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Cirsium eriophorum (L.) Scop.
Wollkopf-Kratzdistel, Asteraceae (= Compositae) - Korbblütler
Hochsommerblüher, VII–IX, 80–180 cm hoch, immergrün, zweijährig

Die Wollkopf-Kratzdistel tritt in Mitteleuropa selten bis verbreitet auf, mit Schwerpunkt in den zentralen collinen bis submontanen Regionen. Ihr Verbreitungsgebiet ist europäisch. Überwiegend siedelt sie auf Ruderalstandorten, an Wegrändern, auf Magerweiden, Waldschlägen und Halbtrockenrasen, gerne auf basischen Böden.

Die Pflanzen bilden eine Rübenwurzel und im ersten Jahr eine überwinternde basale Blattrosette. Die Stängel sind aufrecht, im oberen Bereich verzweigt, ungeflügelt und wollig behaart. Die Laubblätter sind sitzend, länglich eiförmig bis lanzettlich, tief fiederspaltig, steif, oberseits grün und dornig bis steifhaarig, unterseits dicht weißfilzig; die Blattabschnitte sind lanzettlich und in einen kräftigen, gelben Dorn auslaufend. Die Blütenköpfchen stehen einzeln oder zu wenigen, sind sehr groß, 4–7 cm im Durchmesser, tragen nur Röhrenblüten und haben eine dicht spinnwebig, wollig behaarte Blütenhülle. Die Einzelblüten sind purpurfarben und 2,5–4,5 cm lang. Wie bei allen Arten der Gattung bilden sich Früchte mit gefiederten "Fallschirmen" (= Pappus).


Abb. 1 Unteres Laubblatt von Cirsium eriophorum auf einer Mahdwiese auf dem Jakobsberg, Ockenheim, Rheinland-Pfalz, 18.09.2021, 262 m, 49° 55' 54 N, 07° 58' 42 O Abb. 2 Steifhaarige Laubblatt von Cirsium eriophorum mit gelben Enddornen. Mahdwiese auf dem Jakobsberg, Ockenheim, Rheinland-Pfalz, 18.09.2021, 262 m, 49° 55' 54 N, 07° 58' 42 O

Abb. 3 Unterseits sind die Laubblätter von Cirsium eriophorum weißfilzig. Mahdwiese auf dem Jakobsberg, Ockenheim, Rheinland-Pfalz, 18.09.2021, 262 m, 49° 55' 54 N, 07° 58' 42 O Abb. 4 Blattrosette des Cirsium eriophorum auf einer Mahdwiese auf dem Jakobsberg, Ockenheim, Rheinland-Pfalz, 18.09.2021, 216 m, 49° 55' 56 N, 07° 58' 23 O

Abb. 5 Wollig behaarte Blütenhülle des Cirsium eriophorum auf einer Mahdwiese auf dem Jakobsberg, Ockenheim, Rheinland-Pfalz, 18.09.2021, 262 m, 49° 55' 54 N, 07° 58' 42 O Abb. 6 Geöffnete Fruchtkörbchen von Cirsium eriophorum auf einer Mahdwiese auf dem Jakobsberg, Ockenheim, Rheinland-Pfalz, 18.09.2021, 262 m, 49° 55' 54 N, 07° 58' 42 O


Der Gattungsname Cirsium leitet sich ab von lat. "cirsion" (= distelförmige Pflanze). Wahrscheinlich ist dieser Name indogermanischen Ursprungs von der etymologischen Wurzel "kars-" (= Kratzen). Diese Wurzel findet sich bei anderen Gattungen der "Disteln" wieder: Carlina L. oder Carduus L. Das Art-Epitheton eriophorum stammt von gr. "erion" (= Wolle) und gr. "-phoros" (= -tragend), zu "wolltragend", nach den wollig behaarten Pflanzenteilen.

Cirsium eriophorum ist eine prächtig blühende Kratzdistel für den naturnahen oder exotischen Garten. Sie bevorzugt offene, magere Standorte, gerne auf basischen Böden, verträgt aber auch leicht saure Standorte.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2022: Cirsium eriophorum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/cirsium-eriophorum.html am Tg.Mo.Jahr.

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