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Pseudolysimachion spicatum (L.) Opiz
   synonym: Veronica spicata L.
Ähren-Blauweiderich, Heide-Ehrenpreis, Scrophulariaceae - Braunwurzgewächse
Sommerblüher, VI–IX, 15–50 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Der Ähren-Blauweiderich tritt zerstreut im Osten Mitteleuropas auf, ansonsten ist er selten oder fehlt ganz. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch-westasiatisch. Bevorzugt siedelt er auf Silikat- und Sandtrockenrasen und an Trockengebüschsäumen.

Die Pflanzen sind immergrün und besitzen ein Rhizom ohne Rübenwurzel. Es sind aufrechte Pflanzen die meist nur 1 Blütenstand haben, selten 3–5. Der Stängel ist drüsig behaart. Die Laubblätter sind gegenständig, 1–5 cm lang, bis 3 cm breit, sitzend, oben ganzrandig und lanzettlich, unten gesägt und eiförmig bis elliptisch. Die Blütenstände weisen meist nur 1 lange, endständige Traube auf. Die Einzelblüten sind tief blau, trichterförmig und haben eine Kronröhre, die länger als jene der Gattung Veronica L. ist. Die Blütenstiele sind kürzer als die Tragblätter. Die Fruchtkapseln sind kugelig und stumpf.

Manche Autoren akzeptieren Veronica spicata als gültiges Binomen.


Abb. 1 Blütenstände des Pseudolysimachion spicatum mit je nur 1 Traube. Trockener Felsrasen auf dem Rotenfels, Rheinland-Pfalz, 23.06.2018, 291 m, 49° 49' 00 N, 07° 50' 08 O Abb. 2 Untere Laubblätter und behaarte Stängel von Pseudolysimachion spicatum im trockenen Felsrasen auf dem Rotenfels, Rheinland-Pfalz, 23.06.2018, 291 m, 49° 49' 00 N, 07° 50' 08 O

Abb. 3 Dicht sitzende Blüten des Pseudolysimachion spicatum im pannonischen Rasen am Hundsheimer Berg, Ostösterreich, 20.09.2014, 284m, 48° 07' 24 N, 16° 55' 52 O Abb. 4 Blütenähren des Pseudolysimachion spicatum im pannonischen Rasen am Hundsheimer Berg, Ostösterreich, 20.09.2014, 284m, 48° 07' 24 N, 16° 55' 52 O

Abb. 5 Blühende Pflanzen des Pseudolysimachion spicatum in einem Halbtrockenrasen im Niderwald bei Colmar, Elsass, Frankreich 20.08.2021, 204 m, 47° 59' 20 N, 07° 28' 05 O Abb. 6 Kugelige, noch unreife Fruchtkapseln von Pseudolysimachion spicatum in einem Halbtrockenrasen im Niderwald bei Colmar, Elsass, Frankreich 20.08.2021, 204 m, 47° 59' 20 N, 07° 28' 05 O

Abb. 7 Blütentraube des Pseudolysimachion spicatum in einem Halbtrockenrasen im Niderwald bei Colmar, Elsass, Frankreich 20.08.2021, 204 m, 47° 59' 20 N, 07° 28' 05 O Abb. 8 Blütenähren des Pseudolysimachion spicatum in einem Halbtrockenrasen im Niderwald bei Colmar, Elsass, Frankreich 20.08.2021, 204 m, 47° 59' 20 N, 07° 28' 05 O

Abb. 9 Gegenständige, lanzettliche Stängelblätter von Pseudolysimachion spicatum, Halbtrockenrasen im Niderwald bei Colmar, Elsass, Frankreich 20.08.2021, 204 m, 47° 59' 20 N, 07° 28' 05 O


Der Gattungsname Pseudolysimachion (W. D. J. Koch) Buchenau beschreibt die Ähnlichkeit der Blütenstände mit denen des Blutweiderich, Lythrum salicaria L., welcher vorlinnäisch als Lysimachia spicata purpurea firmierte. Beide Sippen haben einen endständigen, vielblütigen Blütenstand. Das Art-Epitheton spicatum stammt von lat. "spicatus" (= ährenförmig), nach den ährenähnlichen Blütenständen.

Im Garten wird Pseudolysimachion spicatum schon lange als Zierpflanze angebaut. Die Pflanzen sollten einen trockenen und sonnigen Standort erhalten. Sie eignen sich für den Steingarten, das Alpinum oder das mediterrane Staudenbeet.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2021: Pseudolysimachion spicatum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/pseudolysimachion-spicatum.html am Tg.Mo.Jahr.

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