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Pinus L.
Kiefern, Pinaceae - Kieferngewächse

Die Gattung Pinus umfasst etwa 110 Arten immergrüner, einhäusiger Koniferen. Das heißt, man findet an einer Pflanze sowohl männliche als auch weibliche Fortpflanzungsorgane. Meistens handelt es sich um Bäume, seltener um Sträucher, mit dicker, gefurchter oder schuppiger Borke. Die Triebe (oder Sprosse) sind dimorph, es finden sich Langtriebe ähnlich derer anderer Bäume und Kurztriebe, kaum 1 mm lang, spiralförmig auf den Langtrieben angeordnet, die mit dem Nadelfall ebenfalls abfallen. Langtriebe sind vor dem Streckwachstum als Knospe von schuppenförmigen Niederblättern bedeckt, Kurztriebe hingegen nicht.

Die Blätter sind trimorph:
1. Schlanke "adulte" Nadeln zu (1–)2–5(–6) in Büscheln, 2,5–50 cm lang und mit einer Lebensdauer von 2–30 Jahren.
2. Kleine, braune, schuppenförmige, nicht photosynthetisch aktive Niederblätter am Grund der langen Nadeln.
3. Juvenile Nadeln, meist kürzer als die "adulten" Nadeln, meist gräulich, blau, oft nur während der ersten 1–2 Jahre der Pflanze gebildet, selten später oder manchmal nach Schädigung der Kiefer.


Abb. 1 Prächtiges Exemplar der Pinus wallichiana mit den riesigen Fruchtzapfen, im Europapark, Rust, 31.03.2010 Abb. 2 Nadeln und die großen Zapfen der Pinus wallichiana in einem Privatgarten in Mettmann, 06.09.2008

Abb. 3 Ein gepflanzter Pinus pinea-Wald in der Coto de Donana, Südspanien, 16.10.2010, 60 m, 37° 02' 49 N, 06° 37' 45 W Abb. 4 Pinus sylvestris-Wald mit Pfeifengras auf einem Dünenzug im Wildgatter des Diersfordter Waldes, Wesel

Abb. 5 Pinus sylvestris in einem Steilhang oberhalb von Schramberg, Schwarzwald, 22.06.2009, 569 m, 48° 13' 29 N, 08° 22' 49 O Abb. 6 Pinus sylvestris mit Schnee im Hohenreutewald, Sulzbach, Schwarzwald, 31.03.2010, 863 m, 48° 14' 21 N, 08° 18' 16 O


Abb. 7 Pinus roxburghii im Dschungel bei Kausani, Dwaharat Forest, 06.04.2007, 1.879 m, 29° 51' 41 N, 79° 33' 57 O Abb. 8 Langtrieb der Pinus roxburghii im Dschungel bei Kausani, Dwaharat Forest, 06.04.2007, 1.879 m, 29° 51' 41 N, 79° 33' 57 O


Männliche Zapfen finden sich spiralig angeordnet an den Langtrieben, fallen meist kurz nach der Reife ab und hinterlassen eine nadelfreie Sektion am Langtrieb. Weibliche Zapfen können rundlich bis zylindrisch sein, 2–60 cm lang und benötigen bis zur Samenreife meist 2–3 Jahre. Bei manchen Arten (beispielsweise Pinus halepensis Mill.) verbleiben die alten weiblichen Zapfen sehr lange, über viele Jahre am Baum. Meistens jedoch werden sie abgeworfen. Die Samen sitzen zu 2 oberhalb der fertilen Zapfenschuppe.

Das Verbreitungsgebiet der Kiefern erstreckt sich überwiegend nordhemisphärisch vom arktischen Kreis bis nach Sumatra wo die Pflanzen den Äquator dann doch überschreiten. Kiefern sind herausragende Holzlieferanten, sowohl historisch als auch aktuell. Kulturell haben sie vielfältig in die Gesellschaften ausgestrahlt, beispielsweise als Weihnachtsbaum in Nordamerika oder mit zahlreichen Arten im Gartenbau.



