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Parajubaea torallyi (Mart.) Burret
  synonym: Allagoptera torallyi (Mart.) Kuntze
                 Diplothemium torallyi Mart.
                 Jubaea torallyi (Mart.) H. Wendl.
                 Polyandrococos torallyi (Mart.) Barb. Rodr.
Janchicoco-Palme, Arecaceae - Palmen
Südsommerblüher, IV–V, bis 14 m hoch, immergrün, mehrjährig

Die Janchicoco-Palme stammt aus den bolivianischen Anden, wo die Pflanzen in montanen Sandsteinschluchten in Höhen von 2.400–3.400 über NN wachsen. Die Art ist, wie die Trockenwälder in ihrem Habitat, gut an saisonale Trockenheit angepasst, die meist über 8–10 Monate andauert. Die höhere Luftfeuchtigkeit in den Schluchten und wasserführende Schichten gewährleisten sichere Bestände.

Die Pflanzen wachsen einstämmig, aufrecht, mit 1 Blattschopf und erreichen Höhen von bis zu 14 m. Die Krone besteht aus 1-fach gefiederten, elegant überhängenden, 4,5–5 m langen, grünen Wedeln. Die Blütenstände stehen in der Krone (intrafoliar), sind reich verzweigt und tragen zahlreiche Einzelblüten. Später bilden sich graugrüne, eiförmige, glatte, bis 5 cm lange, essbare Früchte.

Bis 1996 wurde Parajubaea sunkha Moraes unter P. torallyi geführt und wird von vielen Autoren seither als eigenständige Spezies gesehen.

Abb. 1 Jungpflanze der Parajubaea torallyi im Jardin Botanico La Concepcion bei Malaga, Spanien, 15.10.2008 Abb. 2 das 1-fach gefiederte Laubblatt der Parajubaea torallyi im Jardin Botanico La Concepcion bei Malaga, Spanien, 15.10.2008

Abb. 3 Stammfasern und Blattscheiden von Parajubaea torallyi im Jardin Botanico La Concepcion bei Malaga, Spanien, 15.10.2008 Abb. 4 Etwa 2-jähriger Sämling der Parajubaea torallyi in einem Privatgarten in Ancona, 02.07.2003


Der Gattungsname Parajubaea Burret leitet sich ab von gr. "para" (= neben) und der Gattung Jubaea (Molina) Baill., nach der Ähnlichkeit der Parajubaeae mit der Honigpalme. Das Artepitheton torallyi wurde zu Ehren einer Person Torraly etabliert, ein französisch-bolivianischer Mediziner?

Parajubaea torallyi ist eine langsam wachsende Palme, die geringe Fröste toleriert und bei guter Einwurzelung auch gewisse Trockenheit verträgt. Allerdings sind die Pflanzen keineswegs winterhart in Mitteleuropa, sondern sollten idealerweise als Kübelpflanze kultiviert werden. Sie vertragen sonnige bis halbschattige Plätze und sollten während des Sommers regelmäßig gegossen werden. Die Überwinterung erfolgt im Wintergarten oder kühlen Gewächshaus.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Jones, D. L. 1994: Palmen. – Könemann Verlag, Köln, 409 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Parajubaea torallyi. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/parajubaea-torallyi.html am Tg.Mo.Jahr.

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