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Colletia ulicina
Gillies & Hook.
  synonym: Colletia valenzuela Bertero ex Steud.
Ginster-Colletie, Wayun-Colletie, Rhamnaceae - Kreuzdorngewächse
(Nord-)Spätsommerblüher, VIII–X, 2–3 m hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Wayun-Colletie stammt aus dem warmgemäßigten Südamerika (Mittel-Chile), wo die Pflanzen an geschützten Standorten im Matorral (Buschland, ähnlich der mediterranen Macchie) oder den Wäldern bis an die Baumgrenze in Höhen von 400–1.550 m über NN wachsen. Bevorzugt besiedeln die Pflanzen regenreiche Standorte in der Strauchschicht von Wäldern oder in schattigen Schluchten entlang von Gewässern. Zu Anfang wachsen die Sträucher aufrecht bis aufsteigend, später überhängend mit zahlreichen kahlen oder behaarten, kurzen Zweigen, auf denen dicht und zahlreich gegenständig verzweigende, grüne, spitze, bis 4 cm lange Dornen im rechten Winkel sitzen. Laubblätter sind im Protolog nicht beschrieben. Die Blüten stehen dicht in den Achseln der Dornen in Büscheln an den Enden der Zweige, sind kurz gestielt, mit lachsroten, selten rosafarben, bis 7 mm langen, röhrenförmigen Perigonen mit 5 Zipfeln und duften angenehm. Die 5 Staubfäden liegen innerhalb der Perigonröhre. Später bilden sich 3-samige, kugelige Früchte. Von den Einheimischen werden die Sträucher als "Kunko Rojo" oder "Wayun" genannt. Siehe auch Colletia-Arten.


Abb. 1 Gegenständig verzweigende, behaarte Dornen der Colletia ulicina in einem Privatgarten in Rheinstetten, 28.09.2020 Abb. 2 Die Blüten von Colletia ulicina stehen in dichten Büscheln und sind gestielt. Privatgarten in Rheinstetten, 28.09.2020

Abb. 3 Röhrenförmige, lachsrote Blüten der Colletia ulicina mit 5 Zipfeln, Privatgarten in Rheinstetten, 28.09.2020 Abb. 4 Dicht stehende, verzweigende und behaarte Dornen der Colletia ulicina in einem Privatgarten in Rheinstetten, 28.09.2020


Der Gattungsname Colletia Comm. ex Juss. wurde zu Ehren des französischen Botanikers Philibert Collet (1643–1717) etabliert. Das Art-Epitheton ulicina verweist auf die Gattung der Stechginster, Ulex L., nach der entfernt ähnlichen Morphologie der vegetativen Sprossachsen.

Colletia ulicina gehört zu den empfindlicheren Arten der Gattung. Von ihr gibt es nur wenige Anbauversuche im mitteleuropäischen Freiland. Temperaturen unter –10 °C dürften für die Pflanzen kritisch sein, so dass unter solchen Bedingungen ein Schutz empfehlenswert ist. Zudem ist ein halbschattiger Standort auf nicht zu trockenem, magerem und gut durchlässigem Boden. Wer sich für die bizarre Architektur und prächtigen Blüten der Colletia ulicina interessiert, aber nicht in einer wintermilden Region wohnt, kann die Pflanzen im Kübel kultivieren und den Winter hell und kühl im Gewächshaus halten.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2020: Colletia ulicina. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/colletia-ulicina.html am Tg.Mo.Jahr.

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