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Opuntia phaecantha Engelm.
  synonym: Opuntia angustata Engelm. & J. M. Bigelow
                 Opuntia chihuahuensis Rose
                 Opuntia discata Griffiths
                 Opuntia dulcis Engelm.
                 Opuntia laevis J. M. Coult.
                 Opuntia megacarpa Griffiths
                 Opuntia mojavensis Engelm. & J. M. Bigelow
                 Opuntia procumbens Engelm. & J. M. Bigelow
                 Opuntia spinosibacca M. S. Anthony
                 Opuntia superbospina Griffiths
                 Opuntia woodsii Backeb.
                 Opuntia zuniensis Griffiths
Braundornige Opuntie, Braundorniger Feigenkaktus, Cactaceae - Kakteengewächse
Frühlingblüher, IV–VII, 30–100 cm, immergrün, mehrjährig

Die Braundornige Opuntie stammt aus dem Südwesten der USA und Nord-Mexiko wo die Pflanzen in den Prärien, Wacholder-Kieferwäldern und Halbwüsten in Höhen von 1.350–2.400 m über NN wachsen. Es sind niederliegend wachsende Sträucher. Die Segmente sind rundlich bis eiförmig und abgeflacht, blau-grün bis dunkelgrün, unter Stress rötlich, 10–25 cm lang, 7–20 cm breit und mit warzenartigen Erhebungen (Tuberkel) bedeckt. Die Areolen (bei Cactaceae gestauchte Achselsprossen, die mit Dornen besetzt sind) sind rundlich bis oval, bis 6 mm lang und haben in den oberen Bereichen 3–9 Dornen, in den unteren nur 1–2. Die Dornen sind weiß bis braun, 0,6–3,8 cm lang, mehr oder weniger gerade oder gebogen. Die Glochidien (mit Widerhaken besetzte Haare) sind gelblich bis rötlich-braun und bis 5 mm lang. Die Blüten sind 6–8 cm im Durchmesser, meist reingelb oder am Grund rot. Später bilden sich fleischige, länglich ovale oder zylindrische, 3–5 cm lange, 2–3 cm breite, weinrote bis purpurfarbene, kahle, dornenlose Früchte, auf denen sich 18–24 Areolen mit ausschließlich Glochidien befinden. Die Samen sind gelblich-braun, 4–5 mm im Duchmesser und rundlich.

Opuntia phaecantha hybridisiert am Naturstandort leicht mit anderen Arten und ist in solchen Fällen kaum eindeutig zuzuordnen. Zudem gibt es im Gartenhandel zahlreiche Züchtungen, Sorten und interspezifische Taxone, die morphologische Übergänge zu anderen Arten aufweisen. Mithin referiert das Binomen und der deutsche Name zwar auf braune Dornen, dennoch gibt es zahlreiche Morphotypen mit hellen, gelblichen Dornen, insbesondere wenn es zur Introgression kommt. Siehe auch Opuntien.


Abb. 1 Schöner Bestand der Opuntia phaecantha mit zahlreichen Früchten im Botanischen Garten Wuppertal, 09.05.2004 Abb. 2 Relativ dornenarme, putative Hybride von Opuntia phaecantha × humifusa (Raf.) Raf. im Botanischen Garten Wuppertal, 09.05.2004

Abb. 3 Mauereidechse auf Opuntia phaecantha im Steingarten des Botanischen Gartens Basel, Schweiz, 08.04.2010


Der Gattungsname Opuntia Mill. leitet sich wahrscheinlich vom aztekischen Namen für Opuntien "nopalli" ab, woraus später span. "nopal", und mit Verlust des Anlautes "n-" und volksetymologischer Anlehnung an das lat. "pungere" (= stechen), der Gattungsname entstand. Das Epitheton phaecantha leitet sich ab von gr. "phaios" (= schwärzlich, braun, dunkel) und gr. "akantha" (= Dorn).

Opuntia phaecantha ist in Mitteleuropa seit 1870 in Kultur. An trockenen und warmen Standorten in voller Sonne sind die Pflanzen ausreichend winterhart bis Z 7. Man wählt einen durchlässigen, abgemagerten Boden mit Südausrichtung.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.
Jäger, E. J., Ebel, F., Hanelt, P. & Müller, G. K. 2007: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Nutz- und Zierpflanzen. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 874 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Opuntia phaecantha. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/opuntia-phaecantha.html am Tg.Mo.Jahr.

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