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Sabal minor

3-jährige 20/30 im Topf 50/60 im Topf Sabal minor im trockenen
"Swamp" in Florida
Sabal minor, Südfrankreich Sabal minor an einem Parkplatz
am Peace River, Florida

Sabal minor ist eine Fächerpalme, deren Verbreitungsgebiet in sumpfigen Wäldern, Fluß-Tälern und Schluchten zwischen North-Carolina, Texas und Mexiko liegt. An einigen Standorten kommt sie auf trockenem Felsgelände vor. Sabal minor wächst langsam und bildet nur gelegentlich einen Stamm. Die Endgröße liegt meist bei 2 m. Im Gegensatz zu Rhapidophyllum hystrix, mit dem sie gemeinsam im Habitat wächst, hat S. minor nur einen einzigen, zumeist unterirdischen Stamm mit großen, eleganten fächerförmigen Blättern. Der Blütenstand ist nicht oder nur wenig verzweigt und reicht über die Blätter hinaus. Die Blätter tragen keine oder meistens wenige Fäden. Auch wenn in der Flora of North America immer noch "not bearing fibers between segments" steht, so ist Sabal minor an den Naturstandorten im Süden der USA keinesfalls komplett ohne Fäden. Schon J. K. Small formulierte 1933 (Man SE-Flora: 240) treffend: "the segments sparingly if at all filiferous".

Dies ist deshalb wichtig, weil in Mitteleuropa immer noch nach "der echten Minor" gesucht wird. Grandiose Frosthärteversprechen haben angesichts der regelhaften Fehlversuche mit S. minor im Freiland nämlich dazu geführt, dass geradezu manisch die Echtheit der Pflanzen just anhand der Fäden in Frage gestellt wurde und wird; und nicht - was definiter wäre - man die zu hohe Frosthärte-Erwartung hinterfragt. Es ist eher so, dass S. minor keinesfalls problemlos winterhart in Mitteleuropa ist. Mit ihr gibt es nämlich keinen einzigen, mir bekannten Langfristerfolg (> 20 Jahre) mit ungeschützten Pflanzen im Freiland. Die längste Erfolgssequenz im Tropengarten beispielsweise betrug mit einem Exemplar sechs Jahre (1994 von einem nicht mehr aktiven Palmenhändler in Süddeutschland bezogen). Alle anderen Versuche scheiterten schon wesentlich eher. Meistens kümmern die Pflanzen Winter für Winter vor sich hin und verlieren Saison für Saison an Substanz, bis sie schließlich im retrograden Siechtum verschwinden. Und da nutzt auch nichts, sich einzureden, man hätte angeblich keine Minores gehabt. Man hat. Die sind einfach nur nicht hart genug.

Ob Sabal minor überhaupt im Freiland taugt, ist auf der einen Seite eine Frage, ob es einen Ökotypen dieser Art gibt, der die in Mitteleuropa geringe Jahreswärmesumme durch zügiges Wachstum in der Saison kompensieren kann. Hier kommen dann die Fäden wieder ins Spiel. Es bleibt eben zur Zeit noch offen, ob fadentragende Ökotypen härter sind oder nicht. Gibt es also wirklich Minores-Herkünfte, die bei großzügiger Sichtweise als möglicherweise winterhart zu sehen sind? Denn selbst die mittlerweile schon "historischen Versuche" scheiterten alle kläglich. Sei es mit S. minor var. louisiana, die ein schnelleres Wachstum als die Art haben sollte, oder mit der Sorte S. minor 'McCurtain' , die sensationelle –28 °C ausgehalten und schon bei niedrigeren Temperaturen Wachstum haben sollte. Alles Wolkenkuckucksheime, letztendlich.

Auf der anderen Seite sollte man die Frage stellen, ob es an klimatisch besonders geeigneten Stellen in Mitteleuropa nicht doch möglich wäre, Sabal minor erfolgreich ohne Schutz oder zumindest mit geringem Schutzaufwand im Freiland zu halten. Hier kämen urbane Standorte der Rheinschiene, warme Weinbaulagen oder zentrale Lagen der Großstädte als Versuchsfelder in Frage.


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