, auch trocken, da die Pflanzen problemlos langwierige Trockenperioden überstehen. Kalkhaltig sollte der Standort sein.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2019: Carlina vulgaris. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/carlina-vulgaris.html am Tg.Mo.Jahr.

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