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Yucca pallida McKelvey
Blackland-Yucca, Blackland-Palmlilie, Agavaceae - Agavengewächse
                                                oder: Asparagaceae - Spargelgewächse
Frühsommerblüher, IV–VI, bis 70 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Yucca pallida gehört zu den stammlosen Palmlilien und sie kommt nur in einem relativ kleinen Gebiet in der Blackland-Prärie in Nord-Zentral-Texas vor, wo die Pflanzen auf felsigem Gelände, Kalksteinaufschlüssen und Grasland auf 100–400 m über Meereshöhe wachsen. Gewöhnlich gedeihen die Pflanzen in kleinen Kolonien von 10–30 Pflanzen, die meist in gewisser Distanz voneinander stehen und auf diese Weise voll ausgebildete Halbkugeln bilden können. In der Regel finden sich nur relativ wenige Laubblätter pro Rosette; jene sind dünn, flexibel, gerade, bis 35 cm lang mit zugespitztem Ende, blass blau bis grau-grün mit hell gelbem Rand. Der Blütenstand ist 1–3 m hoch, mit glockenförmigen, blass grünen und randständig weißen, manchmal leicht gesägten Perigonblättern. Die Früchte sind trockene, gelb-braune, später schwarz-braune Kapseln bis 6 cm lang.

Manche Autoren ordnen Yucca pallida unter die sehr ähnliche Y. rupicola Scheele ein, zumal beide Taxone sowohl in der Natur als auch Kultur leicht miteinander hybridisieren und zahlreiche Übergangsformen existieren. Das auffälligste Unterscheidungsmerkmal sind die gedrehten Blätter der Y. rupicola; zur Gattung Yucca.


Abb. 1 Prächtige Yucca pallida mit den typischen blass blauen Laubblättern in einem Privatgarten in Rheinstetten, 15.07.2003 Abb. 2 Yucca pallida in einem Privatgarten in Gols, Neusiedlersee, Österreich, 17.09.2011

Abb. 3 Glöckenförmige bis kugelige, noch fast geschlossenen Blüten der Yucca pallida, Privatgarten am Neusiedlersee, Ungarn, 26.06.2016 Abb. 4 Der Blütenstand von Yucca pallida wird bis 3 m hoch und der blütentragende Teil steht oberhalb der Laubblätter (suprafoliar). Privatgarten am Neusiedlersee, Ungarn, 26.06.2016

Abb. 5 Das blass blaue Laubbblatt der Yucca pallida mit gelbem Rand, Privatgarten in Gols, Neusiedlersee, Österreich, 17.09.2011 Abb. 6 Laubblattspitze der Yucca pallida, Privatgarten in Gols, Neusiedlersee, Österreich, 17.09.2011

Abb. 7 Blütenstand der Yucca pallida mit geöffneten Einzelblüten zum Abend hin; Privatgarten am Neusiedlersee, Ungarn, 25.06.2016 Abb. 8 Blütenstände von Yucca pallida. Privatgarten am Neusiedlersee, Ungarn, 27.06.2016

Abb. 9 Freilandexemplar der Yucca pallida in einem Privatgarten in Tecklenburg, 09.07.2016 Abb. 10 Blaublättrige Hybridpflanze der Y. thompsoniana × pallida in einem Privatgarten bei Coesfeld, 04.05.2020


Der Gattungsname Yucca L. existierte schon vor Linné und ist wahrscheinlich aus einer Altsprache der karibischen Insel Hispaniola entlehnt. Das span. "yuca" (= Maniok) stammt daher und wurde wohl auf die ebenso essbaren Blüten und Samen der Y. aloifolia übertragen. Das Epitheton pallida ist die weibliche Form von lat. "pallidus" (= blass) und bezieht sich auf die blasse Farbe der Laubblätter. Diese etymologische Wurzel findet sich auch im englischen "pale" (= blass) oder den deutschen Adjektiven "fahl" oder "falb".

Yucca pallida ist sicherlich keine einfache Art für den Exotengarten, benötigt einen freien, sonnigen und gut drainierten Standort, am besten auf kalkhaltigem Grund im Steingarten, Yuccabeet oder der Sukkulentenpflanzung. Es gibt eine handvoll Berichte langfristiger (> 20 Jahre) Anbauerfolge in Mitteleuropa, die allesamt aus den sommerwarmen, wintermilden Regionen stammen. Die Mehrzahl der Freilandversuche dürfte hingegen wohl erfolglos verlaufen sein. Optionen für ungünstigere Lagen könnten sich zukünftig mit Yucca-Hybriden ergeben, wenn man robuste Arten wie beispielsweise Y. filamentosa L. einkreuzt. Hier gibt es sicherlich noch ein größeres Experimentierfeld. Siehe Yucca-Hybriden.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Irish, G. & Irish, M. 2000: Agaves, Yuccas, an Related Plants. A Gardener's Guide. – Timber Press, Portland, Oregon,  312 S.
Thiede, J. 2001: Yucca. In: Eggli., U: Illustrated Handbook of Succulent Plants: Monocotyledons. – Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, New York, 87–102.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2020: Yucca pallida. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/yucca-pallida.html am Tg.Mo.Jahr.

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