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Hedychium J. Koenig
Zier-Ingwer, Zingiberaceae - Ingwergewächse

Die Gattung Hedychium ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae). Sie umfasst etwa 50 Arten, von denen einige in warmgemäßigten bis tropischen Zonen als Zierpflanzen angebaut oder als Zimmerpflanzen genutzt werden. Es sind laubabwerfende oder immergrüne, ausdauernde krautige Pflanzen, die ein fleischig verdicktes Rhizom haben, das oft als knapp unter der Oberfläche liegende Knolle sichtbar ist. Sie wachsen meist terrestrisch, selten epiphytisch. Meist werden die Pflanzen kaum mannshoch, bis zu 3 m Höhe sind möglich.

Es werden Scheinstämme gebildet, ähnlich der Bananen (Musae L.), die von den Blattscheiden der wechselständigen Laubblätter gebildet werden. Die Blattspreiten sind einfach, mit glattem Blattrand, erhabener Mittelrippe und Parallelnervatur. Im knospigen Stadium ist die Blattspreite der Länge nach eingerollt.

Endständig an den Scheinstämmen werden die ährigen Blütenstände gebildet, die zahlreiche zwittrige, 3-zählige Blüten tragen. Die 3 Kronblätter sind an ihrer Basis zu einer langen, engen Röhre verwachsen mit 3 linealen Kronlappen, die nach dem Aufblühen zurückgebogen sind. Von den ursprünglich 6 Staubblättern ist nur das mittlere Staubblatt des inneren Kreises fertil; es besitzt meist einen relativ langen, linealen Staubfaden. Alle anderen Staubblätter sind zu Staminodien umgebildet (umgebildete Staubblätter ohne Vermehrungs-, aber Schaufunktion) .

Die Kapselfrüchte haben meist mit 3 Fächer und enthalten zahlreiche Samen, die oft von einem Fruchtkörper umgeben sind (= Arillus).

Abb. 1 Prächtiger, hellgelber bis orangefarbener Blütenstand des Hedychium densiflorum, Topfpflanze in einem Privatgarten bei Putte, Belgien, 30.10.2016 Abb. 2 Spontane Pflanze des Hedychium gardnerianum zusammen mit Dicksonia antarctica im Parque de Sintra, Portugal, 17.10.2009


Der Gattungsname Hedychium J. Koenig stammt von gr. "hedys" (= süß, angenehm), nach dem Duft der Pflanzen.

In der Kultur in Mitteleuropa handelt es sich um bis zu 2 m große Knollenpflanzen, die im Winter zurückfrieren und mit Abdeckung überleben. Erst bei größeren Pflanzen entwickeln sich im Freiland oder im Topf die wunderschönen Blütenstände. Zudem ist ein sehr warmer, sonniger Standort zur Blüten-Induktion notwendig. Benötigt wird ein gut drainierter Standort, am besten mit reichlich Sand und/oder im Steingarten, da dies die Bodentemperatur hebt. Neuaustrieb meist im Freiland Ende Mai bis Anfang Juni.

Hedychium coccineum Buch.-Ham. ex Sm. ist der Scharlach-Zieringwer mit kräftig orange- bis rot-farbener Blüte. Hier liegen noch nicht sehr lange Freilanderfahrungen vor, hat sich mit Mulchauflage im Winter mittelfristig in den wintermilden Regionen als ausreichend hart herausgestellt. Die Blüte erfolgt im Spätsommer und ist bei der bekannten Sorte H. coccineum 'Tara' an warmem Standort relativ zuverlässig

Hedychium densiflorum Wall., der Tibet-Ingwer, ist ein hübsch blühender Zier-Ingwer aus dem Himalaya. Die bekannteste Sorte ist 'Assam Orange'.

Hedychium gardnerium Sheppard ex Ker Gawl. ist mit leichtem Mulch an ausreichend drainierter Stelle gut hart. Die Blüten sind gelb oder mit rötlichen oder gelben Staubfäden je nach Herkunft oder Sorte, sehr dekorativ.

Hedychium greenii
W. W. Sm., der Bhutan-Ingwer, stammt aus dem westlichen bhutanesischen Himalaya, mit gelblicher Blüte und attraktiven Laubblättern, deren Unetrseite maronenfarbig schimmert. Mit Abdeckung hart bis Z 8.

Hedychium spicatum Buch.-Ham. ex Sm. kommt im Himalaya auf Höhen von 1.200 bis 3.200 m über NN vor und besiedelt gerne lichte Wälder, Waldränder oder Gehölze. Aus dem Wurzelstock wird ein Parfüm "Abir" gewonnen. Die Blüten sind sehr dekorativ, weiß, mit einer orange-farbenen Basis. Hedychium spicatum ist nach ersteren Erfahrungen etwas robuster als H. gardnerium und dürfte mit leichter Abdeckung bis Z 7b winterhart sein.

Hedychium yunnanense Gagnep., der Yunnan-Ingwer, stammt aus China (Guangxi und Yunnan) und Vietnam. Die Blüten stehen in 20 cm langen Ähren, jeweils einzeln pro lanzettlichem und bis 2,5 cm langem Hochblatt.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Hedychium. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/hedychium.html am Tg.Mo.Jahr.

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