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Vaccinium uliginosum L.
Rauschbeere, Moor-Heidelbeere, Trunkelbeere, Ericaceae - Heidegewächse
Ende Vollfrühlingsblüher, IV–V, 10–90 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Rauschbeere tritt in Mitteleuropa überwiegend selten bis zerstreut auf, im Alpenraum und Niedersachsen verbreitet. Das Verbreitungsgebiet ist zirkumpolar. Bevorzugt werden Hochmoore, vermoorte Wälder oder Sandheiden besiedelt. Pflanzen im Flachland oder Mittelgebirge wachsen meist als Sträucher bis 90 cm Höhe. Sippen an subalpinen bis alpinen Standorten bleiben hingegen kleiner, bis 20 cm (Vaccinium uliginosum ssp. pubescens (Wormsk.) Young). Die Zweige sind rund, braun, nicht geflügelt und im ausgereiften Zustand braun. Die Laubblätter sind bläulich-silbrig, verkehrt eiförmig und ganzrandig. Die rosa-weißen Glockenblüten stehen zu 2–3 in den Blattachseln. Zum Sommer hin bilden sich blaue, weiß bereifte Früchte, die deutlich größer sind als die ähnlichen Früchte von V. myrtillus L., der Heidelbeere, die im selben Habitat wächst. Die Beeren sind essbar, haben einen süßlich bis säuerlichen Geschmack und weißes Fruchtfleisch. Der Verzehr größerer Mengen soll in Einzelfällen zu Rauschzuständen geführt haben, was sich in den volkstümlichen Namen widerspiegelt.


Abb. 1 Strauch des Vaccinium uliginosum, Venner Moor, Münsterland, 17.08.2013, 61 m, 51° 51' 43 N, 07° 32' 21 O Abb. 2 Vaccinium uliginosum im Moorwald, Venner Moor, Münsterland, 17.08.2013, 61 m, 51° 51' 43 N, 07° 32' 21 O

Abb. 3 Vaccinium uliginosum im Venner Moor, Münsterland, 17.08.2013, 61 m, 51° 51' 43 N, 07° 32' 21 O Abb. 4 Frucht von Vaccinium uliginosum, Venner Moor, 17.08.2013, 61 m, 51° 51' 43 N, 07° 32' 23 O

Abb. 5 Blühender Strauch des Vaccinium uliginosum, Venner Moor, Münsterland, 04.05.2014, 61 m, 51° 51' 43 N, 07° 32' 23 O Abb. 6 Rosa-weiße Glockenblüten von Vaccinium uliginosum, Venner Moor, Münsterland, 06.05.2020, 61 m, 51° 51' 43 N, 07° 32' 23 O


Vaccinium uliginosum ist relativ einfach vom verwandten V. myrtillus zu unterscheiden. Das bläuliche Blatt, die größeren Pflanzen und deutlich größeren Beeren sind typisch für V. uliginosum. Im Gegensatz zu V. myrtillus ist das Fruchtfleisch der Gewöhnlichen Rauschbeere weißlich und nicht bläulich.

Nicht geklärt ist die Ableitung des Gattungsnamens Vaccinium. Linné übernahm ihn von J. Bauhin, der die einheimische Moosbeere (Vaccinium oxycoccus L.) damit meinte: "Oxycoccus sive Vaccinia palustris". Auf welche Arten sich der Plural "Vaccinia" bezieht, bleibt unklar, da schon in der Antike "Vaccinium" als Synonym für lat. "hyacinthus" galt, was botanisch nicht passen kann. Das Artepitheton uliginosum stammt von lat. "uliginosus" (= sumpfig, morastig) und verweist auf den Standort der Art.

Vaccinium uliginosum ist eine durchaus interessante Pflanzenarten für den Garten. Die essbaren Früchte, das bläuliche Blatt und die Schattentoleranz machen es zu einem Kandidaten für das Moorbeet, neutrale bis saure Staudengärten, sowie als Teich- oder Bachrand-Bepflanzung. Man sollte lediglich ein Verpflanzen und starke Wurzelstörungen vermeiden, da V. uliginosum empfindlich auf Schäden an den Wurzeln reagieren kann.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2020: Vaccinium uliginosum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/vaccinium-uliginosum.html am Tg.Mo.Jahr.

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