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Iris pseudacorus L.
Sumpf-Schwertlilie, Wasser-Schwertlilie, Iridaceae - Irisgewächse (Schwertliliengewächse)
Frühsommerblüher, V–VII, 80–100 cm hoch, sommer-/immergrün, mehrjährig

Die Sumpf-Schwertlilie tritt in Mitteleuropa verbreitet bis gemein auf, in höheren Lagen eher selten bis zerstreut. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch-westsibirisch, in Amerika und Neuseeland ist die Art eingebürgert. Bevorzugt siedeln die Pflanzen in feuchten Biotopen, Überschwemmungszonen, sumpfigen Bereichen oder an den Ufern von stehender oder langsam fließender Gewässer. Manche Populationen, besonders in Siedlungsnähe, sind synanthrop.

Je nach Standort sind die Pflanzen sommer- oder immergrün, an trockeneren Plätzen ziehen sie im Winter ein, während jene an feuchten oder nassen Stellen immergrün bleiben können. Das Rhizom ist horizontal, ober- und unteriridisch spreitend. Die schwertförmigen Blätter sind 1–3 cm breit, aufrecht, mit kielartig hervortretender Mittelrippe und ähneln dem Indischen Kalmus, Acorus calamus L., ebenfalls eine Feuchtgebietspflanze die vergleichbare Standorte besiedelt. Auch die Rhizome beider Arten sind sehr ähnlich. Die Blüte der Sumpf-Schwertlilie ist rein gelb, mit schmalen inneren und eiförmigen äußeren Perigonblättern ohne Bart.


Abb. 1 Leuchtend gelb und dekorativ ist die Blüte der Iris pseudacorus, Privatgarten Abb. 2 Blätter von Iris pseudacorus (re.) im Vergleich mit Blättern des Acorus calamus (li.), Botanischer Garten Münster, 67 m, 51° 57' 48 N, 07° 36' 31 O

Abb. 3 Bestand der Iris pseudacorus im Moor der Wahner Heide, Altenrath, 87 m, 50° 52' 17 N, 07° 09' 46 O Abb. 4 Iris pseudacorus im Sumpf des Eller-Forstes, Düsseldorf, 47 m, 51° 12' 17 N, 06° 52' 51 O

Abb. 5 Iris pseudacorus am Ufer des Eselsbach, Eller-Forst, Düsseldorf, 46 m, 51° 11' 41 N, 06° 52' 32 O Abb. 6 Früchte der Iris pseudacorus in einer Feuchtwiese auf Langeoog, 03.08.2010, 1 m, 53° 45' 05 N, 07° 33' 58 O

Abb. 7 Blühende Iris pseudacorus an einem Graben im Moorgebiet Ewiges Meer, Ostfriesland, 15.06.2021, 7 m, 53° 31' 39 N, 07° 26' 55 O


Die Abgrenzung der Iris pseudacorus von den anderen drei Arten der Gattung ist recht einfach, da sie die einzige mit rein gelber Blüte ist. Ähnlich sind gelb blühende Sorten der Holunder-Schwertlilie, Iris sambucina L., deren gelbes Perigon (Perigon deshalb, weil sich Kelch- und Kronblätter nicht unterscheiden lassen) zumeist heller ist und von dunklen Adern durchzogen. Pflanzen der I. sambucina sind meist kleiner, bis 70(–90) cm, blühen später und besiedeln trockene Standorte wie Felsfluren, (Halb-)Trockenrasen oder Mauern.

Der Gattungsname Iris L. leitet sich von gr. "iris" (= Regenbogen) ab und deutet auf den Farbenreichtum der Blüten der Schwertlilien hin. Das Epitheton pseudacorus bezieht sich auf die Ähnlichkeit mit dem Acorus calamus L.

Iris pseudacorus sind hübsche einkeimblättrige Pflanzen, die schon lange in Kultur sind. Sowohl als Wasserpflanzen als auch im trockenen Beet können Sumpf-Schwertlilien eingesetzt werden. Je feuchter der Boden desto besser gedeihen sie. Kombinationen mit anderen Irides oder schwertblättrigen Pflanzen wie Yuccae sind reizvoll.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2021: Iris pseudacorus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/iris-pseudacorus.html am Tg.Mo.Jahr.

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