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Erica tetralix L.
  synonym: Ericoides tetralix (L.) Kuntze
Glockenheide, Ericaceae - Heidekrautgewächse
Frühsommerblüher, VI–VII, 15–50 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Die Glockenheide tritt im Nordwesten von Mitteleuropa verbreitet auf, ansonsten ist sie selten bis zerstreut mit großen Lücken. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch. Bevorzugt siedelt sie an bodensauren Standorten wie in Heiden, lichten Strauchgesellschaften, Mooren und feuchten Gebüschen. Durch Trockenlegung von Mooren und Feuchtheiden, deren Umwandlung in Ackerland, durch Aufforstung oder Sukzession ist Erica tetralix relativ stark in ihrem Bestand zurück gegangen und man findet umfangreiche Bestände überwiegend nur noch in Naturschutzgebieten.

Die Pflanzen sind immergrün, aufrecht wachsend und am Grunde verzweigt. Die Laubblätter sind linear, bläulich-grau, steifhaarig oder drüsig bewimpert. Die Blütenstände stehen kopfig an den Enden der Sprossachsen und sind nickend. Die Krone ist rosa, mit darin verborgenen Staubblättern. Siehe auch Gattung Erica L.


Abb. 1 Drüsig behaarte Blätter von Erica tetralix, am Moorsee Dobbe, südlich vom Ewigen Meer, Ostfriesland, 15.06.2021, 6 m, 53° 32' 10 N, 07° 25' 56 O Abb. 2 Individuenreicher Bestand der Erica tetralix im Moorgebiet Bargerveen, Niederlande, 17 m, 52° 40' 39 N, 07° 01' 51 O

Abb. 3 Hübscher Bestand der Erica tetralix am Rande eines Heideweihers im Naturpark De Meinweg, Niederlande, 12.07.2014, 56 m, 51° 10' 50 N, 06° 07' 24 O Abb. 4 Die leicht rosa Färbung der Landschaft stammt von einem Massenbestand der Erica tetralix im Esterweger Moor, 17.07.2015, 12 m, 53° 00' 37 N, 07° 38' 20 O

Abb. 5 Kopfig doldiger Blütenstand der Erica tetralix, Bargerveen, Niederlande, 17 m, 52° 40' 39 N, 07° 01' 51 O Abb. 6 Gegen Ende der Blütezeit von Erica tetralix, Tinner Dose, Emsland, 21 m, 52° 48' 05 N, 07° 21' 48 O

Abb. 7 Große Exemplare der Erica tetralix in der Esterweger Dose, 10.07.2015, 8 m, 53° 01' 07 N, 07° 38' 44 O Abb. 8 Erica tetralix auf einer bodensauren Offenfläche im Oberfeldbachtal, Remscheid, 10.06.2017, 273 m, 51° 10' 47 N, 07° 17' 57 O

Abb. 9 Erica tetralix im Moor des Gildehauser Venn bei Gronau, 29.06.2019, 40 m, 52° 15' 03 N, 07° 06' 01 O Abb. 10 Kopfige Blütenstände der Erica tetralix, Esterweger Moor, 10.07.2015, 8 m, 53° 01' 07 N, 07° 38' 44 O

Abb. 11 Der Beinbrech, Narthecium ossifragum (L.) Huds., zusammen mit Erica tetralix an einem Moorweiher in der Hildener Heide bei Düsseldorf, 07.07.2015, 86 m, 51° 10' 58 N, 06° 57' 53 O Abb. 12 Erica tetralix zusammen mit der Schwarzen Krähenbeere, Empetrum nigrum L., in einer bodensauren Kriechweidenflur auf Langeoog, 26.07.2017, 0 m, 53° 44' 53 N, 07° 30' 13 O

Abb. 13 Erica tetralix in der Heide des Nationalparks Veluwezoom, Niederlande, 29.06.2020, 62 m, 52° 01' 28 N, 06° 01' 37 O Abb. 14 Erica tetralix am Moorsee Dobbe, südlich vom Ewigen Meer, Ostfriesland, 15.06.2021, 6 m, 53° 32' 10 N, 07° 25' 56 O


Der Gattungsname Erica L. ist aus dem Griechischen transkribiert, gr. "ereike" (= Heidekraut). Das Epitheton tetralix stammt von gr. "tetra" (= vier) und gr. "helix" (= Windung) und bezieht sich wahrscheinlich auf die zu (3–)4 in Quirlen stehenden Blätter.

Wie andere Heidearten auch ist Erica tetralix gut geeignet für den Garten. Es gibt vielfältige Sorten, die im Steingarten, in Heideformationen, Moorbeeten oder auch Exotengärten ihren Platz finden. Als Zwergstrauch ist im Vordergrund der Pflanzung ein idealer Platz. Der Boden sollte neutral bis sauer sein und nicht allzu trocken, gleichwohl es ein Heidekrautgewächs ist.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2021: Erica tetralix. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/erica-tetralix.html am Tg.Mo.Jahr.

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