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Sedum telephium L.
  einschließlich: Sedum maximum (L.) Hoffm.
                        Sedum telephium ssp. maximum (L.) Krocker
  synonym: Hylotelephium telephium (L.) H. Ohba
                 Sedum purpureum (L.) Schult.
Purpur-Fetthenne, Purpur-Waldfetthenne, Crassulaceae - Dickblattgewächse
Hochsommerblüher, VII–X, 25–60 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Purpur-Fetthenne tritt im Westen Mitteleuropas verbreitet, ansonsten selten bis zerstreut auf. Ihr Verbreitungsgebiet ist europäisch-asiatisch, in Nordamerika ist sie eingebürgert. Bevorzugt besiedelt sie Steinschutt- und Geröllflächen, sowie Ruderalstandorte an Wegrändern, Extensiväckern, Gebüsch- und Waldsäumen. Es sind sommergrüne, sukkulente Pflanzen mit dicken fleischigen Blättern, die mehr oder weniger gezähnt und sitzend sind. Zum Grund hin sind die Blätter verschmälert. Meist sind die Laubblätter wechselständig, gelegentlich gegenständig oder in 3er-Quirlen. Die Blütenstände sind Trugdolden, weiß-gelblich oder rot bis purpurfarben.


Abb. 1 Sedum telephium an einem Feldweg im Hohenreutewald, Lauterbach, Schwarzwald, 25.04.2011, 744 m, 48° 14' 00 N, 08° 19' 48 O Abb. 2 Blühendes Sedum telephium 'Purpursonne' im Hochsommer, Privatgarten, 04.09.2013

Abb. 3 Trugdolden der Sedum telephium 'Purpursonne' in einem Privatgarten, 04.09.2013 Abb. 4 Blütenstand des Sedum telephium mit hellrosa Blüten im Spätsommer, Privatgarten, 12.09.2013

Abb. 5 Wechselständige, undeutlich gezähnte Blätter des Sedum telephium, Privatgarten, 12.09.2013 Abb. 6 Leuchtend rosafarbiger, trugdoldiger Blütenstand von Sedum telephium, Privatgarten, 12.09.2013

Abb. 7 Pflanze des Sedum telephium im 0,25L-Topf, Privatgarten, 12.09.2013 Abb. 8 Sedum telephium ssp. maximum in den Dünen von Langeoog, wahrscheinlich ein Gartenflüchtling, 25.04.2011, 5 m, 53° 44' 59 N, 07° 28' 41 O

Abb. 9 Gegenständige Blätter des Sedum telephium ssp. maximum, NSG Dulbaum bei Alsbach, welches ein trockener Standort mit Steppenrasen ist. Hessen, 11.09.2015, 96 m, 49° 44' 58 N, 08° 35' 26 Abb. 10 Pflanze des Sedum telephium ssp. maximum zusammen mit der Zypressen-Wolfsmilch, Euphorbia cyparissias L., im NSG Dulbaum bei Alsbach, Hessen, 11.09.2015, 96 m, 49° 44' 58 N, 08° 35' 26 O

Abb. 11 Blütenstand des Sedum telephium, NSG Dulbaum bei Alsbach, Hessen, 11.09.2015, 96 m, 49° 44' 58 N, 08° 35' 26 OPrivatgarten, 12.09.2013 Abb. 12 Rotbrauner Fruchtstand des Sedum telephium ssp. maximum, NSG Dulbaum bei Alsbach, Hessen, 11.09.2015, 96 m, 49° 44' 58 N, 08° 35' 26

Abb. 13 Blütenstand des Sedum telephium an einem schattigen Standort am Wasserfall Sopot, Montenegro, 11.10.2015, 40 m, 42° 30' 49 N, 18° 40' 53 O Abb. 14 Gegenständige Laubblätter des Sedum telephium am Wasserfall Sopot, Montenegro, 11.10.2015, 40 m, 42° 30' 49 N, 18° 40' 53 O


Die Abgrenzung des Sedum telephium vom sehr ähnlichen S. maximum L. (Hoffm.) ist manchmal schwierig. Letzteres hat meist gegenständige oder in 3er-Quirlen sitzende Blätter. Allerdings sind manche Sippen nicht eindeutig zuzuordnen, insbesondere im Hinblick auf die unzureichend geklärte Taxonomie der großblättrigen Fetthennen. Manche Autoren behandeln diese dann als eine Art mit mehreren Unterarten, beispielsweise S. maximum in der Flora Europaea als S. telephium ssp. maximum (L.) Krock. Andere Autoren sehen Hylotelephium telephium als gültiges Binomen an.

Der Gattungsname Sedum war schon vor Linné gebräuchlich, lat. "sedum" (= Hauswurz). Er umfasste da aber mehrere Gattungen wie beispielsweise Sempervivum L. oder Aizoon L. und nicht nur exklusiv die Fetthennen. Das Epitheton telephium stammt von gr. "telephion" (= wilde Hauswurz). Das genaue Benennungsmotiv ist jedoch unklar, entweder von einem Krieger mit Namen Telephus, dessen Wunde im Trojanischen Krieg mit der Fetthenne behandelt wurde, oder von Telephos von Pergamon, der als Archetyp des langlebigen Menschen galt.

Sedum telephium ist eine dekorative Art für den Garten. Es gibt zahlreiche Sorten mit unterschiedlichen Blüh- und Blattfarben. Ideal sind trockene und sonnige Standorte. Kombinationen mit Yuccas oder anderen Xerophyten bieten sich geradezu an, da S. telephium problemlos winterhart ist und mit seinem sukkulenten Aspekt gut harmonisiert.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2019: Sedum telephium. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/sedum-telephium.html am Tg.Mo.Jahr.

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