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Falcaria vulgaris L.
  synonym: Critamus falcaria (L.) Rchb.
                 Drepanophyllum falcaria (L.) Hoffm. ex Desv.
                 Falcaria neglectissima Klokov
                 Falcaria sioides Asch.
                 Sium falcaria L.
Gewöhnliche Sichelmöhre, Apiaceae - Doldenblütler
Hochsommerblüher, VII–IX, 20–80 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Gewöhnliche Sichelmöhre tritt in den mitteleuropäischen Trockengebieten verbreitet, ansonsten zerstreut bis selten auf, im Nordwesten fehlt sie fast ganz. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch-westasiatisch, in Nordamerika ist die Art eingebürgert. Bevorzugt siedeln die Pflanzen in Trockenfluren, entlang von unbefestigten Verkehrswegen, auf Brachen und trockenen Ruderalstandorten. Die Pflanzen sind vom Grunde an sparrig verzweigt, kahl und am Grund fast ohne abgestorbene Blätter. Die Blätter sind 1–2-fach oder gelegentlich doppelt 3-zählig gefiedert, blaugrün, mit bandförmigen, starren Abschnitten, die am Rand scharf und gleichmäßig gesägt sind. Die Blütendolden sind 12–18-strahlig und weiß. Hüll- und Hüllchenblätter sind pfriemlich (Hüllblätter sind bei Doldenblütler die Hochblätter direkt unterhalb des Blütenstandes, Hüllchenblätter jene unterhalb der Teildolden = Döldchen). Später bilden sich 3–4 mm lange und gerippte Früchte.


Abb. 1 Blütendolde der Falcaria vulgaris, in den Weinbergen am Fuß vom Rotenfels, 10.07.2020, 165 m, 49° 48' 49 N, 07° 50' 25 O. Abb. 2 Sprossachsen der Falcaria vulgaris an einem Feldweg bei Niedergebra, Südharz, 03.06.2020, 282 m, 51° 25' 05 N, 10° 36' 26 O

Abb. 3 Döldchen der Falcaria vulgaris mit weißen Einzelblüten, thermophiler Saum in den Weinbergen bei Dorsheim, Rheinland-Pfalz, 23.06.2018, 167 m, 49° 55' 31 N, 07° 53' 36 O Abb. 4 Pflanze der Falcaria vulgaris, thermophiler Saum in den Weinbergen bei Dorsheim, Rheinland-Pfalz, 23.06.2018, 167 m, 49° 55' 31 N, 07° 53' 36 O

Abb. 5 Gefiedertes Laubblatt der Falcaria vulgaris an einem Feldweg bei Niedergebra, Südharz, 03.06.2020, 282 m, 51° 25' 05 N, 10° 36' 26 O Abb. 6 Pfriemliche Hüll- und Hüllchenblätter der Falcaria vulgaris, thermophiler Saum in den Weinbergen bei Dorsheim, Rheinland-Pfalz, 23.06.2018, 167 m, 49° 55' 31 N, 07° 53' 36 O

Abb. 7 Dolde der Falcaria vulgaris in Fruchtphase, in den Weinbergen am Fuß vom Rotenfels, 10.07.2020, 165 m, 49° 48' 49 N, 07° 50' 25 O. Abb. 8 Habitus von Falcaria vulgaris, in den Weinbergen am Fuß vom Rotenfels, 10.07.2020, 165 m, 49° 48' 49 N, 07° 50' 25 O.

Abb. 9 Stängel und Laubblätter von Falcaria vulgaris in den Weinbergen bei Ihringen, Kaiserstuhl, 22.06.2019, 316 m, 48° 03' 25 N, 07° 38' 54 O Abb. 10 Gefiederte Laubblatt von Falcaria vulgaris in den Weinbergen bei Ihringen, Kaiserstuhl, 22.06.2019, 316 m, 48° 03' 25 N, 07° 38' 54 O


Der Gattungsname Falcaria Fabr. stammt von lat. "falcatus" (= sichelförmig gebogen) und beschreibt die Form der Laubblätter. Das Epitheton vulgaris stammt von lat. "vulgaris" (= allgemein bekannt, gewöhnlich).

Die Gewöhnliche Sichelmöhre ist eine hübsche Staude für den sonnigen und warmen Standort im Garten. Mediterranes Design, Yucca- oder Steingarten wären attraktive Einsatzorte. Ideal ist ein trockener Standort.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2020: Falcaria vulgaris. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/falcaria-vulgaris.html am Tg.Mo.Jahr.

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