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Musa itinerans Cheesman
Banane der Reisenden, Musaceae - Bananen
Sommer- bis Winterblüher (in Mitteleuropa), VIII–IV, 5–7 m hoch, sommer-, immergrün, mehrjährig

Musa itinerans stammt aus Nordost-Indien, Myanmar, Thailand und China (Yunnan), wo die Pflanzen in den Hartlaubwäldern oder in wasserführenden Schluchten der Gebirge auf Höhen von 1.000–1.300 m über NN wachsen. Typischweise bilden Pflanzen weit laufende Ableger durch das elongierte Rhizom, so dass Ableger mehr als 2 m entfernt vom Zentralrhizom erscheinen können. Die Scheinstämme sind 20–25 cm im Durchmesser, anfangs gelblich-grün und mit Wachsüberzug, später purpurfarben und mit rotbraunen Flecken. Die Laubblätter sind oberseits grün, unterseits blassgrün, länglich oval, bis 3,1 m lang, bis 90 cm breit und haben einen 50–60 cm langen Stiel ohne Wachsüberzug. Der Blütenstand ist etwas nickend mit einer samtartig flaumhaarigen Blütenstandsachse (Rachis). Die männlichen Blütendeckblätter sind innen gelb und an der Basis fast weiß, außen dunkel rot-purpurfarben und oft längsgestreift mit gelben Streifen, deren Rand weiß ist. Weibliche Blütendeckblätter sind oval-lanzettlich, etwa 30 cm lang und 6–13 cm breit, innen blassgelb und außen dunkel purpurfarben mit grünlichen Streifen. Die Blüten stehen in 2 Reihen zu 12–16 Einzelblüten. Die Früchte stehen in 5–10 "Händen" zu je 15–18 oval-zylindrischen, 12–14 cm langen, 3–3,5 cm breiten, weißlich flaumhaarigen, 5-kantigen Früchten, mit etwa 3 cm langem Stiel, der ohne scharfe Grenze in die Frucht übergeht. Die Samen sind schwarz, unregelmäßig mit warzenförmigen Erhebungen, etwa 3 mm breit und bis 7 mm lang.

Phylogenetische Untersuchungen haben gezeigt, dass Musa itinerans nahe verwandt mit der Japanischen Faserbanane, M. basjoo Siebold & Zucc. ex Linuma, ist: "genetic research has shown that M. itinerans Cheesm. is closely allied to M. basjoo Sieb. from the Liukiu archipelago" (Simmonds 1956). Siehe auch Gattung Musa L.


Abb. 1 Typischer Habitus einer Musa itinerans mit langen laufenden Ablegern in einem Laubwald in Manipur, Indien, Mai 2005, Photo K. C. Pradhan Abb. 2 Laubblatt einer Musa itinerans auf einer Lichtung in einem Laubwald in Manipur, Indien, Mai 2005, Photo K. C. Pradhan


Der Gattungsname Musa wurde von Linné etabliert und ist schon in antiken Quellen belegt. Linné hatte hierfür die älteste Bezeichnung gewählt, die es für die Gattung gab. Welches Benennungsmotiv dem Namen allerdings zugrunde liegt, ist nicht klar. Zumindest ist es keine Ehrung von Antonius Musa, dem Leibarzt des Augustus, da das Idiom wesentlich älter ist als die Person Antonius Musa und wohl indochinesischen Ursprungs (von chin. "maozi" = üppige Frucht) ist. Das Epitheton itinerans leitet sich ab von lat. "itineris" (= Weg; Reise), mit dem Suffix "-ans", als aktives Partizip Präsens, nach der langstreckigen Rhizombildung.

Kultur und Überwinterung von Musa itinerans sind ähnlich der anderen kältetoleranten Arten des östlichen Himalaya, wobei die Pflanzen im Sommer Terrasse oder Garten dekorieren können. Die Überwinterung erfolgt im kühl-temperierten Gewächshaus bei nicht weniger als –2 °C. Auspflanzversuche sollten mit größeren Exemplaren vorgenommen werden, die schon Kindel bilden, beziehungsweise ein Rhizom mit ausreichend Substanz haben. Winterlicher Schutz ist imperativ.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Simmonds, N. W. 1956: Botanical Results of the Banana Collecting Expedition, 1954–5. – Kew Bulletin, 11(3), 463–489.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Musa itinerans. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/musa-itinerans.html am Tg.Mo.Jahr.

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