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Listera ovata (L.) R. Br.
   synonym: Diphryllum ovatum Kuntze
                  Distomaea ovata (L.) Spenn.
                  Epipactis ovata Crantz
                  Helleborine ovata (L.) F. W. Schmidt
                  Neottia latifolia Rich.
                  Neottia ovata (L.) Bluff & Fingerh.
                  Ophrys ovata L.
                  Pollinirhiza ovata (L.) Dulac
                  Serapias ovata (L.) Steud.
Großes Zweiblatt, Orchidaceae, Orchideen
Ende Vollfrühlingblüher, V–VI, 20–70 cm groß, sommergrün, mehrjährig

Das Große Zweiblatt ist in Mitteleuropa selten, unter den Orchideen gehört es aber zu den häufigeren Arten und in vielen Bundesländern tritt es verbreitet bis zerstreut auf. Man findet es in Auwäldern, feuchten Laubwälderm, kalkreichen Wiesen oder Halbtrockenrasen; manchmal sogar an Ruderalstandorten entlang von Wegen. Charakteristisch für das Große Zweiblatt sind die zwei gegenständigen, breit eiförmigen, 4–13 cm langen Blätter. Seltener sind Pflanzen mit 3 oder 4 Blättern. Der Blütenstand ist locker, traubig, bis 65-blütig und trägt eher unscheinbare, grüne Blüten mit langer, linealischer, tief 2-spaltiger Lippe. Die Pflanzen leben regelmäßig in Symbiose mit Bodenpilzen und können sich über Rhizomausläufer vermehren.


Abb. 1 Listera ovata auf einem Kalkschuttfächer im Ahbach-Tal nahe des Wasserfalls Dreimühlen, Nohn, Eifel, 28.05.2914, 397 m, 50° 19' 21 N, 06° 46' 21 O Abb. 2 Blütenstand von Listera ovata im Ahbach-Tal nahe des Wasserfalls Dreimühlen, Nohn, Eifel, 28.05.2914, 397 m, 50° 19' 21 N, 06° 46' 21 O

Abb. 3 Austreibende Blütenstandsachse von Listera ovata, Ahbach-Tal nahe des Wasserfalls Dreimühlen, Nohn, Eifel, 397 m, 50° 19' 21 N, 06° 46' 21 O Abb. 4 Individurenreicher Bestand der Listera ovata auf einem basenreichen Halbtrockenrasen zusammen mit der Großblütigen Braunelle, Prunella grandiflora (L.) Scholler, im Urft-Tal, Eifel, 10.07.2016, 440 m, 50° 30' xx N, 06° 37' xx O

Abb. 5 Unscheinbarer Bestand der Listera ovata in einem halbschattigen Saum im Arboretum Liliental, Ihringen, Kaiserstuhl, 28.05.2018, 327 m, 48° 04' xx N, 07° 40' xx O Abb. 6 Die Blüten der Listera ovata sind grün und haben eine lange, linealische und tief gespaltene Unterlippe, Urft-Tal, Eifel, 10.07.2016, 440 m, 50° 30' xx N, 06° 37' xx O

Abb. 7 Blütenstand von Listera ovata. Halbschattiger Saum im Arboretum Liliental, Ihringen, Kaiserstuhl, 28.05.2018, 327 m, 48° 04' xx N, 07° 40' xx O Abb. 8 Pflanze der Listera ovata auf einer Wiese im Urft-Tal, Eifel, 22.06.2016, 432 m, 50° 30' xx N, 06° 37' xx O


Der Gattungsname Listera R. Br. wurde zu Ehren von Martin Lister (1638–1711), einem englischen Botaniker und Naturforscher, etabliert. Das Epitheton ovata beschreibt die Form der Laubblätter, lat. "ovatus" (=eiförmig). Es gibt zahlreiche Synonyme für das Große Zweiblatt. Ursprünglich wurde es Ophrys ovata L. genannt (= Basionym).

Wie bei allen Orchideen sollten nur Pflanzen aus gärtnerischer Vermehrung, keine Naturentnahmen im Garten kultiviert werden. Da das Große Zweiblatt eher unscheinbar ist und kaum mit den prächtigen Blüten anderer Orchidaceae konkurrieren kann, dürfte es eher für den naturnahen Garten oder Orchideen-Experten von Interesse sein. Es ist relativ anspruchslos in der Kultur und toleriert, wie am Naturstandort, eine ganze Reihe von Bedingungen. Ein frischer, feuchter, auch kalkhaltiger Boden ist ideal, gerne schattig oder halbschattig.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Listera ovata. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/listera-ovata.html am Tg.Mo.Jahr.

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