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Verbascum lychnitis L.
Mehlige Königskerze, Scrophulariaceae - Braunwurzgewächse
Ende Frühsommerblüher, V–IX, 50–120(–150) cm hoch, immergrün, zwei-(mehr-)jährig

Die Mehlige Königskerze tritt in Mitteleuropa verbreitet bis zerstreut auf und wird nach Nordwesten hin selten oder fehlt ganz. Das Verbreitungsgebiet reicht von Europa bis nach Vorderasien. Bevorzugt siedelt sie auf Trocken- und Halbtrockenrasen, thermophilen Säumen und Ruderalflächen, gerne auf kalk- oder basenreichen Böden.

Es sind meist zweijährige Pflanzen, die im ersten Jahr mit einer grundständigen Rosette überwintern. Im zweiten Jahr wachsen die Pflanzen kräftig in die Höhe und blühen an einem bis zu 150 cm hohen, langgestreckten Blütenstand. Nach der Saison sterben die Pflanzen in der Regel ab. Die Stängel sind fein grauhaarig und drüsenlos. Die Blätter länglich, verkehrt eiförmig, mehlig flockig belegt, oberseits kurzhaarig bis fast kahl und unterseits graugrün filzig behaart. Die Blattränder sind ganzrandig oder leicht gekerbt und sie laufen nicht den Stängel herab, wie es bei manchen Königskerzen der Fall ist. Die Blüten sind 10–16 mm im Durchmesser, stehen in Knäueln und sind hellgelb oder weiß. Die Filamente sind weißzottig. Nach der Blüte entwickeln sich eiförmige Kapselfrüchte, die zahlreiche kleine, braune Samen enthalten.


Abb. 1 Die Blüten des Verbascum lychnitis stehen in Knäueln, Bausenberg, Niederzissen, Eifel, 10.09.2014, 284 m, 50° 27' 50 N, 07° 13' 23 O Abb. 2 Blüte des Verbascum lychnitis mit den weißzottigen Filamenten, Bausenberg, Niederzissen, Eifel, 10.09.2014, 284 m, 50° 27' 50 N, 07° 13' 23 O

Abb. 3 Blütenstand von Verbascum lychnitis im subpannonischen Sandrasen des NSG Dulbaum bei Alsbach, Hessen, 18.08.2021, 95 m, 49° 44' 52 N, 08° 35' 25 O Abb. 4 Laubblätter und Stängel des Verbascum lychnitis, Wegesrand am Lemberg, bei Oberhausen an der Nahe, 10.07.2020, 399 m, 49° 46' 45 N, 07° 45' 52 O

Abb. 5 Laubblätter und Stängel des Verbascum lychnitis im subpannonischen Sandrasen des NSG Dulbaum bei Alsbach, Hessen, 18.08.2021, 95 m, 49° 44' 52 N, 08° 35' 25 O Abb. 6 Individuenreicher Bestand Verbascum lychnitis an einer Südhanglage des Bausenberg, Niederzissen, Eifel, 09.07.2020, 302 m, 50° 27' 53 N, 07° 13' 27 O

Abb. 7 Pflanze des Verbascum lychnitis kurz vor dem Aufblühen, Wegesrand in den Weinbergen bei Dorsheim, Rheinland-Pfalz, 10.07.2020, 177 m, 49° 55' 39 N, 07° 53' 33 O Abb. 8 Blütenstand des Verbascum lychnitis in der Anthese, Wegesrand am Lemberg, bei Oberhausen an der Nahe, 10.07.2020, 399 m, 49° 46' 45 N, 07° 45' 52 O


Die Abgrenzung des Verbascum lychnitis von den anderen Arten der Gattung ist manchmal schwierig, besonders wenn Hybriden zwischen den Arten auftreten. Bei weiß blühenden Sippen dürfte es keine Probleme geben. Die ähnliche Großblütige Königskerze, V. densiflorum Bertol., und die Windblumen-Königskerze, V. phlomoides L., haben deutlich größere Einzelblüten, mit mindestens 35 mm Durchmesser. Verbascum pulverulentum Vill., die Flockige Königskerze, wächst ausladend, kandelaberartig verzweigt.Verbascum nigrum L., die Schwarze Königskerze, ist nicht wollig und hat meist einen dunklen, braun oder rot unterlaufenen Stängel.

Der Gattungsname Verbascum wurde von Linné aus dem Lateinischen übernommen, lat. "verbascum" (= Königskerze), und bezog sich ursprünglich wahrscheinlich auf V. nigrum, später dann in der Antike auch auf weitere Arten der Gattung. Das Epitheton lychnitis wurde schon in der Antike genutzt, gr. "lychnitis" (= Wollkraut, Verbascum), zu gr. "lychnos" (= Lampe, Leuchte) als Hinweis darauf, dass die dünnfilzigen Laubblätter Lampendochte lieferten.

Verbascum lychnitis sind dekorative Blütenpflanzen für den Staudengarten, aber auch das Exotenbeet in Kombination mit Yuccas, Sukkulenten oder mediterranen Pflanzen. Ein sonniger Standort ist ideal. Die Pflanzen sind zweijährig, säen sich aber zuverlässig aus, wenn "offene" Stellen im Garten vorhanden sind.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2020: Verbascum lychnitis. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/verbascum-lychnitis.html am Tg.Mo.Jahr.

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