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Opuntia Mill.
Opuntien, Feigenkakten, Cactaceae - Kakteengewächse

Bei den Opuntiae handelt es sich um Gattung mit über 300 Arten vom amerikanischen Kontinent, die sich von Südkanada bis hinuter nach Patagonien finden. Es sind immergrüne Sträucher oder Bäume, deren Sprossachsen in Segmente aufgeteilt sind. Die Segmente können zylindrisch, kugelig, becherförmig oder abgeflacht sein. Die Oberfläche ist mehr oder weniger mit warzenartigen Erhebungen (Tuberkel) bedeckt, selten gerippt. Laubblätter sind ebenfalls vorhanden, oft sind diese klein, zurückgebildet und rasch hinfällig. Auf den Segmenten finden sich meist Areolen, bei denen es sich um gestauchte Achselsprossen handelt, die mit Dornen und Glochidien (mit Widerhaken besetzte Haare) besetzt sind; sie sind rundlich, oval oder länglich. Die Dornen stehen meist zu mehreren, selten 0. Sie sind weiß bis schwarz, horn- oder papierartig, gestreckt, gebogen oder hakenförmig. Die Blüten stehen meist einzeln subterminal oder seitlich, selten terminal, sind gelb, orangefarben, rot oder weiß. Später bilden sich fleischige oder trockene, von Areolen besetzte Früchte.


Abb. 1 Opuntia engelmannii zusammen mit Yucca angustissima Engelm. ex Trel. auf einer Lichtung in einem Eichenwald nahe Sedona, Arizona, 06.02.2008 Abb. 2 Alter Strauch einer Opuntia corallicola (Small) Werderm. mit rötlichen, noch geschlossenen Blüten im Key West Tropical Forest & Botanical Garden, Florida, USA, 25.01.2009

Abb. 3 Blüte einer Opuntia corallicola (Small) Werderm. mit orangeroten Kronblättern. Key West Tropical Forest & Botanical Garden, Florida, USA, 25.01.2009 Abb. 4 Relativ dornenarme, putative Hybride von Opuntia phaecantha × humifusa (Raf.) Raf. im Botanischen Garten Wuppertal, 09.05.2004


Der Gattungsname Opuntia Mill. leitet sich wahrscheinlich vom aztekischen Namen für Opuntien "nopalli" ab, woraus später span. "nopal" und mit Verlust des Anlautes "n-" und volksetymologischer Anlehnung an das lat. "pungere" (= stechen) der Gattungsname entstand.

Viele Opuntien sind an gut drainiertem Standort in Mitteleuropa ausreichend winterhart. Sie lieben einen warmen Platz in voller Sonne. Das winterliche "Verschrumpeln" ist ein normaler Prozess der Akklimatisierung und schützt vor dem Platzen der Zellen durch gefrierendes Wasser. Aus diesem Grund wachsen fast alle Opuntien in unserem Klima teppichartig und breiten sich im Laufe der Jahre langsam aus. Die Blüten können dann im Frühjahr/Sommer zu einem eindrucksvollen Schauspiel werden.

Opuntia corallicola (Small) Werderm., teilweise auch als Consolea corallicola Small akzeptiert, ist eine seltene, nur noch mit einer handvoll Exemplaren in der Natur existierende Art, die auf Keys im Südosten der USA beheimatet ist.

Opuntia engelmannii Salm-Dyck ex Engelm. aus dem Südwesten der USA und Nord-Mexiko ist eine mehr oder weniger aufrecht wachsende Opuntie mit großen Segmenten. Einzelne Klone sind sehr hart und gehören zu den architektonisch eindrucksvollsten Vertetern der Opuntien für eine Freilandkultur in Mitteleuropa.

Opuntia humifusa (Raf.) Raf. stammt aus den östlichen USA und gehört zu den robustesten der Gattung. Sie bildet im Laufe der Jahre einen mehrere Quadratmeter großen "Teppich". Geeignet für kleine Gärten, für das Sukkulentenbeet oder den Steingarten in sonniger Lage.

Opuntia phaecantha Engelm. robuste Art mit vielen verschiedenen Sorten, von gelben bis orange-roten zu violetten Blüten, mit mittelgroßen Segmenten, sehr gut hart.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.
Jäger, E. J., Ebel, F., Hanelt, P. & Müller, G. K. 2007: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Nutz- und Zierpflanzen. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 874 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Opuntia. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/opuntien.html am Tg.Mo.Jahr.

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