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Verbascum nigrum L.
Schwarze Königskerze, Scrophulariaceae - Braunwurzgewächse
Ende Frühsommerblüher, V–X, 50–120 cm hoch, immergrün, zwei-(mehr-)jährig, kurzlebig

Die Schwarze Königskerze tritt in Mitteleuropa verbreitet bis gemein auf, lediglich in den Trockengebieten zerstreut. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch-westasiatisch: weite Teile Europas bis Russland. Bevorzugt besiedelt sie Rasen, thermophile Säume und Ruderalflächen wie Schuttplätze oder Weg- und Straßenränder. Es sind aufrecht wachsende Pflanzen, meist zweijährig, mit überwinternder Grundrosette, gelegentlich mehrjährig, dann kurzlebig. Typischerweise haben die Pflanzen meist dunkel rot unterlaufene Stängel, rippig und mit Sternhaaren besetzt. Die Blätter sind länglich, herz-eiförmig, dunkel grün, oberseits kaum behaart und die Blattstiele nicht die Stängel hinab laufend. Der Blütenstand ist eine Ähre, meist unverzweigt, mit knäuelig stehenden Blüten. Die Blütenkronen sind bis 2,5 cm im Durchmesser, dunkel gelb, selten weiß, am Grund oft rot gefleckt und behaart. Die Filamente sich purpur-violett wollhaarig.

Die Abgrenzung des Verbascum nigrum von den anderen Arten der Gattung ist manchmal schwierig, besonders wenn Hybriden zwischen den Arten auftreten. HIlfreich sind die Laubblätter, die oberseits kaum behaart sind, der Blütenstand ist unverzweigt und sie hat meist einen dunklen, braun oder rot unterlaufenen Stängel.


Abb. 1 Blüten eines Verbascum nigrum agg. an der Bergstation Srd oberhalb von Dubrovnik, Kroatien, 06.10.2015, 372 m, 42° 38' 56 N, 18° 06' 44 O Abb. 2 Pflanze des Verbascum nigrum in einer Wiese auf Langeoog, 16.07.2015, 3 m, 53° 45' 03 N, 07° 34' 31 O

Abb. 3 Pflanze von Verbascum nigrum mit schwarz-violetten Stängeln in der Wahner Heide bei Altenrath, 30.06.2013, 119 m, 50° 51' 36 N, 07° 10' 43 O Abb. 4 Unverzweigte Blütenstände von Verbascum nigrum in einer Wiese auf Langeoog, 16.07.2015, 3 m, 53° 45' 03 N, 07° 34' 31 O

Abb. 5 Unverzweigte Blütenstände von Verbascum nigrum, an einem Straßenrand in Wuppertal-Rauental, 14.06.2020, 180 m, 51° 15' 35 N, 07° 13' 51 O Abb. 6 Blüte von Verbascum nigrum mit den purpurvioletten Staubfäden, Wiese auf Langeoog, 16.07.2015, 3 m, 53° 45' 03 N, 07° 34' 31 O

Abb. 7 Grundständige Überwinterungsrosette mit neu austreibender Blütenstandsachse beim Verbascum nigrum in einer Trockenwiese der Wahner Heide bei Altenrath, 30.06.2013, 119 m, 50° 51' 38 N, 07° 10' 41 O Abb. 8 Die Laubblätter des Verbascum nigrum sind oberseits fast kahl, an einem Straßenrand in Wuppertal-Rauental, 14.06.2020, 180 m, 51° 15' 35 N, 07° 13' 51 O

Abb. 9 Sternhaare auf dem Stängel des Verbascum nigrum. Grasflur am Rhein bei Stürzelberg, 06.08.2017, 32 m, 51° 09' 19 N, 06° 49' 53 O Abb. 10 Am submediterranen Trockenstandort eines Verbascum nigrum agg. bleiben die Pflanzen eher gedrungen. Verzweigender Ökotyp an der Bergstation Srd oberhalb von Dubrovnik, Kroatien, 06.10.2015, 372 m, 42° 38' 56 N, 18° 06' 44 O

Abb. 11 Verbascum nigrum mit etwas verzweigtem Blütenstand im Sand am Ufer des Rheins bei Stürzelberg, 06.08.2010, 31 m, 51° 09' 20 N, 06° 49' 54 O Abb. 12 Verbascum nigrum in einer Grasflur am Rhein bei Stürzelberg, 06.08.2017, 32 m, 51° 09' 19 N, 06° 49' 53 O

Abb. 13 Pflanze von Verbascum nigrum am Ufer des Rheins bei Düsseldorf-Volmerswerth, 23.08.2009, 33 m, 51° 11' 03 N, 06° 45' 44 O Abb. 14 Unverzweigter Blütenstand von Verbascum nigrum, Straßenrand in Wuppertal-Rauental, 14.06.2020, 180 m, 51° 15' 35 N, 07° 13' 51 O


Der Gattungsname Verbascum wurde von Linné aus dem Lateinischen übernommen, lat. "verbascum" (= Königskerze), und bezog sich ursprünglich wahrscheinlich auf V. nigrum, später dann in der Antike auch auf weitere Arten der Gattung. Das Epitheton nigrum stammt von lat. "niger" (= dunkel, schwarz) und dürfte auf die dunkel unterlaufenen Stängel verweisen.

Verbascum nigrum sind dekorative Blütenpflanzen für den Staudengarten, aber auch das Exotenbeet in Kombination mit Yuccas, Sukkulenten oder mediterranen Pflanzen. Ein sonniger Standort ist ideal. Die Pflanzen sind zweijährig, oft mehrjährig, säen sich aber zuverlässig aus, wenn man einige Stellen im Garten "offen" hält. Es gibt Sorten mit weißer Krone.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2020: Verbascum nigrum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/verbascum-nigrum.html am Tg.Mo.Jahr.

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