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Hedychium gardnerianum Sheppard ex Ker Gawl.
Kahili-Ingwer, Himalaya-Schmetterlingsingwer, Zingiberaceae - Ingwergewächse
Sommerblüher, VII–IX, 110–230 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Der Kahili-Ingwer stammt aus dem Himalaya (Bhutan, Indien und Nepal), wo die Pflanzen in der Krautschicht lichter Wälder, an Bachrändern oder in Gebüschen der mittleren Höhenstufen ibis auf 2.000 m über NN wachsen. Es sind Rhizompflanzen die im Winter einziehen. Im Sommer bilden sich 110–230 cm hohe Pseudostämme, an denen 25–40 cm lange, 10–15 cm breite, lanzettliche, grüne und kahle Laubblätter erscheinen. Die Blüten stehen in 25–35 cm langen, lockeren bis dichten, zylindrischen Ähren. Je 3–5 cm langem Hochblatt finden sich 1–2 Blüten. Die Blüten sind weiß und gelb, duftend, mit Kronblättern, die zu einer schlanken, 5–6 cm langen Röhre verwachsen sind. Die Kronblätter sind oberhalb der Röhre 1–2 cm lang und 2-lappig. Die seitlichen Staminoden (umgebildete Staubblätter ohne Vermehrungs-, hier aber Schaufunktion) sind 2,5–3 cm lang, die Staubfäden hellrot. Später bilden sich Kapselfrüchte die Samen mit rotem Arillus (Samenmantel) enthalten. Siehe auch Gattung Hedychium J. Koenig.

Hedychium gardnerianum ist seit 1819 in Mitteleuropa in Kultur.


Abb. 1 Blüten des Hedychium gardnerianum mit gelben Kronblättern und Staminoden, sowie roten Staubblättern, Privatgarten, 21.09.2021 Abb. 2 Blütenstand des Hedychium gardnerianum gegen Ende des Sommers im Gruga-Park, Essen, 11.09.2021

Abb. 2 Spontane Pflanze des Hedychium gardnerianum zusammen mit Dicksonia antarctica Labill. im Parque de Sintra, Portugal, 17.10.2009 Abb. 4 Pseudostamm des Hedychium gardnerianum mit dem Ansatz der Blattspreite, Privatgarten, 21.09.2021

Abb. 5 Blüte des Hedychium gardnerianum mit dem 2-lippigen Kronblatt und den schmal lanzettlichen Staminoden, Privatgarten, 21.09.2021


Der Gattungsname Hedychium J. Koenig stammt von gr. "hedys" (= süß, angenehm), nach dem Duft der Pflanzen. Das Epitheton gardnerianum wurde zu Ehren von Edward Gardner (1784–~1824) etabliert, einem englischen Naturforscher, der insbesondere in Nepal seit 1817 Pflanzen sammelte.

Von Hedychium gardnerianum gibt es einige Freilanderfahrungen in Mitteleuropa, die andeuten, dass die Pflanzen nur mit Mullauflage im Winter einen Anbau im Freiland langfristig überleben. Ideal dürfte ein lockerer, auch kalkhaltiger Boden sein, am besten halbschattig. Im Winter sollte der Boden auf jeden Fall abgedeckt werden, da das Rhizom kein längeres Durchfrieren überlebt. Alternativ bietet sich Kübelhaltung an, die wegen des Einziehens der Pflanzen zum Winter hin unkompliziert ist. Für ein ausreichendes Blüherlebnis ist ein sommerwarmer Standort notwendig. In sommerkühlen Regionen neigen die Pflanzen dazu, oft nicht mehr zur Blüte zu gelangen.

Referenzen
eFloras 2008: eFloras. – Missouri Botanical Garden, St. Louis & Harvard University Herbaria, Cambridge, http://www.efloras.org, 2021.
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2021: Hedychium gardnerianum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/hedychium-gardnerianum.html am Tg.Mo.Jahr.

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