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Calicotome spinosa (L.) Link
  synonym: Spartium spinosum L.
                 Cytisus spinosus (L.) Lam.<

Dorngeißblatt, Stacheliger Dornginster, Fabaceae - Hülsenfruchtgewächse
Frühlingblüher, III–VI, 50–200 m hoch, (halb-)immergrün, mehrjährig

Das Dorngeißblatt stammt aus dem nordwestlichen Mittelmeergebiet, wo die Pflanzen in den Macchien und auf gestörten Flächen wie Lichtungen, nach Rodungen oder Bränden wachsen. Zumeist findet sich die Art auf sauren Böden. Es sind aufsteigende oder aufrechte, sparrig verzweigende, später oft überhängende Sträucher, die zumeist winter- bis vorsommergrün oder bei entsprechendem Wasserangebot auch immergrün sind. Beim Anbau in Mitteleuropa sind die Pflanzen sommergrün. Die Sprossachsen sind stark dornig, deutlich mehr als bei Calicotome villosa (Poir.) Link, mit jungen, wenig behaarten Zweigen, später kahl. Die Laubblätter sind trifoliat, gestielt, mit verkehrt eiförmigen Abschnitten und unterseits silbrig behaart. Die Blüten sind goldgelb, 12–18 mm lang und stehen einzeln oder gelegentlich in wenigblütigen Büscheln. Wie allen Arten der Gattung Calicotome Link, reisst der Kelch in der Anthese auf und der obere Teil des Kelches bleibt eine zeitlang als "Hütchen" auf der Krone stecken. Später bilden sich kahle, 2–4 cm lange Hülsenfrüchte mit kaum verdickter Naht. Siehe auch Mediterrane Ginster.  


Abb. 1 Bewehrte Sprossachsen der Calicotome spinosa, Freilandpflanze im Botanischen Garten Freiburg, 02.04.2013 Abb. 2 Blühende Pflanze der Calicotome spinosa in einem Strauchsaum an der Via Cala Moresca, Golfo Aranci, Sardinien, 03.04.2018, 4 m, 40° 59' 16 N, 09° 38' 19 O

Abb. 3 Die Blüten der Calicotome spinosa stehen einzeln oder in wenigblütigen Büscheln. Strauchsaum an der Via Cala Moresca, Golfo Aranci, Sardinien, 03.04.2018, 4 m, 40° 59' 16 N, 09° 38' 19 O Abb. 4 Kräftig bewehrte Sprossachsen der Calicotome spinosa. Strauchsaum an der Via Cala Moresca, Golfo Aranci, Sardinien, 03.04.2018, 4 m, 40° 59' 16 N, 09° 38' 19 O


Der Gattungsname Calicotome Link leitet sich ab von gr. "calyx" (= Kelch, Becher) und gr. "tome" (= Schnitt), nach den sich teilenden Kelchen während der Anthese = "Kelchzerteiler", bei denen der obere Teil des Kelches eine zeitlang als Hütchen auf der Krone sitzen bleibt; dem entscheidenden Merkmal der Gattung. Das Art-Epitheton spinosa ist die weibliche Form von lat. "spinosus" (= dornig, stachelig) und beschreibt die Wehrhaftigkeit der Pflanzen.

Calicotome spinosa wird nur selten in Mitteleuropa angebaut. Die Winterhärte ist für die wintermilden Regionen Z 8 ausreichend. Ideal ist ein sonniger, warmer Platz, am besten auf abgemagertem, saurem Boden.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Polunin, O. & Smythies, B. E. 1997: Flowers of South-West Europe. – Oxford University Press, Oxford, New York, 480 S.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. 2002: Kosmos Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. – Kosmos-Verlag, Stuttgart, 303 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Calicotome spinosa. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/calicotome-spinosa.html am Tg.Mo.Jahr.

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