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Cirsium tuberosum (L.) All.
Knollen-Kratzdistel, Asteraceae (= Compositae) - Korbblütler
Sommerblüher, VII–VIII, 30–120 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Knollen-Kratzdistel tritt in Mitteleuropa selten bis zerstreut auf, Richtung Norden fehlt sie zumeist. Ihr Verbreitungsgebiet ist europäisch. Überwiegend siedelt sie auf Feuchtwiesen, Halbtrockenrasen, an Grabenrändern oder in lichten Strauchgesellschaften, gerne auf basenreichen Böden.

Die Pflanzen haben spindelförmig verdickte Wurzeln. Die Stängel sind aufrecht, wenig verzweigt, ungeflügelt, im oberen Teil nur mit kleinen Laubblättern besetzt. Die Laubblätter sind länglich und mehr oder weniger tief fiederspaltig, beidseits grün, unterseits schwach spinnwebig-flaumig und ringsum ungleich dornig bewimpert. Die Blütenköpfchen stehen einzeln, sind 2–3,5 cm lang. Die Hüllblätter sind zerstreut spinnwebig filzig. Die Blütenkronen sind purpurrot, selten weiß oder rosafarben. Wie bei allen Arten der Gattung bilden sich Früchte mit gefiederten "Fallschirmen" (= Pappus).


Abb. 1 Früchte des Cirsium tuberosum, Nordostböschung auf dem Jakobsberg, Ockenheim, Rheinland-Pfalz, 18.09.2021, 259 m, 49° 55' 50 N, 07° 58' 28 O Abb. 2 Blütenköpfchen des Cirsium tuberosum, Nordostböschung auf dem Jakobsberg, Ockenheim, Rheinland-Pfalz, 18.09.2021, 259 m, 49° 55' 50 N, 07° 58' 28 O

Abb. 3 Ungeöffnetes Blütenköpfchen von Cirsium tuberosum mit den etwas spinnwebigen Hüllblättern, Nordostböschung auf dem Jakobsberg, Ockenheim, Rheinland-Pfalz, 18.09.2021, 259 m, 49° 55' 50 N, 07° 58' 28 O Abb. 4 Verzweigende Pflanze des Cirsium tuberosum, Nordostböschung auf dem Jakobsberg, Ockenheim, Rheinland-Pfalz, 18.09.2021, 259 m, 49° 55' 50 N, 07° 58' 28 O

Abb. 5 Laubblatt von Cirsium tuberosum, Nordostböschung auf dem Jakobsberg, Ockenheim, Rheinland-Pfalz, 18.09.2021, 259 m, 49° 55' 50 N, 07° 58' 28 O Abb. 6 Ungeflügelter, etwas spinnwebig-flaumiger Stängel von Cirsium tuberosum, Nordostböschung auf dem Jakobsberg, Ockenheim, Rheinland-Pfalz, 18.09.2021, 259 m, 49° 55' 50 N, 07° 58' 28 O


+Der Gattungsname Cirsium leitet sich ab von lat. "cirsion" (= distelförmige Pflanze). Wahrscheinlich ist dieser Name indogermanischen Ursprungs von der etymologischen Wurzel "kars-" (= Kratzen). Diese Wurzel findet sich bei anderen Gattungen der "Disteln" wieder: Carlina L. oder Carduus L. Das Art-Epitheton tuberosum stammt von lat. "tuberosus" (= höckerig, beulig), nach den spindelförmig verdickten Wurzeln.

Cirsium tuberosum ist eine einheimische Staude für den Wildgarten an sonniger Stelle auf basenreichen, nicht zu trockenen Böden.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2022: Cirsium tuberosum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/cirsium-tuberosum.html am Tg.Mo.Jahr.

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