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Clerodendrum trichotomum
Thunb.
  synonym: Siphonanthus trichotomum (Thunb.) Nakai
  invalid: Clerodendron trichotomum
Japanischer Losbaum, Lamiaceae - Lippenblütler
                         auch: Verbenaceae - Eisenkrautgewächse
Hochsommerblüher, VII–IX, 1,5–10 m hoch, sommergrün, mehrjährig

Der Japanische Losbaum ist ein laubabwerfender Strauch oder kleiner Baum aus Japan, China, Indien und Korea, wo er in Strauchgesellschaften bis in Höhen von 2.400 m über NN wächst.

Die Pflanzen wachsen als Solitäre oder in Herden, da sie Wurzelschösslinge bilden. Die Stämme sind anfangs aufrecht, später waagerecht bis überhängend, etagenförmig. Die Rinde ist weich, hellbraun und mit Korkwarzen (Lentizellen) besetzt. Die Laubblätter sind 5–16 cm lang, 2–13 cm breit, eiförmig, ganzrandig oder mit gesägtem Rand. Auffällig sind die über den Blättern liegenden, hängenden Scheindolden mit roten bis purpurfarbenen, fleischigen Kelchen und hellweißen oder rosafarbenen Kronen bis 3 cm im Durchmesser. Später bilden sich attraktive, hell-blaue bis türkisfarbene, kugelige, etwa 8 mm im Durchmesser große Früchte. In Mitteleuropa ist im Freiland häufig Fruchtbildung zu beobachten. Siehe auch Clerodendrum L.


Abb. 1 Reichlich Blüten des Clerodendrum trichotomum oberhalb der Laubblätter, Privatgarten, 24.08.2014 Abb. 2 Die Blütenkronen des Clerodendrum trichotomum sind weiß und spalten sich in 5 Lappen auf. Privatgarten, 24.08.2014

Abb. 3 Türkis-farbene, noch unreife Frucht des Clerodendrum trichotomum, Privatgarten, 14.10.2007 Abb. 4 Blüten des Clerodendrum trichotomum mit weißen Kronen und roten Kelchen, Privatgarten, 26.08.2007


Abb. 5 Die Blüten des Clerodendrum trichotomum stehen in Scheindolden, Privatgarten, 24.08.2014 Abb. 6 Stamm mit längsrissiger, graubrauner Borke bei einem adulten Baum des Clerodendrum trichotomum, Privatgarten, 24.08.2014

Abb. 7 Etwa 2-jährige Containerpflanze des Clerodendrum trichotomum, 30–40 cm im 1,5L-Topf, Privatgarten  Abb. 8 Eher eiförmiges Laubblatt des Clerodendrum trichotomum, Privatgarten, 24.08.2014

Abb. 9 Dunkelblau bis schwarze, reife Frucht des Clerodendrum trichotomum, Privatgarten, 04.10.2014 Abb. 10 Kleiner Baum des Clerodendrum trichotomum, 17.10.2014, Privatgarten in Ihringen-Wasenweiler, Oberrhein

Abb. 11 Auch die Herbstfärbung des Laubes von Clerodendrum trichotomum hat was zu bieten, Privatgarten, 21.10.2017


Der Gattungsname Clerodendrum L. stammt von gr. "kleros" (= Los) und gr. "dendron" (= Baum). Der Begriff Los wird im Sinne von Schicksal genutzt und dürfte auf die wohl schon im Altertum als Heilpflanze genutzte Gattung hinweisen. Das Epitheton trichotomum wird analog zu dichotomus (= 2-geteilt) verwendet, gr. "tricha" (= dreifach) und gr. "temnein" (= schneiden, teilen) zu "3-geteilt", nach der 3-teiligen Verzweigung der Blütenstände.

Clerodendrum trichotomum bleibt beim Anbau in Mitteleuropa ein Strauch oder kleiner Baum mit schirmförmiger Krone, kaum größer als 3–4 m. In wintermilden Regionen sind die Pflanzen gut hart, während in sehr rauher Lage oder in kalten Regionen eine Pflanzung an einem geschützten Standort ratsam ist. Im Sommer erscheinen bei erwachsenen Exemplaren reichlich Blüten über dem Blattwerk. Während warmer Sommernächte duften die Blüten herrlich und können den Garten in ein olfaktorisches Erlebnis verwandeln.

Ideal ist Clerodendrum trichotomum für japanisches Design. Wegen seiner moderaten Größe ist er auch ein passender exotischer Baum für den kleinen Garten. Schützen Sie junge Exemplare, erst im blühfähigen Alter erreicht C. trichotomum die volle Winterhärte. Im Herbst erscheinen kugelige, hellblaue Beeren auf rosa Kelch, ein sehr attraktiver Effekt. Pflanzen die sich wohlfühlen können sich über Wurzelschösslinge ausbreiten. Ist das nicht gewünscht, sollte eine großzügige Rhizomsperre eingebaut werden. Alternativ kann man die aufkommenden Sprosse ohne großen Kraftaufwand aus dem Boden ziehen.

Die Sorte Clerodendrum trichotomum 'Fargesii' hat eine rötliche Blüte. Ihr wird nachgesagt, dass die Winterhärte besser als bei der Art sein soll.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2021: Clerodendrum trichotomum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/clerodendrum-trichotomum.html am Tg.Mo.Jahr.

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