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Puya Molina
Erdbromelien, Bromeliaceae - Bromeliengewächse

Bei Puya Molina handelt es sich um eine Gattung mit etwa 250–300 Arten, die ausschließlich in Süd- und Mittelamerika vorkommen. Es sind Bromeliengewächse die terrestrisch wachsen und ein gut ausgeprägtes Wurzelsystem bilden - anders als die epiphytischen Bromelien, die als Aufsitzerpflanzen wachsen. Dies erklärt sich aus ihrem Verbreitungsgebiet, welches auch trockene Klimazonen umfasst. Man kann die Gattung aufgrund der Speichereigenschaften des Stammes und der Laubblätter vieler Arten der Puyae zu den Sukkulenten zählen. Mithin erklärt sich das große Vebreitungsgebiet von Mittelamerika bis ins meridionale Chile und die Vorkommen von Meereshöhe bis in Höhen von 4.800 m über NN. Es werden tropisch warme bis hin zu kühl gemäßigten Hähenlagen besiedelt, zudem aride Standorte bis hin zu feuchten Habitaten.

Manche Arten der Puyae sind kleinbleibend, rasenbilden, während andere Stämme und auffällige Solitäre bilden. Typisch sind die in Rosetten stehenden Laubblätter, die derb, teilweise sukkulent, steif, oft mit wachsenartiger Epidermis und meist mit randständigen Hakenzähnen besetzt sind. Die Blütenstände erscheinen terminal, sind wenig- bis vielblütige Ähren oder Trauben mit 3-zähligen, hermaphroditen Einzelblüten, deren Kronblätter sind nach dem Verblühen spiralförmig einrollen. Spätzer bilden sich Kapselfrüchte mit geflügelten Samen.

Der Gattungsname Puya stammt von span. "puya" (= Lanzenspitze des Pikadors), nach den spitz zulaufenden Hoch- und Tragblättern der Blütenstände, beziehungsweise den im Umriss der Waffe ähnlichen Trauben.

Abb. 1 Topfpflanze der Puya berteroniana mit den blaugrünen, bewehrten Laubblättern, Privatgarten, 20.03.2002 Abb. 2 Pflanzen der Puya chilensis mit mehreren Fruchtständen im Botanischen Garten der Insel Lokrum, Dubrovnik, Kroatien, 13.10.2015

Abb. 3 Das Laubblatt von Puya mirabilis ist oberseits kahl und hat an den Rändern grobe, hakenförmige Zähne, Privatgarten, 24.08.2016 Abb. 4 Blüte der Puya mirabilis mit grünem Stempel und 6 Staubfäden. Die Kronblättern sind umgeschlagen, Privatgarten, 09.09.2013


Puya alpestris besitzt eine der ornamentalsten Blüten, mit einer blau bis schwarzen, leicht grünlichen schimmernden Farbe. Sie stammt aus dem Hochland Chiles. Sehr dekorative Kübelpflanze!

Puya berteroniana Mez ist eine der härten Arten und toleriert bis –12 °C. Das Blatt ist geschwungen und die Blüte schwarz, sehr dekorativ.

Puya chilensis Molina ist eine bis 280 cm hohe Art aus Chile mit geringer Frosttoleranz und geeignet für die Kübelhaltung. Prächtiger, bis 4 m hoher Blütenstand.

Puya coquimhensis ist etwas empfindlicher und verträgt bis –10 °C. Sie wächst relativ zügig, bildet im Alter Ableger und erreicht eine Höhe von etw 60–80 cm in der Kübelkultur.

Puya mirabilis (Mez) L. B. Sm. ist eine kleine, meist niedrig wachsende Bromelie mit schlankem Blatt und einer hellgrünen, leuchtenden Blüte. Sehr schöne, moderat wachsende Kübelpflanze, die schon nach wenige Jahren blüht.

Puya venusta ist eine chilenische Art mit silbrig-grünem Blatt. Die Blüten sind phantastisch, von rot-violettem Farbton. Höhe etwa 1 m. Die Winterhärte liegt ähnlich wie P. berteroniana um die –12 °C.

Puyas sind exotische, attraktive Pflanzen, die entfernt an Yuccas erinnern. Insbesondere die Ornamentik des Blattes, kombiniert mit sehr prächtigen Blüten machen Puyae zu einer hochinteressante und dekorativen Gattung für die Kübelhaltung. Fast alle Arten lassen sich problemlos trocken und kühl im Wintergarten oder Gewächshaus überwintern. Senken Sie die Kübel während der warmen Jahreszeit an einem gut drainierten, sonnigen Standort ab, am besten auf einem Hochbeet. Das dekorative Blatt eignet sich bestens für Wüstenszenarien und passt in fast jedes Sukkulentenbeet.

Referenzen

Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Puya. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/puya.html am Tg.Mo.Jahr.

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