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Musa nagensium Prain
Nagaland-Banane, Musaceae - Bananen
Sommer- bis Winterblüher (in Mitteleuropa), VIII–IV, 3–8 m hoch, (sommer-) immergrün, mehrjährig

Musa nagensium stammt aus Indien (Arunachal Pradesh, Assam und Nagaland), wo die Pflanzen in den Hartlaubwäldern der Gebirge auf Höhen von 1.200–1.400 m über NN wachsen. Die Pflanzen bilden einen dunkelroten bis purpurfarbenen Scheinstamm bis 7 m Höhe, teilweise mit wachsartigem Überzug oder bereifter Oberfläche; zudem finden sich oft zahlreiche Ableger. Die Laubblätter sind schmal oval bis schmal lanzettlich, bis 3,4 m lang, mit braunschwarzer Mittelrippe und unterseits wachsartig bereift, so dass die Lamina fast weiß aussieht. Der Blütenstand ist nickend mit dunkelgrüner fast schwarzer Rachis (Blütenstandsachse). Die Deckblätter sind oval-lanzettlich, 15–25 cm lang, etwa 7 cm breit, innen hell orangefarben, außen karmesinrot. Jedes Hochblatt umschließt 18–20 Blüten in 2 Reihen. Die Blüten sind orangefarben, etwa 6 cm lang, 1,2 cm breit, 4-lappig und haben oval-lanzetlliche Kronblätter. Die Früchte sind kantig, 12–15 cm lang, nicht gebogen und weisen auf die Spitze des Blütenstandes. Die Samen sind bis 1,2 cm lang.

Die Nagaland-Banane ist morphologisch ähnlich der Südindischen Ess-Banane, M. balbisiana Colla. Die Laubblätter der Nagaland-Banane haben jedoch eine dunkle Mittelrippe und sind wesentlich schlanker. Die Früchte sind schlanker und länger als bei M. balbisiana, die Saat größer. "The stem in the Naga plant is more graceful and slender [...] The most salient difference however is in the fruits which [...] in M nagensium point persistently forward and downward in the direction of the apex of the long pendulous rachis" (Prain 1904).

Musa nagensium neigt dazu, natürliche Hybriden insbesondere mit M. balbisiana zu bilden: "M. nagensium is known to yield vigorous natural hybrids with M. balbisiana" (Simmonds 1956). Siehe auch Gattung Musa L.


Abb. 1 Pflanze der Musa nagensium mit mehreren Scheinstämmen im Hartlaubwald in Nagaland, Indien, Mai 2005, Photo K. C. Pradhan Abb. 2 Fast schwarze Blütenstansachse (Rachis) der Musa nagensium mit typischen Früchten, Nagaland, Indien, September 2004, Photo K. C. Pradhan


Abb. 3 Schmal lanzettliches Laubblatt von Musa nagensium mit unterseits dunkelbrauner Mittelrippe, Nagaland, Indien, September 2004, Photo K. C. Pradhan Abb. 4 Frucht-, Blütenstand einer Musa nagensium mit zurück gebogenen und gestreckten Früchten. Wahrscheinlich liegt hier eine Hybride mit M. balbisiana vor, Nagaland, September 2004, Photo K. C. Pradhan


Der Gattungsname Musa wurde von Linné etabliert und ist schon in antiken Quellen belegt. Linné hatte hierfür die älteste Bezeichnung gewählt, die es für die Gattung gab. Welches Benennungsmotiv dem Namen allerdings zugrunde liegt, ist nicht klar. Zumindest ist es keine Ehrung von Antonius Musa, dem Leibarzt des Augustus, da das Idiom wesentlich älter ist als die Person Antonius Musa und wohl indochinesischen Ursprungs (von chin. "maozi" = üppige Frucht) ist. Das Epitheton nagensium leitet sich vom Fundort in Nagaland ab.

Kultur und Überwinterung der Nagaland-Banane sind ähnlich der anderen kältetoleranten Arten des östlichen Himalaya, wobei die Pflanzen im Sommer gut Terrasse oder Garten dekorieren. Die Überwinterung erfolgt im kühl-temperierten Gewächshaus bei nicht weniger als –2 °C. Auspflanzversuche sollten mit größeren Exemplaren vorgenommen werden, die schon Kindel bilden, beziehungsweise ein Rhizom mit ausreichend Substanz haben.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.
Prain, D. 1904: An undiscribed indian Musa. – Journal of the Asiatic Society of Bengal, 73(2), 22.
Simmonds, N.W. 1956: Botanical Results of the Banana Collecting Expedition. – Kew Bulletin, 11, 3:



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Musa nagensium. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/musa-nagensium.html am Tg.Mo.Jahr.

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