Abb. 9 Junges Exemplar der Pinus nigra auf dem Hundsheimer Berg, Ostösterreich, 22.09.2009, 391 m, 48° 07' 54 N, 16° 56' 00 O Abb. 10 Pinus nigra im Wald des Vidova Gora auf Brac, Kroatien, 14.10.2012, 616 m, 43° 18' 37 N, 16° 36' 53 O

Abb. 11 Pinus nigra im Wald des Vidova Gora auf Brac, Kroatien, 16.10.2012, 561 m, 43° 18' 46 N, 16° 36' 20 O Abb. 12 Junger Baum der Pinus halepensis in den Bergen bei Nerja, Südspanien, 01.10.2008, 398 m, 36° 46' 27 N, 3° 52' 02 W

Abb. 13 Prächtige alte Bäume von Pinus pinea in Privatgärten in Portocolom auf Mallorca, 01.10.2007 Abb. 14 Bestand der Zirbel-Kiefer, Pinus cembra Mill., nahe der Baumgrenze oberhalb von Grindelwald, Schweiz, 14.10.2014, etwa 2.109 m, 46° 39' 49 N 08° 02' 01 O

Abb. 15 Zapfen der Pinus halepensis, Mallorca, Spanien, 01.10.2007, 16 m, 39° 55' 06 N, 3° 23' 17 O Abb. 16 Pinus halepensis mit verbleibenden Altzapfen, Mallorca, Spanien, 06.10.2007, 20 m, 39° 35' 06 N, 3° 23' 11 O


Der Gattungsname Pinus L. wurde schon im Altertum genutzt, lat. "pinus" (= Föhre, Kiefer). Föhre hat einen germanischen Wortstamm und kommt auch ähnlich in anderen Sprachen vor, engl. "fir" (= Nadelbaum). Als Kienföhre wurde früher Kiefernholz bezeichnet welches als Anmachscheit genutzt wurde, da es einen recht hohen Harzanteil hat und gut brennbar ist. Hieraus entwickelte sich dann später der Name "Kiefer".

Für den Anbau in Mitteleuropa eignen sich zahlreiche der Pinus-Arten, sowohl einheimische als auch exotische. Jedem Geschmack und in jeder Klimazone kann diese Gattung ein architektonisches Highlight setzen.


Abb. 17 Pinus halepensis-Wald in den Bergen bei Nerja, Südspanien, 04.10.2008, 621 m, 36° 47' 16 N, 3° 51' 44 W Abb. 18 Pinus elliottii in einem Hammock des Corkscrew Marsh Park, 19.10.2018, 11 m, 26° 29' 00 N, 81° 31' 58 W

Abb. 19 Pinus canariensis auf erstarrter Lava, Teneriffa, Spanien, 11.04.2009, 1.282 m, 28° 15' 13 N, 16° 45' 58 W Abb. 20 Pinus canariensis auf Teneriffa, Spanien, 11.04.2009, 1.639 m, 28° 15' 59 N, 16° 44' 35 W

Abb. 21 Nach Brand regenerierende Pinus canariensis nahe Erjos auf Teneriffa, Spanien, 09.04.2009, 1.171 m, 28° 18' 41 N, 16° 48' 47 W Abb. 22 Männliche Blüten an Langtrieb von Pinus canariensis, Las Portelas, Teneriffa, Spanien, 08.04.2009, 733 m, 28° 19' 39 N, 16° 50' 34 W


Pinus cembra L., die Zirbel-Kiefer, eine europäische Gebirgskiefer mit hervorragender Winterhärte.

Pinus elliottii Engelm., die Südliche Sumpfkiefer, aus den südöstlichen USA.

Pinus halepensis L., die Aleppo-Kiefer, die bevorzugt küstennah am Mittelmeer wächst. Gut winterhart bis Z 7a.

Pinus nigra J. F. Armold, die Schwarz-Kiefer, ist eine dicht wachsende, dekorative Art, Z 6.

Pinus pinea L., die Mittelmeer-Pinie, ist die von vielen Menschen als charakteristischer Baum des Mittelmeers wahrgenommene Art. Charakteristisch ist der schirmförmige Wuchs der Pflanzen, in jungen Jahren eher domartig. Die Pflanzen sind winterhart in den wintermilden Regionen der Z 8.

Pinus ponderosa P. Lawson & C. Lawson, die Ponderosa-Kiefer ist eine winterharte Langnadelkiefer.

Pinus wallichiana A. B. Jacks., die Tränen-Kiefer aus dem Himalaya ist eine architektonisch ansprechende Langnadelkiefer, winterhart bis Z 7.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2019: Pinus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/pinus.html am Tg.Mo.Jahr.
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