Trachycarpus wagnerianus Becc.
Wagners Hanfpalme, Arecaceae - Palmen
Frühlingblüher, II–V, bis 7 m hoch, immergrün, mehrjährig
Wagners Hanfpalme ist eine Art der Gattung Trachycarpus H. Wendl., von der es keinen Naturstandort gibt. Aller Wahrscheinlichkeit nach stammt T. wagnerianus aus japanischen Gärten. Ob es einen Naturstandort nie gegeben hat oder dieser erloschen ist, ist unbekannt. Die Pflanzen unterscheiden sich von T. fortunei (Hook.) H. Wendl. und T. takil Becc. durch das kleinere Blatt (Lamina) mit steiferen Segmenten, dem insgesamt kleineren Wuchs bis etwa 7 m Höhe, die lichtere Krone und die oft sehr unterschiedlichen Frucht- und Samengrößen. Jungpflanzen wachsen langsamer als beim T. fortunei.
Die Winterhärte von Trachycarpus wagnerianus ist ähnlich der von T. fortunei einzuschätzen. Erfahrungsgemäß schwankt die Frosttoleranz aber deutlich stärker als bei letzterem. Wagners Hanfpalme eignet sich wie T. fortunei in den wintermildesten Regionen für den Garten. Dies gilt ausschließlich für die kleinen Bereiche der Niederterasse des Niederrheins oder klimatisch besonders geschützte, urbane Standorte, die Zone 8b entsprechen. In allen anderen Regionen ist auch T. wagnerianus nicht winterhart, sondern nur mit Schutz langfristig erfolgreich im Garten zu halten.












Als Trachycarpus ×takaghii Hort. werden Hybriden des T. wagnerianus mit T. fortunei bezeichnet, sowohl T. fortunei × wagnerianus als auch die reziproke Hybride (Penninckx 1997). Es ist eine hortikulturelle Sorte, die keinen Naturstandort hat und wie T. wagnerianus aus der Kultur "entflohen" ist. Ob wirklich eine bessere Robustheit im Vergleich zu T. wagnerianus vorliegt, gilt als nicht belegt. Wahrscheinlich dürfte die Winterhärte eher ähnlich derer des T. fortunei sein. Nichtsdestotrotz ist es architektonisch eine interessante Ergänzung für das "Hanfpalmen-Kollektiv".
Der Gattungsname Trachycarpus leitet sich ab von gr. "trachys" (= rauh) und gr. "karpos" (= Frucht), was wahrscheinlich auf die relativ "harten" Früchte der Pflanze abzielt. Möglich erscheint auch ein Benennungsmotiv nach den rauhen Stammfasern und den davor liegenden Fruchtständen mit ihren Beeren. Das Art-Epitheton wagnerianus wurde zu Ehren des ungarischen Botanikers Janos Wagner (1870–1950) etabliert.
In Japan ist dieser Trachycarpus eine sehr beliebte Art, da er durch das sehr steife Blatt wesentlich windresistenter ist als die meisten anderen Trachycarpus-Arten. Seine hübschen Blätter sind dekorativ und passen gut zu Bambus, Ahorn und Azaleen. Japanisches Design ist die ideale Kombination. Er wächst als Jungpflanze langsamer im Vergleich zu T. fortunei und T. takil und bildet erst mit 6–10 Jahren einen richtigen Stamm. Da er in Jugendstadien am Blatt meist empfindlicher als andere Trachycarpus-Arten ist, sollten nur Exemplare mit Stamm ausgepflanzt werden.
Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Jones, D. L. 1994: Palmen. – Könemann Verlag, Köln, 409 S.
Penninckx, J. L., 1997: Palmiers. Répertoire Mondial des Producteurs. – J. L. Penninckx Publications, Bruxelles, 638 S.
Zitiervorschlag: Lorek, M. 2020: Trachycarpus wagnerianus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/trachycarpus-wagnerianus.html am Tg.Mo.Jahr.