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Peucedanum alsaticum L.
  synonym: Xanthoselinum alsaticum (L.) Schur
Elsässer Haarstrang, Apiaceae - Doldenblütler
Hochsommerblüher, VII–IX, 60–200 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Der Elsässer Haarstrang tritt in der Mitte und im Süden von Mitteleuropa selten auf, in den übrigen Gebieten fehlt er ganz. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch-westasiatisch. Bevorzugt werden trockene Standorte auf Kalk in Strauchsäumen, lichten Wäldern und Weinbergsbrachen besiedelt. Es sind mehrjährige, aufrecht wachsende Pflanzen mit einer Rübenwurzel, aus deren Knospen am Hals sich die Pflanze erneuert (Pleikormstaude). Die Stängel sind markig, kantig gefurcht, violett unterlaufen und am Grund mit einem Faserschopf. Die Laubblätter sind 2–3-fach gefiedert, mit kurz gestielten Fiedern und Fiederchen und mit 3–5-teiligen Endfiedern. Die Blütenstände sind kahle, 6–25-strahlige Dolden. Hüll- und Hüllchenblätter sind vielblättrig, abstehend, bleibend, lanzettlich, hautrandig und fädig auslaufend (Hüllblätter sind bei Doldenblütler die Hochblätter direkt unterhalb des Blütenstandes, Hüllchenblätter jene unterhalb der Teildolden = Döldchen). Die Kronblätter sind blassgelb, nicht strahlend (alle gleich groß). Die Früchte sind 4,5–6 mm lang, 3–4 mm breit und mit deutlichen Randrippen.


Abb. 1 Laubblatt des Peucedanum alsaticum mit den 3–5-teiligen Endfiedern. Thermophiler Strauchsaum am Strangenberg, Westhalten, Elsass, 21.06.2019, 385 m, 47° 57' 48 N, 07° 16' 14 O Abb. 2 Frisch austreibende Sprossachse des Peucedanum alsaticum an einem thermophilen Strauchsaum am Bollenberg, Elsass, 21.06.2019, 273 m, 47° 56' 21 N, 07° 15' 33 O

Abb. 3 Verzweigende Sprossachse von Peucedanum alsaticum. Thermophiler Strauchsaum am Strangenberg, Westhalten, Elsass, 21.06.2019, 385 m, 47° 57' 48 N, 07° 16' 14 O Abb. 4 Kantiger und violett unterlaufender Stängel von Peucedanum alsaticum. Thermophiler Strauchsaum am Strangenberg, Westhalten, Elsass, 21.06.2019, 385 m, 47° 57' 48 N, 07° 16' 14 O


Der Gattungsname Peucedanum L. existierte schon vorlinnäisch und leitet sich von gr. "peukos" (= stechend, scharf) ab, später zu gr. "peukedanon" (= bitter schmeckend), nach der bitter schmeckenden Wurzel, die eine alte Heilpflanze ist. Das Epitheton alsaticum stammt von frz. "Alsace" (= Elsass), nach dem Naturstandort.

Peucedanum alsaticum ist ein prächtiger Doldenblütler für den naturnahen Garten an trockener und warmer Stelle.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2020: Peucedanum alsaticum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/peucedanum-alsaticum.html am Tg.Mo.Jahr.

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