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Trithrinax campestris (Burmeist.) Drude & Griseb.
  synonym: Chamaethrinax hookeriana H. Wendl. ex Pfister
                 Copernicia campestris Burmeist.
                 Trithrinax schizophylla Drude
Blaue Nadelplame, Savannen-Nadelpalme, Arecaceae - Palmen
Herbstblüher, VIII–X, bis 7 m hoch, immergrün, mehrjährig

Trithrinax campestris ist eine stammbildende Palme aus Uruguay und Argentinien, wo die Pflanzen in Strauchgesellschaften und offenem Grasland (Savannen) bis hinauf in die Berge wachsen, beispielsweise in den Sierras de Cordoba, Argentinien, Capilla del Monte auf 900 m oder Las Palmas und Salsac bis 1.300 m über Meereshöhe. Je höher die Pflanzen in den Bergen wachsen, desto grau-silbriger werden oft die Blätter. Es sind sehr langsam wachsende Palmen. Meist bilden sie Horste durch reichlich Schösslinge, während manchmal auch einstämmige Exemplare ohne Ablegerbildung zu beobachten sind. Die Stämme sind aufrecht oder aufsteigend und von harten Fasern bedeckt, aus denen lange, steife Stacheln herausragen. Die Laubblätter sind bis 1 m im Durchmesser, ausgesprochen steif und laufen an den Segment-Enden stechend spitz zu. Unterseits sind die Blätter hell grün, oberseits dunkel-grün bis blau-silbrig. Die Blütenstände erscheinen innerhalb der Laubblätter (intrafoliar), sind reichlich verzweigt, tragen zahlreiche, zwittrige, bis 12 mm lange, weiß-gelbliche Blüten. Bis zum kommenden Sommer bilden sich kugelige, grüne, etwa 2,5 cm im Durchmesser große Früchte, die bis 2 cm im Durchmesser große Samen enthalten.


Abb. 1 Blühende Trithrinax campestris im Jardin des Plantes, St. Cyprien Plage, Südfrankreich, 12.11.2004 Abb. 2 Prächtige Blütenstände einer Trithrinax campestris im Jardin des Plantes, St. Cyprien Plage, Südfrankreich, 12.11.2004

Abb. 3 Trithrinax campestris im Jardin des Plantes, St. Cyprien Plage, Südfrankreich, 14.10.2005 Abb. 4 Trithrinax campestris in einem Privatgarten in Düsseldorf, über Winter mit Schutz, 18.04.2001

Abb. 5 Dekorativer Horst der Trithrinax campestris im Jardin Botanico La Concepcion bei Malaga, Spanien, 05.10.2008 Abb. 6 Einstämmiges Exemplar der Trithrinax campestris im Botanischen Garten Wien, 26.09.2009

Abb. 7 Blütenstände einer Trithrinax campestris im Jardin Botanico La Concepcion bei Malaga, 05.10.2008 Abb. 8 Blüten von Trithrinax campestris, Jardin Botanico La Concepcion bei Malaga, 05.10.2008

Abb. 9 Schutz einer Trithrinax campestris in einem Privatgarten in NRW, Pflanze mittlerweile abgestorben, 05.12.2004 Abb. 10 Trithrinax campestris in einer öffentlichen Anlage in Narbonne, Südfrankreich, Herbst 1999

Abb. 11 Regelmäßig geschützte Trithrinax campestris in einem Privatgarten in Tecklenburg, nördliches NRW. Pflanze inzwischen abgestorben, 17.05.2003 Abb. 12 Fruchstand einer Trithrinax campestris in Kübelhaltung, Privatgarten, 03.09.2003

Abb. 13 Geringe Fröste schaden Trithrinax campestris nicht, wie hier nach etwa –6 °C im Tremenheere Sculpture Gardens, Penzance, Cornwall, UK, 05.03.2018 Abb. 14 Sind die Winter mild, gedeiht Trithrinax campestris auch im sommerkühlen Klima. Tremenheere Sculpture Gardens in Cornwall, 05.03.2018

Abb. 15 Reichlich Früchte der Trithrinax campestris in den Gärten von Schloss Trauttmansdorff, Meran, Südtirol, 28.10.2019 Abb. 16 Spontane Sämlinge der Trithrinax campestris in den Gärten von Schloss Trauttmansdorff, Meran, Südtirol, 28.10.2019

Abb. 17 Aufgespießte Frucht der Trithrinax campestris in den Gärten von Schloss Trauttmansdorff, Meran, Südtirol, 28.10.2019 Abb. 18 Mehrere Exemplare von Trithrinax campestris in den Gärten von Schloss Trauttmansdorff, Meran, Südtirol, 28.10.2019


Der Gattungsname Trithrinax Mart. setzt sich zusammen aus gr. "tri-" (= drei-) und gr. "thrinax" (= Dreizack) zu "dreizackige Gabel", was nach Deutungsversuchen auf die Dreizahl von Kelch-, Frucht- und Kronblättern referiert oder metaphorisch die ausgeprägte Wehrhaftigkeit widerspiegelt. Das Art-Epitheton campestris stammt von lat. "campester" (= Feld) und bezieht sich auf Naturstandort in der argentinischen Savanne (sabana).

Trithrinax campestris ist wahrlich keine schnellwachsende Palme, dafür hat sie von der Exotik her am meisten zu bieten: Metallisch glänzende Blätter, bizarres Wachstum, lange "Nadeln" an fast allen Teilen der Pflanze und ein beinahe "wolliger" Stamm mit Dolchen, die denen der Poncirus trifoliata (L.) Raf. in nichts nachstehen und gerne mal die Weichteile der Gartenbesucher perforieren. Suchen Sie also eine Herausforderung, wählen Sie die Nadelpalme.

Trithinax campestris
überlebt kurzfristig etwa bis –10 °C ungeschützt, ist aber keinesfalls winterhart in Mitteleuropa. Aufgrund ihres bizarren und exotischen Aussehens ist T. campestris als dekorative Kübelpflanze sehr gut geeignet, man muss aber auf jeden Fall auf die sehr wehrhaften Teile der Pflanze achten. Auspflanzen sollte man die Palmen nur mit Schutz, am besten auch mit bedarfsweiser Wärmequelle.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Jones, D. L. 1994: Palmen. – Könemann Verlag, Köln, 409 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2020: Trithrinax campestris. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/trithrinax-campestris.html am Tg.Mo.Jahr.

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