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Quercus robur L.
Stiel-Eiche, Deutsche Eiche, Fagaceae - Buchengewächse
Frühlingblüher, IV–V, bis 40 m hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Stiel-Eiche tritt in Mitteleuropa fast überall gemein auf. Bevorzugt siedeln die Pflanzen in Laubmischwäldern auf trockenen bis frischen Böden, tolerieren auch Staunässe und werden oft als Forstbaum angebaut.

Es sind laubabwerfende, meist einstämmige Bäume, gewöhnlich mit Stammverzweigung am Beginn der Krone und mit guter Neigung zur Bildung von Stammsprossachsen und Schösslingen. Die Borke ist bei jungen Bäumen glatt und grau, später tief längsrissig und grau-braun. Die Laubblätter sind wechselständig, nur 2–8 mm lang gestielt, unterseits kahl oder sternhaarig, mit 5–7 abgerundeten Lappen, herzförmigem und geöhrtem Spreitengrund. Männliche Blüten erscheinen an 2–4 cm langen, hängenden Kätzchen. Weibliche Blüten stehen terminal zu 2–5 an lang gestielten Ähren und sind erkennbar an den roten Narben. Die Früchte haben 3–8 cm lange Fruchtstiele und Fruchtbecher (Cupula), die die Früchte 1/4 bis 1/6 umschließen..

Die Unterschiede zur weniger häufigen Trauben-Eiche, Quercus petraea Liebl., sind der Standort: Die Trauben-Eiche bevorzugt trockenere Standorte, hat kurze, weniger als 1 cm lange Fruchtstiele, länger gestielte und nicht geöhrte Laubblätter.


Abb. 1 Anthropogener, reiner Quercus robur-Bestand im Diersfordter-Wald bei Wesel, 27.09.2012, 26 m, 51° 42' 225 N, 06° 33' 10 O Abb. 2 Hängende, männliche Blütenstände der Quercus robur in einem Privatgaten, 03.05.2022

Abb. 3 Flach wachsende Standortvariante der Quercus robur in den Graudünen auf Spiekeroog, 13.07.2015, 7 m, 53° 46' 23 N, 07° 41' 59 O Abb. 4 Kleine, rötliche, weibliche Blüten der Quercus robur in einem Privatgaten, 03.05.2022

Abb. 5 Typisches, geöhrtes Laubblatt und lang gestielte Früchte der Quercus robur in den Graudünen auf Spiekeroog, 13.07.2015, 7 m, 53° 46' 23 N, 07° 41' 59 O Abb. 6 Grau-braune Borke einer Quercus robur in den Graudünen auf Spiekeroog, 13.07.2015, 7 m, 53° 46' 23 N, 07° 41' 59 O

Abb. 7 An windgeschützten Stellen wächst Quercus robur auch aufrecht, Dorf auf Spiekeroog, 13.07.2015, 5 m, 53° 46' 19 N, 07° 42' 27 O


Der Gattungsnahme Quercus L. wurde schon im Altertum genutzt, lat. "quercus" bezeichnete Q. robur. Die etymologische Wurzel des Wortes bleibt unklar. Das Epitheton robur leitet sich ab von lat. "ruber" (= rot), nach dem gegenüber dem Splint dunkleren Färbung des Kernholzes. Siehe auch Quercus.

Die Stiel-Eiche wird häufig als Forst- oder Parkbaum angebaut.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2022: Quercus robur. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/quercus-robur.html am Tg.Mo.Jahr.

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