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Digitalis purpurea L.
Roter Fingerhut, Scrophulariaceae - Braunwurzgewächse
               auch: Plantaginaceae - Wegerichgewächse
Ende Frühsommerblüher, VI–VIII, 50–150 cm hoch, immergrün, oft zweijährig, manchmal mehrjährig, kurzlebig

Der Rote Fingerhut tritt in Mitteleuropa zerstreut bis verbreitet auf, mit Schwerpunkt in der Mitte und im Nordwesten. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch; in Amerika, Australien und Asien ist die Art eingebürgert. Bevorzugt siedeln die Pflanzen in Waldlichtungsfluren, Besenginster- und Gaspeldorngebüschen und an Wegrändern, zumeist auf kalkfreien Standorten. Die Art ist meist zweijährig, mit überwinternder Blattrosette, manchmal mehrjährig. Mit bis zu 150 cm Höhe und dem unverzweigten, mit zahlreichen Einzelblüten besetzten Blütenstand ist Digitalis purpurea eine unübersehbare Pflanze. Die Laubblätter sind eiförmig bis länglich-eiförmig, runzelig, gekerbt und unterseits graufilzig. Typisch sind die einseitswendigen Blütenstände und die auffälligen Flecken auf der Unterlippe der fingerhutförmigen Blüten. Die Farbe der Blüten reicht von rot über purpurrosa bis weiß und kann auch in einem Bestand von Pflanze zu Pflanze unterschiedlich sein.


Abb. 1 Digitalis purpurea Blüte mit deutlich erkennbaren Flecken an der Unterlippe, Marscheider Wald, Wuppertal, 51° 14' 44 N, 07° 15' 40 O Abb. 2 Digitalis purpurea Pflanze, wechselständiges Blatt, Waldlichtung im Tal des Marscheider Baches, Wuppertal, 51° 15' 03 N, 07° 15' 25 O

Abb. 3 Digitalis purpurea am Wegesrand, Marscheider Wald, Wuppertal, 227 m, 51° 15' 00 N, 07° 15' 37 O Abb. 4 Digitalis purpurea, durch Baumfall aufgelassener Boden begünstigt die Keimung, Schwarzes Wasser, Wesel, Niederrhein, 51° 41' 46 N, 06° 34' 55 O

Abb. 5 Ausgedehnter Bestand von Digitalis purpurea auf einer Lichtung beim Schwarzes Wasser, Wesel, Niederrhein, 51° 41' 39 N, 06° 15' 25 O Abb. 6 Digitalis purpurea Bestand, Lichtung im Marscheider Wald, Wuppertal, 230 m, 51° 14' 58 N, 07° 15' 36 O


Der Gattungsname Digitalis L. bezieht sich auf die fingerhutförmigen Blüten, lat. "digitus" (= Finger). Das Epitheton purpurea stammt von lat. "purpureus" (= purpurfarben) und beschreibt die Farbe der Blüten.

Im Garten lässt sich Digitalis purpurea einfach kultivieren. Ein sonniger bis halbschattiger Platz mit leicht saurem Boden ist ideal. Leichtes Anfrischen des Bodens nach der Fruchtung fördert die Keimung direkt am Ort.

Als Heilpflanze hat der Fingerhut auch heute noch seine Bedeutung. Es werden bevorzugt gereinigte und standardisierte Extrakte verwendet.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2019: Digitalis purpurea. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/digitalis-purpurea.html am Tg.Mo.Jahr.

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