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Sabal (Jacq.) Pers.
Palmettos, Sabalpalmen, Arecaceae, Palmen

Die Gattung Sabal umfasst etwa 15 Arten costapalmater Palmen auf dem amerikanischen Kontinent. Es sind Palmen mit einem unbewehrten Stamm, unbewehrten Blättern und gespaltenen Blattbasen. Es gibt Arten mit aufsteigenden, kriechenden oder unterirdischen Stämmen. Meist befindet sich der Blütenstand in den Blättern (intrafoliar) und trägt zwittrige Blüten. In der Natur und in Kulturbeständen ist häufig Hybridisierung zu beobachten, einzelne Arten sind als gültige Nothospezies etabliert, wie beispeilsweise die Brazoria-Sabalpalme, Sabal ×brazoriensis D. H. Goldman, L. Lockett & R. W. Read, die eine Naturhybride aus Sabal minor (Jacq.) Pers. und S. palmetto (Walter) Lodd. ex Schult. & Schult. f. ist.


Abb. 1 Pflanze der Sabal etonia im Ocala National Forest, Florida, 30.01.2009, 21 m, 29° 12' 47 N, 81° 58' 06 W Abb. 2 Sabal etonia in einer Strauchgesellschaft im Ocala National Forest, Florida, 30.01.2009, 21 m, 29° 12' 49 N, 81° 58' 06 W

Sabal ×brazoriensis ist eine Naturhybride aus Sabal minor und S. palmetto, die in einem kleinen Areal im Brazoria-County, Texas, wächst und deren Population kaum mehr als 300 Individuen umfasst. Die Pflanzen bilden meist einen Stamm, der bis 9 m Höhe und 30–45 cm Durchmesser erreichen kann.

Sabal causiarum (O. F. Cook) Becc. ist eine bis zu 10 m große Palme mit dickem Stamm und den für Sabalpalmen typischen fächerförmigen Blättern. Gut unterscheidbar sind ältere Exemplare an den frühzeitig abfallenden Blattscheiden und dem weißen Stamm. Sie ist eine ansprechende Palme für das Gewächshaus oder den Wintergarten. Trotz der gewissen Frosttoleranz ist sie wahrscheinlich nur mit aufwändigem Schutz im Freiland zu halten. Besser als Kübelpflanze, die den Wintergarten oder im Sommer die Terrasse ziert. Falsche Schreibweisen sind "S. causarium", "S. causiarium", "S. causarum", "S.casuarium" und vielfältige andere. Der Trivial-Name erläutert die richtige Schreibweise, Puerto Rican hat palm, da aus ihren Blättern Hüte geflochten werden, Hut (= lat. causia).

Sabal etonia Swingle ex Nash stammt aus dem Südosten der USA, Florida, und ist eine klein bleibende Art mit deutlich costapalmatem Blatt, ähnlich S. palmetto. Zumeist bleibt der Stamm unterirdisch. Das Freilandverhaltung dürfte ähnlich S. minor sein. Zwei Einzelbeobachtungen an ausgepflanzten Exemplaren lassen eine ähnliche Winterhärte wie bei S. minor vermuten. Auspflanzversuche können mit kleinen Pflanzen unternommen werden, da größere Pflanzen sich nicht versetzen lassen und zumeist kollabieren. Bedenken Sie daher den endgültigen Platz gut. Der Standort sollte ein möglichst warmer und sonniger Platz sein, auch wenn S. etonia am Naturstandort bevorzugt eine Unterwuchspflanze in typischerweise Pinus clausa Beständen der Hammocks und 'Dry Pinelands' ist. Bisher selten in Kultur.

Sabal miamiensis Zona ist endemisch in Florida und stammt aus dem Südosten Floridas, Dade County. In der freien Natur sind die Bestände wahrscheinlich erloschen, da die Standorte durch die Stadt Miami urbanisiert wurden. Die Pflanzen haben einen unterirdischen Stamm und deutlich costapalmate Blätter. Sehr ähnlich der S. etonia. In Kultur gibt es nur wenige Exemplare, Winterhärte in Mitteleuropa nicht erprobt.

Sabal minor aus den sumpfigen Wäldern, Fluß-Tälern und Schluchten zwischen North-Carolina, Texas und Mexiko. Sabal minor wächst langsam und bildet nur gelegentlich einen Stamm. Die Endgröße liegt meist bei 2 m, selten bis 4 m.

Sabal palmetto, die Palmetto Palme, stammt aus dem Südosten Nordamerikas (Carolina, Georgia und Florida) sowie einigen karibischen Inseln. Sie ist stammbildend mit einer Endhöhe von etwa 15 m.

Sabal rosei (O. F. Cook) Becc. ist eine bis zu 15 m große Sabal-Palme mit schlankem Stamm und länglichen Fächern, die mit Fäden besetzt sind. Toleriert sowohl trockene als auch feuchte Standorte, sowie geringe Fröste. Ich kenne keine Auspflanzversuche bisher. Schöne Palme für den Wintergarten oder als Kübelpflanze.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Jones, D. L. 1994: Palmen. – Könemann Verlag, Köln, 409 S.
Small, J. K. 1933: Manual of the Southeastern Flora. – The University of North Carolina Press, Chapel Hill, 1554 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Sabal. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/sabal.html am Tg.Mo.Jahr.

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