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Phoenix L.
Phoenix-Palmen, Arecaceae, Palmen
Frühjahrsblüher, IV–VII, bis 15 m hoch, immergrün, mehrjährig

Bei den Phoenixpalmen handelt es sich um eine Gattung von 14–17 Arten, die zu den Fiederpalmen gehört.Das Verbreitungsgebiet liegt nordhemisphärisch in den mediterranen bis (sub-)tropischen Klimaten von Afrika bis Asien mit 1–2 Arten in Europa. Es sind einstämmige oder horstbildende Pflanzen ohne Kronenschaft. Typischerweise sind die unteren Fiedern der Blätter verdornt und zu langen, spitzen und harten Dornen umgebildet, die Fiedern sind aufwärts gerichtet und bilden einen nach oben offenen v-förmigen Querschnitt (= indulikat). Der Blütenstand steht intrafoliar (in der Blattkrone) und ist meist eingeschlechtlich, selten zwittrig. Die Früchte sind Beeren, von denen die bekannteste Frucht die Dattel ist.

Alle Arten kreuzen sehr leicht miteinader und es gibt eine ganze Reihe architektonisch besonderer Ökotypen, die im Gartenbau der warmen Länder gerne angepflanzt werden. Trotz der Dornen sind es beliebte Pflanzen und man findet sie sehr häufig in Gärten uns Parks, sofern es das Klima zulässt. Viele Arten sind suszeptibel für einen Befall mit dem Palmenrüssler, Rhynchophorus ferrugineus Oliv., der teilweise erhebliche Schäden an Phoenix-Kulturen anrichtet.


Abb. 1 Die Echte Dattelpalme, Phoenix dactylifera L., zusammen mit Nerium oleander L. am Naturstandort im Wadi Alqahfi, Oman, 20.02.2007, 392 m, 24° 42' 01 N 56° 10' 26 O Abb. 2 Eine putative Hybride Phoenix canariensis × sylvestris (L.) Roxb. (links) und gewöhnliche P. canariensis (rechts) an der Uferpromenade in Banyuls-sur-Mer, Südfrankreich, 03.10.2007

Abb. 3 Großes Exemplar der Phoenix sylvestris in einem Privatgarten in der Innenstadt von Guwahati, Assam, Indien, 12.04.2004 Abb. 4 Ältere Pflanze der Phoenix reclinata, deren Stämme sich voneinander weg neigen; Orto Botanico in Rom, Italien, 18.04.2017


Der Gattungsname Phoenix stammt von gr. "phoinix" (= Dattelpalme) und hat seinen etymologischen Ursprung bei gr. "Phoinix" (= Phönizier), dem Volk welches schon im Altertum mit den Datteln ausgiebig Handel trieb.

Phoenix acaulis, kleine, indo-burmesische Art mit kurzen, dicken Stämmen. Der Schopf ist mit 2–4 m an idealer Stelle relativ klein und bleibt im Kübel zumeist sogar noch kleiner, so dass P. acaulis eine hervorragende Kübelpalme für den langfristig planenden Exotenfreund ist.

Phoenix canariensis Chabaud, die Kanarische Dattelpalme, ist erkennbar an der großen dichten Krone mit elegant geschwungenen Blättern. Häufig kultiviert in Urlaubsgebieten. Toleriert geringe Fröste, ist aber fürs Freiland in Mitteleuropa nur mit beheiztem Winterschutz geeignet.

Phoenix dactylifera L., die Echte Dattelpalme. Typischerweise besteht ihre Krone aus nur wenig geschwungenen Blättern. Sie kann basale Ableger bilden und trägt die essbaren Dattelfrüchte. Frosttoleranz für eine Freilandkultur nicht ausreichend.

Phoenix humilis. Kleine Phoenixpalme bis 3 m Höhe aus Indien, die ein sehr weitgefächertes Verbreitungsgebiet hat, von den großen Flußebenen,bis hinauf auf 2000 m im Gebirge. Die Früchte sind genießbar. In der Kübekultur sehr gut haltbare Art, da sie kaum die Dimensionen sprengt und mit maximal 2–3 m Schopfdurchmesser durchaus auch für den kleineren Wintergarten geeignet erscheint.

Phoenix loureirii. Kleine Phoenixpalme aus dem indoasiatischen Raum. Ähnelt sehr stark P. roebelinii. Die Fiederblätter sind aber buschiger, da in mehreren Ebenen angeordnet. Wächst zumeist in der Strauchschicht der arboreszenten Vegetation, die aus Pinus spp., Quercus spp. und Callicarpa spp. besteht.

Phoenix paludosa. Indoasiatische Art aus tropischen Regionen, an feuchten Stellen oder in Überschwemmungsgebieten, wie Flussauen, an den Küsten oder Mangrovenwäldern (palus = Sumpf). Sie bleibt klein und bildet Ausläufer, ist daher gut für die langfristige Kübelkultur geeignet. Am besten ist ein winterwarmer Standort, im geheizten Wintergarten oder an hellen Stellen im Wohnzimmer.

Phoenix reclinata Jacq., Senegalesische Dattelpalme, stammt aus Afrika und wächst als großer Horst mit zahlreichen schlanken Stämmen.

Phoenix roebelenii ist eine grazile Phoenix-Palme mit schlankem Stamm bis maximal 3 m Größe. Sie ist sehr anpassungsfähig und kann sonnig, als auch schattig gedeihen. Im Kübel verhält sie sich über viele Jahre hinweg gesittet und sprengt kaum die Dimensionen.

Phoenix rupicola. Mittelgroße, indische Art, die bevorzugt an steinigen, schluchtigen Standorten zu finden ist (rupes = Klippe). Mit bis 10 m Höhe kann sie an schattigen Standorten relativ groß werden, verhält sich im Kübel aber zumeist gesitteter. Sie ähnelt P. roebelinii, hat jedoch wesentlich längere und hängende Blätter. Elegante Fiederpalme für den größeren Wintergarten.

Phoenix sylvestris (L.) Roxb., die Indische Dattelpalme ist sehr anpassungsfähig und gedeiht sowohl in tropischen als auch warm-gemäßigten Klimaten. Sie ist erkennbar an den blau-grauen Blättern. Kübelhaltung.

Referenzen
Barrow, S. 1998: A revision of Phoenix. – Kew Bulletin 53 (3), 513–575.
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Jones, D. L. 1994: Palmen. - Könemann Verlag, Köln, 409 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Phoenix. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/phoenix.html am Tg.Mo.Jahr.
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