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Hedychium gracile Roxb.
synonym: Gandasulium gracile (Roxb.) Kuntze
Schlanker Zieringwer, Zingiberaceae - Ingwergewächse
Spätsommerblüher, VIII–IX, 60–150 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Hedychium gracile stammt aus dem Himalaya (Indien, Bangladesh, Myanmar und Thailand), wo die Pflanzen in der Krautschicht feuchter Wälder und an Waldrändern auf 1.000–1.800 m über Meereshöhe vorkommen.

Die Scheinstämme werden bis 150 cm hoch. Die Blätter sind sitzend oder manchmal mit kurzem Stiel, lanzettlich, zugespitzt, bis 12,5 cm lang, 3,25 cm breit, glänzend grün oberseits und graugrün unterseits. Die Blütenstände sind ährig, 12–19 cm lang, tragen zahlreiche, weiße, duftende Blüten. Die Kronblätter sind zu einer 2,5 cm langen Röhre verwachsen. Die seitlichen Staminoden (umgebildete Staubblätter ohne Vermehrungs-, hier aber Schaufunktion) sind weiß, bis 2 cm lang. Die Filamente sind orangefarben-rot und 27-33mm lang. Später bilden sich rundliche Kapselfrüchte bis 2,5 cm im Durchmesser, die 3 Fächer mit rotem Fruchtfleisch und jeweils bis zu 6 Samen enthalten.

Manche Autoren sehen Hedychium glaucum Roscoe als synonym zu H. gracile var. glaucum (Roscoe) Baker, welches in Nepal bis Bangladesh auf 450-1200 m über Meereshöhe vorkommt. Es ist kräftiger als die Art, mit unterseits blaugrünen Laubblättern, längerer Blütenstandsähre und halb so großen Blüten, sowie kleinem Hüllblatt bis 1,9 cm. Siehe auch Gattung Hedychium J. Koenig.


Abb. 1 Blütenstand von Hedychium gracile im Gruga-Park, Essen, 07.10.2023
Abb. 2 Blütenstand von Hedychium gracile mit den langen, orange-roten Staubfäden, Gruga-Park, Essen, 07.10.2023


Der Gattungsname Hedychium J. Koenig leitet sich von gr. "hedys" (= süß) ab, nach dem Duft der Pflanzen, und gr. "chion" (= Schnee), nach den schneeweißen, hauchdünnen Kronblättern und Staminoden der Art. Das Epitheton gracile stammt von lat. "gracilis" (= schlank) und beschreibt den schlanken Habitus der Pflanzen.

Hedychium gracile besitzt einen dekorativen, nachts leicht duftenden Blütenstand. Nach ersten Erfahrungen sind diese Pflanzen kaum winterhart. Beim Auspflanzen erscheint eine Abdeckung im Winter ratsam, ansonsten Containerüberwinterung im Kalthaus.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2024: Hedychium gracile. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/hedychium-gracile.html am Tg.Mo.Jahr.