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Maianthemum bifolium (L.) F. W. Schmidt
Zweiblättriges Schattenblümchen, Convallariaceae - Maiglöckchengewächse
                                          oder: Asparagaceae - Spargelgewächse
                                                  Ruscaceae - Mäusedorngewächse
Vollfrühlingblüher, V–VII, 5–20 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Das Zweiblättrige Schattenblümchen tritt in Mitteleuropa verbreitet bis gemein auf, in den mitteldeutschen Trockengebirgen und der Oberrheinebene jedoch zerstreut. Das Verbreitungsgebiet ist eurasisch. Bevorzugt siedeln die Pflanzen gerne Mischwäldern und zwergstrauchreichen Nadelholzwäldern. Die Art bildet unterirdische Ausläufer und bildet so größere, zusammenhängende Kolonien. Meist besitzt jeder blühende Stängel 2(–3) parallelnervige, tief herz-eiförmige Laubblätter. Nicht blühende Stängel haben meist nur 1 Blatt. Der Blütenstand ist eine aufrechte Traube mit vierzähligen, weißen Blüten. Zum Herbst bilden sich zuerst rötlich gefleckte, grüne, später zur Reife dann vollständig rote Beeren.

Die Abgrenzung des Maianthemum bifolium vom Gewöhnlichen Maiglöckchen, Convallaria majalis L., ist vor der Blüte recht schwierig - Maianthemum bifolium wurde früher auch zur Gattung Convallaria L. gezählt. Bei M. bifolium sind die Blätter herzförmig, während sie bei C. majalis breit lanzettlich sind. In der Blüte sind beide kaum mehr zu verwechseln, da die Staubfäden des M. bifolium deutlich über den Blüte hinaus ragen. 


Abb. 1 Kolonie des Maianthemum bifolium im Mai zum Blattaustrieb, Wuppertalsperre, 11.05.2013, 280 m, 51° 10' 31 N, 07° 18' 16 O Abb. 2 Reife Früchte des Maianthemum bifolium am traubigen Fruchtstand, Wuppertalsperre, 07.10.2012, 280 m, 51° 10' 31 N, 07° 18' 16 O

Abb. 3 Unreife, gefleckte Früchte des Maianthemum bifolium am Rand eines Fichtenforstes in der Hildener Heide bei Düsseldorf, 27.07.2014, 88 m, 51° 10' 53 N, 06° 57' 56 O Abb. 4 Frisch austreibende Maianthemum bifolium zusammen mit blühendem Buchsblättrigem Kreuzblümchen, Polygala chamebuxus L., oberhalb von Westendorf, Österreich, 14.05.2016, 1.648 m, 47° 25' 10 N, 12° 14' 23 O

Abb. 5 Blütenstand von Maianthemum bifolium im Juni, Mischwald an der Wuppertalsperre, 19.06.2013, 280 m, 51° 10' 31 N, 07° 18' 16 O Abb. 6 Traubiger Blütenstand des Maianthemum bifolium im Frühsommer, 19.06.2013, Privatgarten

Abb. 7 Herzförmiges Blatt von Maianthemum bifolium links und breit lanzettliche Blätter von Convallaria majalis rechts, bei Sankt Augustin, 06.10.2013, 116 m, 50° 44' 56 N, 07° 11' 14 O Abb. 8 Ungewöhnlich: Ein bodendeckender, vollsonniger Bestand des Maianthemum bifolium am Esterweger Moor, 17.07.2015, 14 m, 53° 00' 34 N, 07° 38' 27 O


Abb. 9 Blütenknospen von Maianthemum bifolium, Laubmischwald der Hildener Heide, 01.05.2015, 81 m, 51° 11' 27 N, 06° 57' 39 O Abb. 10 Maianthemum bifolium breitet sich nicht nur im Boden über das Rhizom aus, sondern auch auf vermooster Borke. Laubmischwald der Hildener Heide, 01.05.2015, 81 m, 51° 11' 27 N, 06° 57' 39 O

Abb. 11 Bestand des Maianthemum bifolium in einem lichten Laubmischwald der Hildener Heide bei Düsseldorf, 01.05.2015, 81 m, 51° 11' 27 N, 06° 57' 39 O Abb. 12 Maianthemum bifolium bildet zusammen mit Anemone nemorosa L. einen dichten Teppich im Laubmischwald der Hildener Heide, 01.05.2015, 81 m, 51° 11' 27 N, 06° 57' 39 O


Der Gattungsname Maianthemum F. H. Wigg. setzt sich zusammen aus lat. "Maius" (= Mai) und gr. "anthemon" (= Blüte) als lateinisch-griechisches Lehnwort von Maiblume (= Maiglöckchen), unter dessen Gattung das Zweiblättrige Schattenblümchen früher eingeordnet wurde.

Für den Garten ist Maianthemum bifolium sicherlich eine interessante Pflanze, da es schwierige Stellen unter dichtem Bewuchs oder mit Wurzeldruck besiedeln kann. Als sommerlicher Bodendecker mit Frühlingsblüte und Herbstbeeren bietet es sich geradezu an. Der Boden sollte leicht feucht und am besten frisch sein. Es gibt rötlich blühende Sorten und solche mit gefüllten Blüten.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2019: Maianthemum bifolium. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/maianthemum-bifolium.html am Tg.Mo.Jahr.

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