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Lamium galeobdolon (L.) L.
  synonym: Galeobdolon luteum Huds.
                 Galeopsis galeobdolon L.
                 Lamiastrum galeobdolon (L.) Ehrend. & Polatschek
Gewöhnliche Goldnessel, Echte Goldnessel, Lamiaceae (= Labiatae) - Lippenblütler
Vollfrühlingblüher, IV–VI, 15–45 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Die Gewöhnliche Goldnessel tritt in Mitteleuropa überwiegend verbeitet bis gemein auf. Ihr Verbreitungsgebiet ist europäisch. Bevorzugt siedeln die Pflanzen in Laubmischwäldern, Staudenfluren, Strauchgesellschaften oder an Wegesrändern. Sie ist weniger häufig als die Weiße Taubnessel, Lamium album L., oder die Gewöhnliche Brennnessel, Urtica dioica L. Der Stängel ist hohl, behaart und deutlich 4-kantig. Die Blüten stehen in Scheinquirlen (2 oder mehr gegenüberliegende Blütenstände bilden scheinbar einen Blütenstand, der wie ein Quirl = Wirtel aussieht), wie es typisch für viele Lamiaceae ist. Charakteristisch ist die goldgelbe Lippenblüte. Lamium galeobdolon bildet bis zu 1 m lange, unter- und oberirdische Ausläufer.

Beim Lamium galeobdolon gibt es ein Potpourri an infraspezifischen Taxa, teilweise auf Artrang, unterschiedlicher Sichtweise der Sippen und phantasiereicher Synonymie. So wurden L. endtmannii G. H. Loos als auch L. montanum (Pers.) Hoffm. ex Kabath als die Berg-Goldnessel etabliert oder die  L. flavidum F. Herm., die Blassgelbe Goldnessel, je nach Autor als eigenständige Arten oder als Morphotypen des L. galeobdolon gesehen.


Abb. 1 Lamium galeobdolon im selben Habitat wie L. maculatum und L. album, Urdenbacher Kämpe, Düsseldorf, 41 m, 51° 07' 09 N 06° 52' 34 O Abb. 2 Herde des Lamium galeobdolon, die wahrscheinlich aus nur 1 Pflanze entstanden ist. Urdenbacher Kämpe, Düsseldorf, 41 m, 51° 07' 09 N 06° 52' 34 O


Die Etymologie des Gattungsnamens Lamium ist nicht gesichert, lat. "lamium" (= Taubnessel). Möglicherweise spielt das Motiv der schlundförmigen Blüte eine Rolle, lat. "lamia" (= Vampir). Das Epitheton galeobdolon leitet sich ab von gr. "gale" (= Wiesel) und gr. "bdolos" (= Gestank) und bezieht sich auf den üblen Geruch des L. galeobdolon, der ähnlich dem des Wiesels ist, das im Altertum oft in Häusern zum Mäusefang gehalten wurde.

Lamium galeobdolon ist nur selten als Gartenpflanze zu sehen, da ihm wie anderen Arten der Gattung wohl die Konnotation der Unkräuter anhaftet. Dabei können blühende Bestände durchaus attraktiv sein oder eine Ergänzung im naturnahen Garten darstellen. Das nahe verwandte Lamium argentatum (Smejkal) Henker ex G. H. Loos., die Silberblättrige Goldnessel, wird häufiger als Gartenpflanze kultiviert. Eine flache Rhizomsperre und regelmäßige Ausläuferkontrolle bewahrt vor unerwünschter Ausbreitung.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S..
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Lamium galeobdolon. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/lamium-galeobdolon.html am Tg.Mo.Jahr.

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