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Amelanchier ovalis Medik.
Echte Felsenbirne, Rosaceae - Rosengwächse
Vollfrühlingblüher, IV–V, 1–3 m hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Echte Felsenbirne tritt in den Alpen verbreitet, ansonsten zerstreut am Ober- und Mittelrhein, Schwarzwald, Rheinland-Pfalz, Thüringen und in Österreich auf. In anderen Gebieten ist sie selten bis fehlend. Ihr Verbreitungsgebiet ist europäisch. Bevorzugt besiedeln die Pflanzen trockene Felsgebüsche, felsige Eichen- und Kiefernwälder.

Die Sträucher sind laubabwerfend, werden kaum höher als 3 m, wachsen aufrecht mit mehreren, kaum über 5 cm dicken Stämmen und gelegentlich mit Wurzelsprossen. In steilen Felshabitaten kann die Wuchsform auch überhängend oder horizontal sein. Die Laubblätter sind beim Austrieb im Frühling hellolivgrün und dicht mit einem weißen oder hellgelblichen Wollfilz bedeckt. Später verkahlen die Blätter und werden rundlich bis eiförmig. Die Blütenstände haben (3–)5–10 weiße Blüten mit schmal lanzettlichen, außen meist zottigen Kronblättern. Später bilden sich bis 1 cm im Durchmesser große, kugelige, rotviolette bis blauschwarze, essbare Früchte.


Abb. 1 Blühender Strauch der Amelanchier ovalis in Südlage auf Kalk, Bayrischzell, Bayerische Alpen, 16.05.2016, 852 m, 47° 40' 40 N 12° 00' 48 O Abb. 2 Nachblüte der Amelanchier ovalis im Sommer, Strauchgesellschaft am Strangenberg, Westhalten, Elsass, 20.08.2021, 365 m, 47° 57' 39 N, 07° 16' 06 O

Abb. 3 Blüten von Amelanchier ovalis mit ihren weißen, schmalen Kronblättern, Bayrischzell, Bayerische Alpen, 16.05.2016, 852 m, 47° 40' 40 N 12° 00' 48 O Abb. 4 Blüten und junge Blätter der Amelanchier ovalis an einem trockenen Felsstandort der Rheinbrohler Ley, 12.04.2017, 197 m, 50° 29' 02 N, 07° 20' 35 O

Abb. 5 Zweige der Amelanchier ovalis, Bayrischzell, Bayerische Alpen, 16.05.2016, 852 m, 47° 40' 40 N 12° 00' 48 O Abb. 6 Ovale und oberseits verkahlende Laubblätter von Amelanchier ovalis. Botanischer Garten Bochum, 29.05.2016

Abb. 7 Glatte, graue Borke eines alten Strauches von Amelanchier ovalis, am Katharinaweg, Brohl-Lützing, 19.09.2021, 151 m, 50° 28' 50 N, 07° 19' 46 O Abb. 8 Junge Blätter der Amelanchier ovalis sind unterseits graufilzig. Trockenstandort an der Rheinbrohler Ley, 12.04.2017, 197 m, 50° 29' 02 N, 07° 20' 35 O

Abb. 9 Blühende Sträucher der Amelanchier ovalis oberhalb der Rheins an der Rheinbrohler Ley, 12.04.2017, 184 m, 50° 29' 03 N, 07° 20' 32 O Abb. 10 Blühende Sträucher der Amelanchier ovalis in einem Strauchsaum an der Rheinbrohler Ley, 12.04.2017, 192 m, 50° 29' 01 N, 07° 20' 37 O

Abb. 11 Strauch der Amelanchier ovalis an der Oberkante des Rotenfels, Rheinland-Pfalz, 10.07.2020, 288 m, 49° 49' 02 N, 07° 50' 04 O Abb. 12 Reife, schwarze Früchte der Amelanchier ovalis, Felsstandort am Rotenfels, Rheinland-Pfalz, 23.06.2018, 288 m, 49° 49' 02 N, 07° 50' 04 O

Abb. 13 Bereifte Frucht der Amelanchier ovalis an der Oberkante des Rotenfels, Rheinland-Pfalz, 10.07.2020, 288 m, 49° 49' 02 N, 07° 50' 04 O Abb. 14 Unreife Früchte der Amelanchier ovalis die verdeutlichen, warum die Art zu den Rosengewächsen gehört. Am Rotenfels, Rheinland-Pfalz, 07.06.2021, 285 m, 49° 49' 01 N, 07° 50' 02 O


Der Gattungsname Amelanchier Medik. leitet sich ab von gr. "melas" (= schwarz) ab und beschreibt die Farbe der reifen Früchte. Über südfranzösische Wortstämme entwickelte sich frz. "amélanchier" (= Felsenbirne) durch falsche Abtrennung des Artikels in "la mélanche" zu "l'amélanche". Das Art-Epitheon ovalis bezieht sich auf die ovale Laubblattspreite.

Amelanchier ovalis ist hübscher, frühblühender Strauch für warme und sonnige Stellen im Garten. Zudem garantiert die Pflanze Fruchtgenuss im Spätsommer bis Herbst. Der Anbau ist einfach, ideal ist ein kalkhaltiger Boden an sonniger Stelle.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2021: Amelanchier ovalis. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/amelanchier-ovalis.html am Tg.Mo.Jahr.

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