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Verbascum speciosum Schrad.
Pracht-Königskerze, Scrophulariaceae - Braunwurzgewächse
Sommerblüher, VI–VII, 50–230 cm hoch, immergrün, zwei-(mehr-)jährig

Die Pracht-Königskerze tritt in Mitteleuropa selten auf, mit größeren Lücken. Bevorzugt werden trockene Ruderalstandorte an Waldrändern, auf Rasen und gestörten Flächen besiedelt. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch-westasiatisch. Meistens ist die Kleinblütige Königskerze zweijährig und überwintert im ersten Jahr mit einer graugelblichen, filzigen, grundständigen Rosette. Im zweiten Jahr wachsen die Pflanzen kräftig in die Höhe und blühen an einem bis zu 230 cm hohen, verzweigten Blütenstand. Nach der Saison sterben die Pflanzen in der Regel ab. Die Pracht-Königskerze bildet eine kräftige Spindelwurzel. De Stängel sind kantig. Laubblätter und Stängel sind dicht sternhaarig filzig. Die Blätter sind ganzrandig, stängelnäh oft gewellt und laufen nicht den Stängel hinab; nach oben kleiner werden, geöhrt und teilweise stängelumfassend. Der Blütenstand ist eine reich ästige Traube mit steif aufrechten Ästen. Die Blüten stehen zu 5 gebüschelt, sind gelb, 18–30 mm im Durchmesser, mit gleich langen und dicht weiß wolligen Staubfäden. Nach der Blüte entwickeln sich walzenförmige Kapselfrüchte, die zahlreiche kleine, braune Samen enthalten.


Abb. 1 Bestand des Verbascum speciosum am Aussichtspunkt Posbank im Nationalpark Veluwezoom, Niederlande, 29.06.2020, 82 m, 52° 01' 42 N, 06° 01' 16 O Abb. 2 Bestand des Verbascum speciosum am Aussichtspunkt Posbank im Nationalpark Veluwezoom, Niederlande, 29.06.2020, 81 m, 52° 01' 41 N, 06° 01' 17 O

Abb. 3 Der Gewöhnliche Stechginster, Ulex europaeus L., zusammen mit Verbascum speciosum am Aussichtspunkt Posbank im Nationalpark Veluwezoom, Niederlande, 29.06.2020, 84 m, 52° 01' 42 N, 06° 01' 20 O Abb. 4 Kantiger Stängel von Verbascum speciosum, Straßenrand im Nationalpark Veluwezoom, Niederlande, 29.06.2020, 57 m, 52° 01' 23 N, 06° 01' 32 O

Abb. 5 Bestand des Verbascum speciosum am Aussichtspunkt Posbank im Nationalpark Veluwezoom, Niederlande, 29.06.2020, 82 m, 52° 01' 42 N, 06° 01' 16 O Abb. 6 Bestand des Roten Fingerhuts, Digitalis purpurea L., zusammen mit Verbascum speciosum am Aussichtspunkt Posbank im Nationalpark Veluwezoom, Niederlande, 29.06.2020, 88 m, 52° 01' 44 N, 06° 01' 18 O


Der Gattungsname Verbascum wurde von Linné aus dem Lateinischen übernommen, lat. "verbascum" (= Königskerze), und bezog sich ursprünglich wahrscheinlich auf V. nigrum, später dann in der Antike auch auf weitere Arten der Gattung. Das Epitheton speciosum stammt von lat. "speciosus" (= ansehnlich, wohlgestaltet), nach den prächtigen Blütenständen.

Verbascum speciosum sind dekorative Blütenpflanzen für den Staudengarten, aber auch für das Exotenbeet in Kombination mit Yuccas, Sukkulenten oder mediterrranen Pflanzen. Ein sonniger Standort ist ideal. Damit sich die Pflanzen erfolgreich aussäen, sollten freie Bodenflächen im Garten vorhanden sein. Sind aufgekommende Sämlinge unerwünscht, sollte der Blütenstand nach dem Verblühen vor der Fruchtreife abgeschnitten werden.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2020: Verbascum speciosum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/verbascum-speciosum.html am Tg.Mo.Jahr.

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