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Verbascum phlomoides L.
Windblumen-Königskerze, Scrophulariaceae - Braunwurzgewächse
Sommerblüher, VII–VIII, 50–200 cm hoch, immergrün, zwei-(mehr-)jährig

Die Windblumen-Königskerze tritt in Mitteleuropa selten bis zerstreut auf, mit größeren Lücken. Bevorzugt werden trockene Ruderalstandorte an Waldrändern, Wegrändern und gestörten Flächen besiedelt, gerne auf basenreichen Böden. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch-westasiatisch. In Mitteleuropa gilt die Art als Archäophyt, in Nordamerika ist sie eingebürgert. Meistens ist die Windblumen-Königskerze zweijährig und überwintert im ersten Jahr mit einer graugrünlichen, filzigen, grundständigen Rosette. Im zweiten Jahr wachsen die Pflanzen kräftig in die Höhe und blühen an einem bis zu 20 cm hohen, kaum verzweigten Blütenstand. Nach der Saison sterben die Pflanzen in der Regel ab. Die Stängel sind rund. Laubblätter und Stängel sind dicht graugrün bis gelblich-weiß filzig. Die Blätter sind länglich eiförmig bis breit elliptisch, am Rand grob gekerbt, unten gestielt und oben nur wenig herablaufend. Der Blütenstand ist eine kaum verzweigte, walzenförmige Traube ohne endständige Blüte (Thyrse). Die Blüten stehen knäuelig zu 2–9, sind goldgelb und 35–60 mm im Durchmesser, mit gelbweißen, wolligen Staubfäden. Nach der Blüte entwickeln sich walzenförmige Kapselfrüchte, die zahlreiche kleine, braune Samen enthalten.


Abb. 1 Bestand des Verbascum phlomoides auf einer Mahdwiese im Schwarzbachtal bei Mettmann, 06.09.2020, 139 m, 51° 16' 55 N, 06° 57' 32 O Abb. 2 Goldgelbe Blüte des Verbascum phlomoides auf einer Mahdwiese im Schwarzbachtal bei Mettmann, 06.09.2020, 139 m, 51° 16' 55 N, 06° 57' 32 O

Abb. 3 Gelblichweiß, filzige Sprossachse des Verbascum phlomoides auf einer Mahdwiese im Schwarzbachtal bei Mettmann, 06.09.2020, 139 m, 51° 16' 55 N, 06° 57' 32 O Abb. 4 Kaum oder nicht herablaufende Blattstiele des Verbascum phlomoides auf einer Mahdwiese im Schwarzbachtal bei Mettmann, 06.09.2020, 139 m, 51° 16' 55 N, 06° 57' 32 O

Abb. 5 Blütenstand des Verbascum phlomoides auf einer Mahdwiese im Schwarzbachtal bei Mettmann, 06.09.2020, 139 m, 51° 16' 55 N, 06° 57' 32 O Abb. 6 Grundständige Blattrosette von Verbascum phlomoides mit gestielten Laubblättern. Mahdwiese im Schwarzbachtal bei Mettmann, 06.09.2020, 139 m, 51° 16' 55 N, 06° 57' 32 O


Der Gattungsname Verbascum wurde von Linné aus dem Lateinischen übernommen, lat. "verbascum" (= Königskerze), und bezog sich ursprünglich wahrscheinlich auf V. nigrum, später dann in der Antike auch auf weitere Arten der Gattung. Das Epitheton phlomoides stammt von gr. "phlomos" (= Königskerze) und gr. "oeides" (= -ähnlich), zu "königskerzenähnlich", was einen Pleonasmus darstellt.

Verbascum phlomoides sind dekorative Blütenpflanzen für den Staudengarten, aber auch für das Exotenbeet in Kombination mit Yuccas, Sukkulenten oder mediterranen Pflanzen. Ein sonniger Standort ist ideal. Damit sich die Pflanzen erfolgreich aussäen, sollten freie Bodenflächen im Garten vorhanden sein. Sind aufkommende Sämlinge unerwünscht, sollte der Blütenstand nach dem Verblühen vor der Fruchtreife abgeschnitten werden.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2020: Verbascum phlomoides. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/verbascum-phlomoides.html am Tg.Mo.Jahr.

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